Bernd Möller

Katze, Karton und Frau.


"Eh Alter, schau Dir mal die Sahneschnitte da drüben an... wär die nicht was für Dich", flüstert Bernd mir zu, und
zeigt mit dem Kopf in Richtung Eck-Tresen. Ich wehre mit einem Schulterzucken ab, und widme mich weiter
meinem Glas, in dem das Alsterwasser langsam anfängt schal zu werden. "Man Du, bist Du schwul
geworden, oder warum schaust Du nicht wenigstens mal hin!", nervt Bernd mich weiter.

Ich schaue ihn gelangweilt an, brumme 'Schrödingers Katze', vor mich hin, nehme mutig einen
Schluck von der schalen Brühe aus meinem Glas, und starre es weiterhin stur an. Doch schon bohrt sich
sein Ellenbogen in meine Seite und er fragt entgeistert: "Was soll das heißen? Kennst Du die Alte etwa?".

"Nee", antworte ich, "aber Schrödinger sagt, das man den genauen Zustand immer erst weiß, wenn man in
den Karton schaut - bis dahin kann die Katze da drin tot oder lebendig sein".

"Was, Karton ... Katze ... ich verstehe nur Bahnhof, was hat das mit der Alten zu tun?", bohrt Bernd drauf los.

"Nun, ob das eine Sahneschnitte ist, oder auch nicht, kannst Du erst wissen, wenn Du sie nackt und
ungeschminkt siehst". Nach einem kurzen Zögern füge ich noch dazu: "Mal abgesehen davon, dass es ja wohl
auch von Bedeutung sein sollte, ob sie hohl in der Birne ist oder nicht, für mich jedenfalls!".

"Äh ... na gut, dann mach ich die eben an. Wer nicht will, der hat schon", ranzt Bernd mich an, und schiebt ab in
Richtung Tresen.

Tja, die gute alte Quantenphysik - so pflege ich also inzwischen die 'Unschärfe-Theorie'
anzuwenden ... oder doch nur vor Frauen zu kneifen?


 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.11.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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