Wolfgang Hengstmann

Don Luigis Geheimnis

 

Don Luigis Salame erfreuen sich großer Beliebtheit. Was ist nur ihr Geheimnis, die spezielle Zutat, die sie so unwiderstehlich macht?


Don Luigis Geheimnis – Wer versagt, ist verloren

Entsetzen spiegelt sich in Paolos Augen, als er wach wurde.. Er lag gefesselt und geknebelt splitternackt auf einem rauen Steintisch. 
Er erinnerte sich dumpf an den vergangenen Abend. Don Luigi war sehr freundlich zu ihm gewesen, trotz des Verlustes, den er, Paolo, zu verantworten hatte. Don Luigi bot ihm sogar noch einen Likör an. Dann verschwamm seine Erinnerung. Trotz seiner mißlichen Lage war er erleichtert, Don Luigi hatte ihn nicht umbringen lassen, noch nicht. Vielleicht konnte er sich mit einem Lösegeld befreien. 
Paolo versuchte den Kopf zu bewegen. Er war nackt und ihm fröstelte. Der Raum sah aus wie ein Unterschlupf der Schafhirten, die durch die Macchia streiften. Er hörte draußen die Schafe blöken. Aber es war kein Stall, nicht mit diesem großen, kalten Steintisch. Siedendheiß fiel ihm ein, das konnte nur die Hütte sein, in der die Hirten ihre Schafe schlachteten. Neben dem großen Kessel an der gegenüber liegenden Wand war Feuerholz aufgeschlichtet und die Messer am Wandregal blitzten und blinkten.
Hier würde ihn niemand finden. Die Hirten gehorchten der Omerta und würden sich nie in Don Luigis Angelegenheiten mischen. Von ihnen konnte er keine Hilfe erwarten. Er versuchte sich von den Fesseln und vom Knebel zu befreien, aber der, der ihn gefesselt hatte, verstand sein Handwerk. Seine Hände fühlten sich taub an, ebenso seine Füsse. Sie waren eiskalt und wurden nicht mehr richtig durchblutet. Die Kälte breitete sich in seinem Körper aus. Plötzlich hörte er Stimmen, Frauenstimmen. Endlich Hilfe, vielleicht Wanderer, die die Gegend durchstreiften. Wie sollte er sich bemerkbar machen? Doch da kamen die Frauen auch schon in die Hütte. Paolo schloß erleichtert die Augen, sie würden ihm helfen. Bald war seine Qual vorbei.
Doch was war das? Die beiden Frauen machten keine Anstalten ihn zu befreien. Paolo traute seinen Augen nicht, sie zogen sich vor seinen Augen aus, nackt, bis auf einen winzigen Slip. 
Während die Eine das Feuer unter dem Kessel entfachte, griff die Rothaarige nach einem langen, scharfen Messer und kam auf ihn zu. Er verspürte einen Stich ins Gesäß. Am Rande seines Blickfeldes sah er, wie eine Hand die Nadel der Spritze wieder aus seinem Fleisch herauszog.

„Gleich wirst du nichts mehr spüren“, die Rothaarige lächelte ihn an. „Don Luigi braucht mal wieder die spezielle Zutat, die seine Salame so berühmt gemacht haben. Du verstehst?“

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Ein paar Tage später standen die Menschen Schlange vor Don Luigis Macelleria. Die Salame, die Steaks und die diversen Bratenstücke sahen aber auch wirklich frisch und lecker aus.
 

Don Luigi entsorgt unliebsame Schnüffler im Auftrag
der Mafia. Ihre Körper landen in seiner Wurstküche.
Ihr Fleisch verkauft er in seiner Metzgerei. das
Geschäft ist lukrativ
Wolfgang Hengstmann, Anmerkung zur Geschichte

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