Christa Astl

Reiseimpressionen: Bahnfahrt von Wörgl nach Salzburg


 

An einem hochnebeligen Novembertag nach 8 Uhr von Wörgl gestartet, braune Wiesen und Felder im Tal.

(Westendorf) Eintauchen in ein Wintermärchen, Wiesen und Felder sind weiß, über dem Schwarzsee tanzen die Nebelfeen.

(Hochfilzen) Eine Postkarten-Winterlandschaft, alles mit etwa 10 cm Schnee bedeckt, kein Gras schaut mehr heraus. Sogar die Straßen sind weiß, von Mensch und Technik unberührt. Zarte Spuren hungrigen Wildes führen bis fast in die Dörfer. Schneestaub vom fahrenden Zug bricht sich regenbogenfarbig im Leuchten der Sonne.

(Leogang) Weiter geht die Fahrt, der Zug fährt wie tastend durch dichten Nebel. Die sonnseitigen Hänge sind hier wieder schneefrei. Die kurvenreiche Strecke führt nun am Hang entlang, tief unten rechts liegen Orte und einzelne Gehöfte. Hochnebel verdeckt die hohen „Steinberge“. Ein Sonnenstreifen am Horizont kämpft sich durch dunkelgrauen Nebel. Nur kurz gelingt es der Sonne, ihre blasse Scheibe durchzuschieben.

(Zell am See, 9:15 Uhr) Nach der nächsten Kurve wird das Tal plötzlich weit, aller Nebel löst sich auf, strahlendblauer Himmel überspannt die Landschaft. Nur über dem See sammelt er sich, verbirgt das gegenüber liegende Ufer. Ein schnee-bedeckter Uferweg unter raureifüberzogenen Bäumen würde zu einem Spaziergang einladen, leider bleibt der Zug nicht so lange stehen. Das andere Ufer verliert sich im Nebel, dahinter leuchten die Spitzen der weißen Berge. Und wieder zieht feiner Glanzstaub am Fenster vorbei.

(Bruck/Fusch) Im Schatten noch immer Schnee, sogar auf der Sonnseite hält sich noch der Reif.

(Gries) Jetzt sind nur noch die Bäume im Schatten raureifüberzogen, während es in der Sonne angenehm zu sein scheint.

(Taxenbach-Rauris) Nun ändert sich die Landschaft. Die Strecke wird kurvenreich, schlängelt sich am Hang, führt durch zahlreiche Tunnels, ab Zell am See begleitet uns die blaugrüne Salzach.

Lend, ein Industrieort, liegt ganz im Schatten, unwirtlich und kalt.

Bei Schwarzach-St. Veit überquert der Zug den Fluss, windet sich nun an der anderen Seite des engen Tales. Jetzt liegt nur noch etwas Schnee im Schatten.
Kurz darauf (St. Johann im Pongau) verschwindet er ganz. (fast 10 Uhr)
(Bischofshofen) Eine hohe schneebedeckte Berggruppe taucht rechts vom Ort auf, ist es die „Bischofsmütze“? Jetzt ist das bereits sonnige Tal wieder grün. Die Salzach ist ab Schwarzach in ein künstliches Bett geleitet, oder ist sie gestaut? Erst nach dem hübschen Ort Werfen mit seiner Burg hoch oben sind ihre Ufer wieder frei von einengenden Mauern.

Das Tal ist nun sehr eng, die Sonne erreicht kaum den Talgrund, oben sieht man einen schmalen Streifen blauen Himmels. Links und rechts schroffe Höhen, nur der Fluss, eine Straße und die Bahntrasse haben Platz.

Nach Golling-Abtenau weichen die Berge immer weiter zurück, ab Kuchl steht der Winter schon weit in den Bergen (um 10:30 Uhr)

Bad Vigaun sehe ich am Fenster vorbeiziehen, dann macht der Zug noch in Hallein Halt.

Die nächsten Stationen gehören schon zum Stadtgebiet von Salzburg, das mich milder Sonne empfängt.

 

ChA 17.11.16

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.11.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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