Gherkin

Die Rübsam/Flittykoss-Tonband-Protokolle

ABERWITZIGES von Gherkin



Dies stellt einen kulturellen und literarischen Höhepunkt im Jahr 2017 dar!

 

Die unerreichten Rübsam/Flittykoss-Tonband-Protokolle



EINE KULTURELLE SENSATION


„Meine Damen und Herren, wir dürfen mit einigem Stolz und mit großer Freude verkünden: Wir haben sie, die Original-Tonband-Live-Protokolle, Mitschnitte der stringenten Verhandlungen bezüglich des Ankaufs – des erzwungenen Ankaufs wohlbemerkt – eines hautengen Neopren-Herren-Surfanzugs von 2017!“


Anmerkung: Ein Teil der Bänder wurde bei Sotheby's in der New Bond Street, London, am 21. April 2017 ersteigert, es handelte sich um 31 Bänder. Sie wurden für den Betrag von 1.182.600 € von der Firma Selthenreych & Nampelhahm oHG erworben. Die weiteren 58 Bänder, der weitaus größere Teil der Tonband-Protokolle also, wurden bei Christie’s in London, 8 King Street, St. James's, versteigert. Hier bekam die Firma First ME, Merkatz Enterprises Schöllkrippen, für sage und schreibe 2.050.000 € den Zuschlag. Bei der First ME handelt es sich um eine bekannte, international tätige Unternehmens- und auch Anlageberatungs-Gesellschaft mit insgesamt 4 Dependancen. Diese insgesamt 89 Bänder ergeben die Gespräche zwischen Zienio Rübsam, vormals Frührentner, jetzt Praktikant und Halbtagsvolontär bei der Firma Selthenreych & Nampelhahm oHG, im Weiteren ZR genannt – und Kotmar Flittykoss, einer der drei Prokuristen, gleichzeitig Geschäfts führender Filialleiter der Dependance Geistenbeck, hier im Weiteren KF genannt. Die Gespräche umfassen komplett 19 Stunden und exakt 41 Minuten. Hier...




DER ORIGINAL-MITSCHNITT (komplett)



KF: „1 x am Tag freut man sich, dass man am Leben ist und noch nicht tot!“

ZR: (räuspert sich kurz) „W-w-wie bitte?“

KF: „Tut nichts zur Sache, das ist ein Ausspruch von Thomas Bernhard… Werden Sie nicht kennen. Ist schon in Ordnung. Später wird Ihnen der Sinn der Rede schon klar werden, kommen wir zur Sache...“

ZR: „Zur Sache?“

KF: „Tun Sie mir einen Gefallen, bitte. Nur bloß nicht nach jeder meiner  Äußerungen eine sinnfreie Frage, ja? Werden Sie mir diesen Gefallen tun? Ich hasse diese idiotischen rhetorischen Fragen…“

ZR: „Ja… Natürlich. Gern.“

KF: „Gut… Schön-schön… Fein-fein-fein… Beginnen wir also. Ab sofort duze ich dich. Du bist für mich ein Objekt. Ein Subjekt. Ein Insekt. Ein Arsch. Und als solcher zu duzen. Auf gar keinen Fall werde ich dich weiterhin siezen, ZR. Gehen wir dahingehend einig miteinander, Individuum ZR?“

ZR: „Wenn´s denn sein muss. Also gut, duzen wir uns...“

KF: „Lausche: Du wirst dir einen verpissten Neopren-Herren-Surfanzug, und zwar einen extrem engen, einen viel zu engen Neopren-Herren-Surfanzug, im ferneren NHSA benannt, kaufen - und anziehen!“

ZR: „Niemals kaufe ich mir einen verfickten Neopren-Herren-Surfanzug, schon gleich gar nicht einen, der viel zu eng anliegt!!“

KF: „NHSA genügt!“

ZR: „Niemals kaufe ich mir diesen verfickten NHSA! Nie… nich…“ (brummelt)

KF: „Doch, du wirst. Und zwar in giftgrün!“

ZR: „Erst recht nicht in giftgrün. Ich hasse grün. Und giftgrün ist mir so verhasst, dass ich nicht in der Lage bin, dies überhaupt in Worte zu kleiden…“

KF: „Nur die Übertreibung macht anschaulich, nicht wahr? Ergo wirst du den NHSA in giftgrün tragen, mindestens zwei Größen zu klein, hauteng. Es wird ultrapeinlich für dich!“

ZR: „Wir brauchen gar nicht erst weiter darüber zu sprechen, wenn ich nicht zugesichert bekomme, dass ich meine angestammte Größe, nämlich die Größe 60, tragen darf!“

KF: „Du trägst 56, so!“

ZR: „Ich trage, wenn überhaupt, und darüber wird noch zu disputieren sein, SECHZIG!“

KF: „Du trägst die SECHSUNDFÜNFZIG!“

ZR: „Mitnichten! Meine Größe ist 60!“

KF: „Ist mir sattsam bekannt! Umso erfreulicher die Umstände, umso erquicklicher das Resultat der heftigen Bemühungen, in diesen viel zu engen NHSA zu gelangen!“

ZR: „Im Leben werde ich keinen geschissenen, giftgrünen NHSA tragen! Niemals zwänge ich mich in einen verschissenen NHSA!“

KF: „Zugeständnis – der NHSA darf auch kotfrei sein, inwendig. Wir bestehen keineswegs auf einen NHSA, der von innen völlig verkotet ist!“

ZR: „Na, da-darauf kannst du aber auch deinen enervierenden, verschissenen, niederträchtigen und unglaublich fetten Arsch verwetten, Mann, dass ich ganz sicher nicht in einen Anzug voller Scheiße…“

KF: „Ja eben, sag ich doch… was regst du dich so auf? Sag ich doch – such dir einen völlig normalen, intakten, sauberen und, vor allem, innen wie auch, von mir aus, außen total kotfreien NHSA – und zieh ihn an! Nur 3 Bedingungen: Größe 56! Giftgrün! Und sofortige Beendigung der malhonetten, wahrlich unangebrachten Diktion! Das muss sofort aufhören! Sonst kommen wir hier nicht weiter! Und, ganz nebenbei bemerkt - dein Arsch ist ja wohl deutlich dicker als mein Hintern!“

ZR: „Gut gut… Ich hab mich da wohl ein wenig im Ton vergriffen. Dschulldschungk!“

KF: „Schön… Weiter also. Du kaufst dir diesen Anzug und ziehst ihn vor uns an!“

ZR: „Wer ist eigentlich WIR?“

KF: „Kaufst du diesen verdammten Anzug oder nicht?!“

ZR: „Wenn ich es täte – was weiter???“

KF: „Du zwängst dich hinein…“

ZR: „Jaaaaa… Und dann???“

KF: „Dann präsentiere dich damit dem Boss!“

ZR: „Merkatz?“

KF: „So heißt er.“

ZR: „Ich soll vor Merkatz…? Merkatz also? Wirklich Merkatz?“

KF: „Das ist Fakt. Merkatz ist der Name des Chefs unseres Unternehmens, nutze ihn bitte nicht ab!“

ZR: „Und ich soll vor deeeeem….?“

KF: „Ja-ha!“

ZR: „Was, wenn ich mich weigere?“

KF: „Bitte?“

ZR: „Und wenn ich mich nun weigerte?“

KF: „SEAL!“

ZR: „SEAL? Sie schicken mir... ähm, erm, du schickst mir diesen... den Ex-Ehemann der Glucke Klum auf den Hals? Diesen Schmusesänger Seal? Das wäre allerdings brutal! Unmenschlich! Grausam!“

KF: „Genau… Äh, nei-en! Nicht den SEAL! Ich meine S.E.A.L.!“

ZR: „Und was soll das heißen, S.E.A.L.?“

KF: „Slaughter ´em all laughin´!“

ZR: “Sie... äh, du wirst, erm, ihr werdet mich umbringen???”

KF: „Exakt. Du bist ja ein Schnellmerker! Kanntest du SEAL denn nicht?“

ZR: „Nie zuvor gehört!“

KF: „In allen gängigen Amokläufer-Blogs ist dieser Begriff nun wirklich eine feste Größe, Mann…“

ZR: „Tut mir leid, ich surfe nicht allzu viel…“

KF: „Das sollst du ja auch gar nicht. Nur einen hautengen Surfanzug sollst du tragen. Vor dem Boss! Du musst gar nicht aufs Brett...“

ZR: „Sonst schlachtet ihr mich ab, richtig? Das nenne ich drastisch.“

KF: „Nicht nur dich!“

ZR: „Wen denn noch?“

KF: „SEAL bedeutet, wie du ja jetzt weißt: Slaughter ´em all laughin´! Heißt, wir werden dich und ALLE deine Leute abschlachten. Hör doch hin: THEM ALL! Wir werden dich und deine Leute umbringen! Allerdings, kulanter weise, beziehen wir uns hier nur auf dein soziales Umfeld, ergo auf DEINE LEUTE!“

ZR: „Meine Leute?“

KF: „Ja doch, Selthenreych wird nicht verschont, und auch diesen Nampelhahm werden wir uns schnappen. Da gibt es kein Pardon! Beide müssen mit dir zusammen abtreten. Und da, wie du sicherlich weißt, ‚slaughter‘ nicht unbedingt bedeutet, durch einen Giftcocktail zu versterben, kannst du dir ja in etwa vorstellen, wie blutig die Geschichte wird…“

ZR: (schluckt deutlich hörbar)

KF: „Da wir von dir wissen, dass du ein Misogyn bist, werden wir die beiden Ehefrauen der Herren Selthenreych und Nampelhahm verschonen. Das wird dich noch im Jenseits ärgern, Bube!“

ZR: „Bube?“

KF: „Von mir aus auch Bursche!“

ZR: „Bursche?“

KF: „Geht das jetzt wieder los? Auf jede meiner Aussagen beziehungsweise Feststellungen kommt von dir eine sinnfreie rhetorische Frage, ja?“

ZR: „Nein-nein… Ich lasse das. Kommen wir zum Wesentlichen zurück. Ich soll also…“ (KF unterbricht)

KF: (harsch unterbrechend) „…einen giftgrünen, viel zu engen, kotfreien – innen wie außen – NHSA kaufen und anziehen, hernach wirst du dich in diesem Anzug meinem Boss, der nach sehr bekannter Weise Merkatz heißt, präsentieren!“

ZR: „Sonst SEAL!“

KF: „Sonst SEAL!“

ZR: „Mach ich nich´“

KF: „Das werden wir noch sehen…“

ZR: „Werden wir…“

KF: „Und ob wir das werden!“

ZR: „Ha!“

KF: „Doppel-HA!“

ZR: „Wie lange soll das denn noch so weiter gehen?“

KF: „Kommt ganz auf dich an, Misogyn!“

ZR: „Bin ich überhaupt nicht. Ich respektiere Frauen!“

KF: „Das ist die Entgegnung aller Misogyne!“

ZR: „HA!“

KF: „Doppel-HA!“

ZR: „Also gut, schon gut… (beruhigt sich) Gehen wir es also an. Um nicht umgebracht respektive sehr brutal abgeschlachtet zu werden, auch, um meine beiden Bosse zu schützen und zu schonen, sollte ich also diesen verdammten, dreimal verfickten NHSA kaufen und anziehen, ja?“

KF: „Das wäre wirklich sehr schön, ja!“


ZR: „Darauf könnten wir uns ja auch einigen… (lange Pause) Aber….“

KF: „Jaaaa? Aaaaaber….?“

ZR: „Aber ich kann ihn so nicht vor Merkatz präsentieren!“

KF: „Kannst du nicht?“

ZR: „Nein!“

KF: „Woran hängt es denn da noch? Du hast ihn gekauft, du hast dich hinein gezwängt, obschon er ja 2 Größen zu klein für dich und deinen unglaublich fetten Wanst ist… Schön, an dieser Stelle, da du ihn ja schon am Leib trägst… Woran hängt es denn dann noch?“ (zum Schluss doch sehr laut werdend)

ZR: „Ich präsentiere ihn nicht vor Merkatz!“

KF: „Ach, jetzt komm aber mal… Wenn du schon so weit bist, dann kannst du dich doch auch vor Merkatz präsentieren. In diesem dreifach verschissenen Anzug!“

ZR: „Aber er ist doch KOTFREI!“

KF: „Ja, natürlich, hatte ich vergessen. Aber giftgrün ist er schon noch, oder?“

ZR: „Ja doch, bei giftgrün hatten wir es belassen… Keine Frage…“

KF: „Ja, dann… zum dreimal verfickten Henry nochmal, Julie fucking Andrews, warum präsentierst du ihn nicht vor Merkatz? Der letzte Schritt ist doch nun wirklich nicht der schlimmste aller…“

ZR: „Ach jaaaaa? Ich finde, gerade dieser letzte Schritt ist der Horror pur! Es ist genau jener LETZTE Schritt, der mir große Sorgen macht.“

KF: „Jetzt komm aber…“

ZR: „Nein, wirklich… Einen giftgrünen Anzug kaufen, nun gut… Ihn anziehen, unter Mühen, nun gut… Aber ihn vor Herrn Merkatz präsentieren? Ausgerechnet vor Merkatz? Nein! Nie! Never!“

KF: „Na, dann müssen wohl die diversen Beilchen, Äxtchen, Messerchen, Dölchlein und….“ (wird sehr rasch unterbrochen)

ZR: (lauthals einbrechend) „….nein-nein-nein, Augenblick mal… Lass mich nachdenken!“ (denkt nach)

KF: (lässt ZR nachdenken, eine Pause von gut 8 Minuten entsteht)

ZR: (schließlich, zögerlich) „Hhhhmmmmmmm…“

KF: (genervt) „Ist das dein Ergebnis angestrengten Nachdenkens?“

ZR: „Warte… Hmmm, weiß nich´… Ist schwierig… Weißt du, eine solche Entscheidung darf nicht so einfach übers Knie gebrochen werden. Da gilt es lange und nachhaltig zu bedenken, was es da so alles an Pro und Contra gibt. Ich sollte mir eine Positiv/Negativ-Liste machen…“

KF: „Wirst du wohl schweigen stille, ZR? Bist du noch bei Trost? Eine äh… Plus/Minus-Liste? Jetzt mach mal halblang, Mann… Du stehst vor der Entscheidung: Lasse ich mich mitsamt meiner Chefs von den 7 Schergen des Allgewaltigen Merkatz abschlachten, oder zwänge ich mich in einen giftgrünen NHSA und präsentiere mich damit vor eben jenem Merkatz… DAS gilt es zu über- oder bedenken, nichts anderes, Mann. Und ich denke, hier fällt die Entscheidung gar nicht einmal so schwer, richtig?“

ZR: „Wenn man´s genau bedenkt, das Für und Wider sauber abwägt, alles gegeneinander aufrechnet und nunmehr die Waagschale explizit betrachtet… Dann, ja dann…. Gegebenenfalls, eventuell, möglicherweise und potenziell…. Unter Umständen, vielleicht, ist es im Bereich des… äh Höchstwahrscheinlichen, dass ich geneigt sein könnte, unter der… ähm Prämisse, dass die Zugeständnisse mir gegenüber eingehalten werden, unverändert bleiben, und auch unter dem Gesichtspunkt, dass…“ (wird harsch unterbrochen)

KF: (puterrotes Gesicht; auf dem Band nicht zu hören, aber sicherlich nachvollziehbar - gepresst) „Heute noch, Mann!“

ZR: „Tja… Da tendiere ich doch leicht, recht subtil gen Richtung….“

KF: „Jaaaaa? Jaaaaaaaaaa??“ (man hört das Stuhlrücken, quietschend, in die Richtung ZR – KF schiebt sich bis fast vor ZRs Kinn)

ZR: (entschlossen wirkend) „Nun, somit soll meine Entscheidung verkündet werden. Ich will vor Merkatz in einem kotfreien, viel zu engen, entsetzlich giftgrünen NHSA erscheinen, den ich mir selbst gekauft, und den ich unter Mühen, weil 2 Nummern zu klein, angezogen habe! So, das ist mein Angebot!“

KF: „Na, das ist doch ein Wort! Ich darf Merkatz berichten?“ (holt sein Handy heraus, klappt es auf)

ZR: „Momentchen noch…“

KF: (stöhnt) „Was ist denn jetzt noch?“

ZR: „Du jedoch sollst nicht dabei sein! Bei dieser Demütigung!“

KF: „Wie jetzt? Ich darf der Präsentation nicht beiwohnen?“

ZR: „Nein!“

KF: „Das empfinde ich als relativ schmachvoll. Merkatz soll das mal besser entscheiden. Immerhin bin ich seine rechte Hand.“

ZR: „Oh nein. Das wird jetzt und hier entschieden! Nur Merkatz und ich, in diesem… äh… Anzug!“

KF: „Also gut… (ächzt hörbar) Das sind aber wirklich extrem harte Verhandlungen. Gut denn: Halten wir ihn fest, diesen unseren Deal - unverbrüchlich, unumstößlich, unumkehrbar – unsere ähm unsägliche Vereinbarung, hier und jetzt klar, deutlich, exakt formuliert…Du, ZR, wirst dir demnach noch innerhalb dieser Woche einen giftgrünen, kotfreien Neopren-Herren- Surfanzug der Größe 56 kaufen, ihn solo, unter einigem Ach und Weh, anziehen, und dich dann vor Merkatz, an einem noch näher zu bezeichnenden Ort, allein, für, sagen wir mal, genau 12 Min., relativ still stehend, präsentieren! Geht das jetzt so in Ordnung? Haben wir einen Deal? Haben wir den jetzt endlich, ZR? Ich frage dich hiermit: Haben wir einen Deal?“

ZR: „Haben wir… Deal!“ (Sie reichen sich die Hände, es ist abgemacht; KF telefoniert sofort mit Merkatz und teilt jenem den Abschluss der Verhandlungen, sehr erfreut, mit.

KF klappt das Handy zu und sieht ZR freundlich an) „Na, siehst du… Geht doch….“

(schaut auf die Uhr) „Musste das jetzt ganze 40 Minuten Diskussion in Anspruch nehmen? Konntest du nicht gleich, von vornherein, zusagen, in allen Punkten, bei allen Forderungen unsererseits? Nein?“

ZR: „Sorry, aber das musste sein. Ich war ja auch von Anfang an nicht sonderlich begeistert von diesem Plan. Warum in aller Welt besteht Merkatz überhaupt darauf, dass ich mich ihm in diesem NHSA zeige??“

KF: „Wa-wa-wa-waaaaaaas?“ (fällt in ein tiefes Koma, erwacht erst volle 19 Stunden später hieraus; als er mit dem Hinterkopf aufschlägt, war das sehr genau auf dem Band zu hören, durch eine Art Pock-Geräusch…)



Schlussbemerkung: Die weiteren 19 Stunden der Tonband-Protokolle lassen beim Abhören nur eine Art Rauschen vernehmen, mehr ist nicht zu hören. Das mag daher rühren, dass KF in dieser Zeit der Aufnahme komatös da lag, ohne jegliche Regung. Somit sind nur exakt 41 Minuten reine Redezeit übermittelt worden, erhalten geblieben. Ob das nun den Betrag von € 3232600 rechtfertigt? Wohl kaum! Die Meinung vieler: 41 Minuten für ca. 7 Euro Fummsich - o.k.! Alles andere ist Mumpitz, oder, wie ein aufgegriffener Zaungast meinte: „Pillepalle, Moppelkotze, jäher Fall und Doppelrotze, sprich: Humpty Dumpty Sauerkraut, wer liegt im Stroh mit meiner Braut?“ Der offensichtlich stark Alkoholisierte wurde sofort abgeführt. Im Status des Fortgeschleiften brüllte er noch: „Gnade! Nur ungern nimmt der Handelsmann statt Bargeld Stuhlgang an!“ Wir können hier nur bestätigend nicken. Auch, wenn dieses haltlose, dissoziative und peinliche Monster eine mehrjährige Haftstrafe vor sich hat, so müssen wir konstatieren: Ein weiser Mann. Wahrlich. Ich werde ihn wohl für gute 12 Sekunden im Kurzzeit-Gedächtnisspeicher behalten müssen. Irgendwie. Da... Schon wieder weg.

 

 

Übrigens: Boss Merkatz wartet noch heute darauf, als eine Art der disziplinarischen Regelvollzugsmaßnahme, Zienio Rübsam im höchst kleidsamen (?), giftgrünen, kotfreien Neopren-Herren-Surfanzug zu besichtigen. Diese Rache blieb ihm verwehrt. Und die Vorgeschichte hierzu, sicher auch äußerst interessant, ist uns leider nicht bekannt. Wir haben gute 16 Minuten recherchiert, doch leider...



Ich persönlich wüsste ja nur zu gerne, was im Vorfeld zwischen Rübsam und Merkatz passierte. Es muss sich wohl um eine ernste Verstimmung, einen ziemlich bösen Streit respektive eine despektierliche Geste des Zienio Rübsam gegenüber jenem Herrn Merkatz gehandelt haben. Tja…

Und ob die Herren Rübsam, Selthenreych und Nampelhahm noch unter den Lebenden weilen, entzieht sich gänzlich meiner Kenntnis. Es ist jedoch zu befürchten, dass ein entsetzlicher Unfall diesen großartigen Vertretern unserer Spezies ein rüdes Lebensende gesetzt hat. Friede ihrer Asche. Auf Anfrage schickte uns der Prokurist Flittykoss aus dem beschaulichen Geistenbeck ein Fax. Hier ist der exakte Wortlaut:


„Lieber Freund, zunächst einmal muss die Leiche über einen Zeitraum von gut 6 Tagen in einer Tiefkühltruhe eingefroren werden. Hernach zerteilt man sie in etwa Scheit große Stücke. Hierzu ist ein kräftiges Beil vonnöten. Durch den tiefgefrorenen Status spritzt kein Blut durch die Landschaft, wenn diese sorgfältig abgetrennten Teile nun in den Holz Schredder gegeben werden. Die hieraus resultierenden, nunmehr aufgetauten Teile werden dem Futter in einer nicht sonderlich gut bewachten Großschweinemastanlage beigemischt. Nur auf diese Art entledigt man sich der lästigen, leblosen Körper, die ja bei Auffindung belastende Elemente mit sich zu führen pflegen. Groetjes!“



the bloody end

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.11.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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