Peter Kröger

Die Kanzlerin IV. Eine Groteske.


Wir wussten es, aber wir sagten kein Wort. Halsbrecherisch vertraten wir Ansichten, an die wir nicht glaubten. Am letzten Tag überfiel Ami mich mit Lachsalven, die bitter klangen. Ich hörte sie und dachte an einen alten Schuh am Strand, die andere Seite der Medaille. Vielleicht schiene zum Abschied die Sonne, oder es regnete, oder beides, einerlei, es war ungewiss. Unsere Koffer waren gepackt, Zeugen des Untergangs, Boten des Abschieds. Der Verfall ist ein Engel, dachte ich, er wacht über uns.

Was uns ausmacht, ist geschehen, sagte Ami. Dann flüsterte sie: Wir hatten schöne Tage. Sie werden nie vergehen, dachte ich und starrte sie an. Über der Bucht kreisten Möwen.

Wir stiegen ins Taxi. Ami reichte mir die Zeitung. Ein Hasardspiel. Die Kanzlerin stand am Abgrund. Zuhause angekommen schriebe ich ihr und gelobte Treue. Dem Chauffeur gelang eine Polka. Weiter ging es, immer weiter. Wir fuhren ins Glück.

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