Aylin

Hashtag Me not(Kommentar)

HashTag Me not

 

In aller Munde sind nun die Frauen, die begrapscht, begrabbelt und betatscht wurden. Der Hashtag Me too ist ein Selbstläufer, in dem sich die armen Opfer stilisieren, Frauen, attraktive Frauen. Frauen also wie ich es lebenslang war. Alles Opfer von liebestollen und machtgeilen Männern. Selbst im Parlament, oh, mein Gott! Mee too, rauf und runter, hin und her.

Die Sachlage ist klar: der Mann ist das Schwein und die Frau ist das Opfer. Wie viele Frauen aber gerne auch mal bei langer Abwesenheit von Heim und Herd oder bei Betriebsfeiern einen kleinen Seitensprung wagen, das wird nicht gesagt. Wer will, der soll von mir aus, aber wer nicht will, der soll es deutlich sagen. Vielleicht gibt es ja auch sexuelle Belästigung von Frauen gegen Männer? Warum also gleich einen Hasttag aufmachen?

 

Sicherlich will ich nicht beschönigen, dass erst 1997 das Gesetz gegen Vergewaltigung in der Ehe erlassen wurde und bis dahin die Frau als Jederzeitverfügbares unter Männern galt. Sicherlich gibt es auch heute noch Gewalt gegen Frauen, Prügel und Erniedrigung, aus dem es sich in einer Beziehung scheinbar schwer entkommen lässt.

Dass aber meint „Me too“ nicht. Dieser Opferhashtag meint sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und was sexuelle Belästigung ist, da kann man geteilter Meinung drüber sein. Ich denke, diese Einschätzung hängt vom Selbstbewusstsein einer Frau ab.

Welche Frau würde denn ihr Sex-Appeal und ihre Attraktivität nicht bewusst und gewollt ins Büro tragen? Macht doch jede, hab ich auch gemacht. Bewundernde Blicke genießt man und den andren Weibern zeigt man: Schau her, wie toll ich aussehe. Klar gibt es Männer, die diese Aussage als Aufforderung verstehen. Und dann lässt man sich das gefallen und macht mit, weil man ja das arme Opfer ist? Warum haut man dem Chef nicht auf die Finger, tritt dem Kollegen nicht nach deutlicher Ansage gegen das Schienbein oder sonst wohin? Warum braucht man einen Sammelhashtag, um als Frau seinen Standpunkt klar zu machen?

Das, was in Köln Silvester passiert ist, das wäre einen Hasttag wert gewesen, denn das war rohe Gewalt, der keine Frau entkommen konnte.

Meine Güte, wenn einem mal jemand die Hand aufs Knie legt oder zu Fastellovend einer auf den Hintern klopft, das nimmt man doch als selbstbewusste Frau als Kompliment, schiebt die Hand weg und sagt lächelnd : So nicht, Junge! Bei mir hat das immer funktioniert. Selbst ist die Frau. Welches Problem haben die Frauen, die dazu nicht in der Lage sind?

Unsere Polittalkshows nehmen dieses Thema als willkommene Tatsache, von der Jamaika-Krux abzulenken. Die Sendung von Anne Will wurde gestern kurzfristig vom Thema her abgeändert. Diktat vom Staat?

Lächerliche Ausweichmanöver im Sammelgejammer auf Kosten der Frauen. Ich denke nicht, dass ein Antatscher von Frau Müller, Maier, Schulz wirklich jemanden interessiert. Haben wir keine anderen Probleme in diesem Land? Was also soll diese lächerliche Kampagne?

Und Frauen: Lernt euch selbst zu verteidigen. Harsche und klare Worte reichen oftmals schon bei Chef und Kollegen. Wer jedoch auf das Mitleid der Gesellschaft abzielt als einzige Gegenwehr, der wird auch zukünftig immer Opfer bleiben.

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.11.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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