Alexander Vogt

Theaterstück: Lehrer, wie sie als Schüler waren.

Anspiel: Wie unsere Lehrer früher als Schüler waren.

 

Damit das Anspiel an jeder Schule funktioniert, lest es durch und überlegt, welche Lehrerin und welcher Lehrer für die jeweilige Rolle in Frage kommt und ersetzt die Buchstaben durch deren richtige Namen. Frauen- und Männerrollen sind natürlich nach Bedarf anzupassen.

 

Frau X ist X (Schleimerin)

Frau Y ist Y (Streberin)

Frau Z ist Z (Grufti/Feministin)

Herr A ist A (Lehrer des Kurses)

Herr B ist B (Rebell)

Herr C ist C (Nerd)

 

Herr A unterrichtet die Stufe 12, die SuS sitzen an ihren Tischen.

 

A: Guten Morgen, lieber Deutsch Leistungskurs.

Kurs: Guten Morgen, Herr A.

X: (flirtend) Herr A, ist das eine neue Jeans? Die steht ihnen gut.

A: (irritiert) Äh, danke Frau X.

B: Herr A, schickes Hemd haben sie da. Gibt´s das auch in hetero?

A: Also, Herr B, ich muss doch sehr bitten!

B: Alles Flax, Herr A. Aber mal ehrlich, sie waren beim Friseur!

A: Das ist richtig.

B: Den würde ich verklagen.

Y: (eifrig) Herr A, ich habe schon mein Buch und mein Heft vor mir auf dem Tisch aufgeschlagen

und bin ganz gespannt, was wir heute in Deutsch besprechen.

A: Sehr gut, Frau Y. Das freut mich.

Z: (kaut Kaugummi, lümmelt sich auf dem Stuhl herum) Y, du ekelst mich an mit deiner

Arbeitsmoral!

A: Frau Z, wie wäre es, wenn sie sich an Frau Y ein Vorbild nehmen, und ebenfalls ihre Sachen

auspacken?

Z: (hellwach) Wie bitte? (affektiert) Meine SACHEN auspacken? Sie sind die längste Zeit Lehrer

gewesen, wenn ich in meinem Feministinnen Club erzähle, was sie sich hier für sexistische

Sprüche erlauben, werden wir sie vorm Schulamt verklagen.

B: Mach mal Halblang, Z, hier will niemand sehen, wie du deine Sachen auspackst. Außerdem hast

du gar keine dabei, die du auspacken könntest. Nie gehabt.

Z: (empört) Wie bitte?

C: (verwirrt) Worum geht es hier überhaupt? Haben wir nicht jetzt Mathe?

A: Wir haben Deutsch!

Z: (zu B, sauer) Klar habe ich Brüste, du Primat.

Y: Herr A, darf ich den Text vorlesen?

A: Äh, welchen Text? Ach so, den im Buch. Äh, auf welcher Seite...?

Y: Wir sind gerade auf Seite 287 unten.

A: Sehr gut, Frau Y, dann schlagen jetzt bitte alle Seite 287 auf.

Z: (zu B, immer noch sauer). B, dein Gesicht erinnert mich ans Telefonbuch: Das möchte man

aufschlagen, zuschlagen und immer wieder nachschlagen!

C: (verwirrt, hält das Buch hoch) Wir haben im Mathebuch doch gar keine Seite 287!

A: Herr C! Wir sind hier im Deutschleistungskurs. Und was haben sie da gerade für einen

Kopfhörer im Ohr?

C: Ich höre gerade live die Schachweltmeisterschaft in Japan. Irre Spannend. Fujijama zieht gerade

den Läufer auf H 7, der Pfosten!

A: (empört) Sofort den Kopfhörer raus, Herr C, ich glaube, ich spinne!

B: Dann sind wir hier im Raum schon zu zweit.

X: (fächert kokett Luft von ihrem Hals weg) Herr A, wie gefällt ihnen mein neues Parfüm?

Z: Riecht wie´n alter Toilettenteppich. Oder bist du das, X?

A: Also, meine Damen und Herren, ich muss doch sehr bitten. Widmen wir uns jetzt dem Buch.

Y: Herr A, ich habe schon die Aufgabe fertig und führe in meinen Ausführungen Querverweise auf

das in den letzten Stunden erarbeitete Material an!

A: Bravo, Frau Y. Äh, welche Aufgabe wollte ich denn stellen?

Y: Dem logischen Aufbau ihrer Reihe nach die Aufgabe 3. Aufgabe 4 habe ich aber auch schon.

A: Äh, wie? Ja, dann, äh, lesen wir jetzt Aufgabe 3.

X: Ich finde zerstreute Männer ja so anziehend.

B: X, jetzt kann ich auch dein Parfüm riechen. Heißt „Sankt Pauli“, gell?

C: Heißt so nicht die Rotlicht Meile im Hamburg. Aber wieso sollte man ein Parfüm so nennen?

Ach so, du meinst, dass das Parfüm von X so riecht, wie es in Sankt Pauli überall riecht. Aber

damit sagst du ja, dass X eine...

B: C, halt die Klappe. Witze erklärt man nicht!

C: Apropos Witz: „Ist eine Menge, die definiert ist als Menge aller Mengen, die sich nicht selbst

enthalten, in sich selbst enthalten?“ (lacht) Ahahaha!

B: Also, den musst du mir jetzt erklären!

C: Quod erat demonstrandum, B! Ahahaha!

A: Äh, den Witz und in wieweit Herrn Bs Bemerkung zur Erläuterung beiträgt habe ich jetzt zwar

nicht verstanden, aber ich bin ja auch Deutschlehrer.

X: Ein sehr guter, übrigens.

Z: Ich glaub, mir wird schlecht! X, echt jetzt? Wegen Frauen wir dir verdienen wir im Schnitt

immer noch weniger als die Kerle und sitzen seltener in Führungspositionen.

B: Wer ist wir? Z, was arbeitest du denn? Kinderschreck in der Geisterbahn?

Y: Herr A, dürfte ich in der nächsten Stunde ein Referat halten? Mit Powerpoint und Handout

selbstverständlich!

A: Äh, sicher, Frau Y. Sie haben bestimmt auch schon ein passendes Thema!?

Y: (erstaunt) Woher wissen sie das?

A: Nennen wir es männliche Intuition.

Z: Das ich nicht lache! Euch Y-Chromosomen Trägern geht doch jegliche Intuition ab!

B: Z, die Polizei hat angerufen. Ob du die Kaution stellst, weil deine Mutter bei Kick geklaut hat.

Z: B, deine Mutter, äh, ich meine: Dein Vater sitzt auf dem Fernsehen und schaut Sofa!

A: (beschwichtigend) Herrschaften! Ruhe bitte!

Z: (verschränkt die Arme) Ich fühle mich nicht angesprochen, der generische Maskulin betrifft

mich nicht.

A: (versucht es erneut) Ladys!

B: Das betrifft dich auch nicht.

Lautsprecher Durchsage: Achtung, eine wichtige Mitteilung: In der Schulmensa ist die Kleie

ausgegangen.

A: Na toll! Unter diesen Umständen sehe ich mich nicht weiter in der Lage, heute zu unterrichten.

Ihr könnt alle nach Hause gehen. Was ist das hier eigentlich für ein Tollhaus?

 

Fin.

 

Von Alexander Vogt

21.11.2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 22.11.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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