Helga Eberle

Der Grüne Fisch



Der Grüne Fisch
Eine märchenhafte Geschichte von Helga Eberle


Er steckt vom Kopf bis zu den Füßen in der Röhre. Ein Unsichtbarer schraubt sie immer enger. Maschinengedröhne und schauerliches Gelächter dringt bis zu seinen Ohren. Vor Angst bricht ihm der Schweiß aus. Dabei ist ihm so kalt, wie in einem Eisblock. „Ich bin verloren, jetzt hat mich das Ungeheuer erwischt“ denkt Christian. Sein gellender Schrei dringt durch das Zimmer der Station vier im Kinderkrankenhaus. „Bin ihm wieder mal entkommen“, träumt er nun mit wachen Augen weiter.

Christian ist krank. Wie lange schon? Es war so ungefähr um die Weihnachtszeit vor einem Jahr. Da fing es an mit diesem Übelgefühl.
Bald darauf ging es los mit dem nicht mehr richtig laufen können. War das der Anfang von dem Ende? Würde er nun immer im Rollstuhl sitzen müssen?
Christian hat heute einen schlechten Tag. Da kommen manchmal Gedanken die ihn weit in die Vergangenheit aber auch die Zukunft führen. Was für eine Zukunft? Er ist nicht der einzige Junge im Rollstuhl. Da sitzt Roland, dort sitzt Annette und im Flur flitzt der kleine Marco. Warum ist er gerade heute so traurig? Weihnachten ist vorbei. Aber das ist nicht der Grund. Seine Mutter war gestern bei ihm, wie so oft. Also auch er hatte Besuch und Geschenke, genug. Dort steht noch der große Christbaum und in zwei Tagen ist Silvester. Ist doch eine schöne Zeit. Ja, aber alles anders wie früher. Und er fühlt sich gefangen in seiner Krankheit. Da stößt Marco mit dem Rollstuhl an ihn.
Willst Du nicht eine Runde mit mir drehen?
Wohin?Ist doch immer dasselbe.
Marco zwinkert und das wirkt komisch, so dass Christian über den Kleinen lachen muss. Was hast Du vor?
Geheimnisvoll kommt es von Marco: „den grünen Fisch will ich Dir zeigen.“
Christian wird neugierig: „machst Du Witze? wo soll da ein Fisch sein?“
Marco streckt Christian seine Hand rüber und sie fahren eine Stück nebeneinander Hand in Hand.
Was für eine Überraschung: in einer Nische der Halle
des Krankenhauses steht ein großes Aquarium. im grünlichen Wasser mit vielen Pflanzen schimmert es in dunklen Farben und kleine runde Bläschen steigen nach oben.
„Schau mal sagt der Kleine verzückt , schau nur, da
drin schwimmt er,der grüne Fisch. Wenn das kein Wunder ist Christian, vor zwei Nächten habe ich von dem Kerl geträumt. Dann habe ich es meiner Tante Emmi erzählt und die hat mich ausgelacht. Also vom Christkind ist der nicht gekommen. Tante Emmi hat mir heute am Telefon gesagt: Träume können in Erfüllung gehen.“
Der Kleine ist ganz außer sich und reisst vor Begeisterung am Ärmel von Christian. „Siehst Du, wie schön er grün leuchtet? Wenn man mit dem Finger an das Glas stippt, kommt er und küsst Dich.“
Christian berührt das Glas und schaut dem grünen Fisch tief in die Augen. Sie reden lautlos miteinander.
Der grüne Fisch: „Hey Christian, bin froh, daß Du mich besuchst. Ist so langweilig da drin. Meine Freunde mußte ich alle zurücklassen. Das ist schwer für mich.“
Christian versteht ihn und tröstet: „Nur keine Sorge, hier drin im Krankenhaus gibt es viele von Deiner Sorte - ich meine, die ihre Freunde zurücklassen mußten. Wir aber kümmern uns umeinander. Einer hilft dem anderen. Auch Du bist jetzt einer von uns, ein ganz besonderer. Du wirst sehen, wie Du uns durch dein Dasein Freude machst. Du gehörst jetzt zu uns.“
Christian bekräftigt dies indem er dem grünen Fisch durchs Glas einen Kuß gibt.
Der grüne Fisch bekommt vor Freude Tränen in seine Fischaugen und schlägt aufgeregt hintereinander mit der Schwanzflosse. Dann blubbert er fröhlich ein Fischlied vor sich hin und kurvt seine Runden
Christian versteht und ist froh, dass er den grünen Fisch zum singen gebracht hat.
Komm sagt er zu Marco: aber jetzt machen wir eine Rally: und ab geht die Post. Sie sausen über die Station, so dass der Stationshilfe vor Schreck fast das Tablett aus der Hand fällt. „Treibt es nicht so toll ihr zwei,“ ruft sie ihnen nach.

Doch sie sind schon um die Ecke verschwunden und lachen, die zwei Lausbuben. Das sind sie geblieben, auch in ihrer Krankheit, zum Glück!

29.12.
Der grüne Fisch ist allein. Er hat Heimweh nach Blackmolly: „Mein Zuhause das Aquarium in der Klinikhalle ist nicht groß, aber immerhin kann ich darin kleine und große Runden drehen ohne dass ich anstoße.
Na ja, man hat halt nie alles. Früher war ich in einem riesigen Aquarium mit hunderten von kleinen und großen Fischen zusammen. Das war auch nicht immer die reinste Freude. Wenn ich nur an den eingebildeten Barsch denke. Nein, mit dem habe ich jetzt nichts mehr zu tun. Darüber bin ich froh. Wann immer der konnte, hat er mir mit seiner Schwanzflosse in den Bauch geschlagen. Dagegen war der Schwertträger friedlich. Nur wenn er gerade um ein Weibchen Werbung machte, musste man ihm aus dem Weg gehen. Lustig dagegen waren die vielen Goldfische. Die waren immer für kleine Späßchen zu haben. Sie waren eben die Goldkinder. Auch die Menschen haben offensichtlich an ihnen den Narren gefressen. Befreundet war ich jedoch mit einem besonderen Fisch und das war die Blackmolly. Oh war sie schön, sie hatte orangene Streifen. Wir hingen fast immer zusammen. Ob ich Blackmolly mal wieder sehe? Sehnsüchtig schaut der grüne Fisch in die Halle.

Da kommt ein dunkelhaarig bezopftes Mädchen an der Hand einer Pflegerin herein gehumpelt. Neugierig schaut sie in das Aquarium.
„Siehst Du, sagt sie zu der Pflegerin, „Marco hat recht, hier drin ist ein großer grüner Fisch. Christian hat mir erzählt, dass der sogar reden kann.“
Die Pflegerin lächelt: und das hast Du geglaubt?
Ronja zögert nicht: „ja, warum denn nicht?“
„Christian hat gesagt, es sei ein Wunder geschehen.“
Zweifelnd kommt es zurück:„So, so , ein Wunder.
An so etwas glaubst Du noch?“
Ronja empört: „Ich weiß das schon immer, dass gerade in der Weihnachtszeit Wunder auf der ganzen Welt geschehen.“
„Woher weißt du das?“ „Von meiner Oma und die muss es ja wissen. Sie ist schon alt, schätze so 50 Jahre lebt sie schon.“
Ronja geht ganz nah an das Aquarium und klopft vorsichtig an das Glas. Sofort schwimmt der grüne Fisch dicht heran. Sie schauen sich in die Augen und Ronja versucht einen kleinen Kuss an das Glas zu drücken. Dann rückt sie etwas ab und mit prüfendem Blick auf den Fisch bestätigt sie:
„Siehst Du, er hat mir auch einen Kuss gegeben, noch ist sein Mäulchen am Glas.“
Sie geht wieder dicht zu dem Fisch und flüstert:
„Du, ich muß Dir was Wichtiges erzählen, aber das geht nur, wenn wir allein sind. Du hast mich verstanden?“
Der grüne Fisch klappt ein Auge zu und wieder auf und wieder zu und wieder auf.
Ronja ist zufrieden, er hat mich verstanden.
An der Hand der Pflegerin im Weggehen ruft sie in Richtung Aquarium:
„Morgen komme ich wieder.“

30.12.
Auf der Pflegestation kommen die Kinder zusammen und es gibt heute nur ein Thema: morgen ist Silvester. Was wird da alles passieren? Sicher gibt es wieder ein großes Feuerwerk. Die meisten der Kinder freuen sich darauf.

Wenn das alte Jahr zu Ende geht, wird auch in der Kinderklinik gefeiert. Die Kinder sind schon aufgeregt. Viele Eltern haben ihren Besuch angesagt. Der Zivi Klaus hat sogar seine Gitarre gebracht.Er sitzt lässig da. Ab und zu zupft er ein wenig an den Saiten, das klingt warm und schön.
Ronja sitzt auch im Rollstuhl. Sie blättert unlustig in einem Buch. Ab und zu schaut sie suchend raus in den Garten. Nein, zu ihr kommt niemand. Sie setzt den Rollstuhl in Bewegung und umfährt elegant eine Gruppe spielender Kinder. Sie rollt in die belebte Halle. Stimmengewirr dringt ihr entgegen. Ärzte und Pflegepersonal gemischt mit Eltern und Kinder unterhalten sich hier miteinander. Sie machen einen Weg für Ronja frei, so daß sie mühelos das Aquarium erreicht. Hier ist sie nun Auge in Auge mit dem grünen Fisch, der sich leicht hin und her bewegt. Ronja beugt sich vor und drückt heimlich ihren Mund an das Glas. Dann flüstert sie: Siehst Du die vielen Menschen, fast alle haben Besuch, ich nie. Das ist es, was ich Dir gestern schon sagen wollte. „Glaube mir, ich bin so traurig, wie kein Mensch auf der Welt, weil ich keine Mutter habe. Einen Vater habe ich, doch der muß immer arbeiten.“
Sie macht eine Pause und wirft den Kopf zurück. Schaut nach hinten und nähert sich wieder dem Fisch: „den anderen, den Kindern, habe ich erzählt, dass meine Eltern in Australien leben. Verstehst Du? Die wissen überhaupt nichts, garnichts!“
Dann energisch: „Ich will auf keinen Fall, dass jemand merkt, wie traurig ich bin. Vielleicht mögen sie mich dann nicht mehr, weil doch jeder da drin genug mit sich zu tun hat.Und Traurigkeit ist ansteckend, das wirst Du schon noch merken.
Das wär es dann grüner Fisch, Du verstehst mich, ja?“ Ronja schaut ihn erwartungsvoll an. Der grüne Fisch ist in unveränderter schaukelnder Bewegung.
Ronja tippt an das Glas, „na, sag schon was?
Sie wartet ein Weilchen, doch sie hört nichts.
Ein wenig enttäuscht: „Hast Du heute einen schlechten Tag? Oder kannst Du gar nicht sprechen? Heißt es nicht: stumm wie ein Fisch?“

Sie fährt nachdenklich zurück zur Station.
Dort überfällt sie Christian mit den Worten:
„Du, der grüne Fisch kann gar nicht sprechen, das hast Du nur geträumt. Aber er kann so gut zuhören,
das ist vielleicht noch wichtiger.“
Christian hört ihr aufmerksam zu. Es ist wird ihm bewußt, daß Ronja zu einem Teil recht hat.
Will der grüne Fisch nur mit ihm reden?
Christian muss das genau wissen. Sobald er kann, wird er den grünen Fisch besuchen. Jetzt gleich geht es nicht, denn der kleine Marco hat wieder einmal etwas vor. Er zieht zappelig an Christian herum
„Du morgen wird hier etwas passieren, dafür werde ich sorgen!“ „Um Gotteswillen Marco, was soll denn das sein?“ fährt in Christian an.
„Na, was macht man an Silvester? es wird knallen und zwar hier drin.“
Christian wird böse: „Du spinnst, mache nur keine Sachen.“Marco grinst über sein Kindergesicht und verzieht sich Richtung Zimmer. Sein großer Bruder Tom hat nämlich Tischfeuerwerk für die Silvesterfeier auf der Station gebracht. Eigentlich hat er es für das Pflegepersonal hingelegt. Aber Marco war schneller. Ein Feuerzeug hat er mal von einem der Tischchen draußen in der Halle mitgenommen. Nun will er der große Mann des Tages werden, einmal wenigstens. Sonst ist er immer nur der Kleine. Er lacht in sich hinein:
„Morgen um Mitternacht werde ich das loslassen, das wird eine Freude geben für alle. Ich kann es kaum erwarten. Sicherheitshalber werde ich mal eine kleine Rakete gleich ausprobieren.“
Er macht geübt das Feuerzeug an. Das Feuer wird an den Zünder der Rakete gelegt. Brennt es wirklich? Bevor Marco seine Hand weggezogen hat, gibt es einen Knall und Fetzen fliegen über das Bett. Marco schreit laut. Schon steht das Zimmer voll mit Rauch und dem Pflegepersonal. Marco ist verletzt, doch er hat noch Glück. Nur seine rechte Hand hat eine große Brandwunde. Sein Gesicht ist schwarz, aber unversehrt. Er wird leise weinend in die Ambulanz geschoben und dort ärztlich versorgt.
Als er auf die Station zurückkommt, liegen alle
schon im Bett.
Der Stationsärztin mitleidig: „Ja lieber Marco, Dein Silvesterfeuerwerk hast Du heute vorab selbst übernommen. Eigentlich kannst Du morgen Nacht ruhig schlafen und das grosse Feuerwerk dir sparen. Wir denken darüber nach. Gute Nacht!“
Marco ist müde aber auch noch trotzig: „das sage ich morgen dem grünen Fisch“.
Er wird mich verstehen.

31. Dezember
Heute ist Silvester. Den ganzen Morgen schon knallt es draußen immer wieder, und manche Rakete ist schon vorzeitig in den Himmel geflogen.
Christian macht sich Gedanken um die Tiere im Freien. Mit seiner Mutter hat er schon darüber geredet und sie hat versprochen, dass Rudi seine
Lieblingskatze und Dusty sein Hundchen bis die
Schießerei aufhört, eingeschlossen werden. Die Tiere wissen ja nicht was los ist, erklärt Mutter. Wenn ich an die armen Vögel draußen denke. Wie werden sie erschrecken. Für die Tiere ist die Böllerei nämlich Horror. Außerdem denkt da eigentlich niemand an die Luftverschutzung? Was könnte man mit den Millionen Euro, die in die Luft geschossen werden, gutes für die Armen tun.
Christian ist besorgt um den grünen Fisch.
Oh je, was machen wir denn da? Obwohl heute niemand mehr von der Station weg soll,schafft er es heimlich mit dem Rollstuhl in die Halle zu
fahren.
Er redet mit dem Fisch und erklärt ihm, was morgen Nacht passieren wird. Da kommt die junge Pflegerin Betty vorbei und wundert sich,
„Was machst denn du noch hier?“Christian erklärt das Problem. „Mach Dir keine Sorgen“, meint Betty, „ich habe zu Hause auch ein Aquarium. Da weiß ich Bescheid. Ich hole eine große Decke und lege die mal vorsichtshalber über den armen Fisch. Du hast recht, die Menschen sind gedankenlos. Sie denken viel zu wenig an die Tiere. Aber jetzt ab und schnell zur Station zurück.“
Christian ist beruhigt und kehrt um.
Auf der Station ist alles gerichtet für einen besonderen Spieleabend und alle warten schon auf ihn.
Marco mit eingebundener Hand blinzelt wieder in seiner unwiderstehlich komischen Weise:“Gibt es was Neues vom Grünen Fisch?“
Da kann Christian nur noch lachen, der kleine Knirps hat ihn durchschaut.
Zivi Klaus sitzt bei Ronja und legt ihr die Gitarre in den Schoß.
„So, meine Liebe, jetzt wollen wir mal zusammen etwas spielen.“Er nimmt ihre Hände in die seinen und sie fangen an ein Weihnachtslied zu spielen.
Ronja ist begeistert „Glaubst Du, das könnte ich lernen?“Zivi Klaus: „wenn man will, kann man fast alles. Was ist? Willst Du?“
Ronja: „Nichts lieber, das wollte ich schon immer, weil...“ Zivi Klaus: „Weil? was?“
Ronja: „Mein Vater spielt auch Gitarre.“
Zivi Klaus: „Na, dem werden wir es zeigen, ab heute bekommst Du von mir Unterricht.“
Ronja ist glücklich. Ein Gefühl, wie sie es fast
vergessen hatte. Sie wird Gitarre spielen lernen.
Die Stationsärztin kommt herein und bittet Christian zu sich.“Setz Dich ein wenig zu mir und höre gut zu:
„Deine Mutter kann heute und morgen nicht kommen, aber ihr könnt ja telefonieren. Sie ist ausgerutscht und kann ein paar Tage nicht gehen.
Dafür kommt jetzt die bessere Botschaft: Junge, Dein Blutbild sieht sehr gut aus. Noch eine Überprüfung ist nötig. Doch ich denke, dass Du in 14 Tagen nach Hause kannst. Gratuliere! Was sagst Du dazu?“
Christian ist überrascht. Er kann das nicht verstehen. Noch vor 4 Wochen hieß es doch was ganz anderes. Deshalb frägt er misstrauisch: „So, so, ich kann nach Hause und der Rollstuhl? Wir wohnen im 4. Stockwerk ohne Aufzug!“
Die Ärztin lächelt: „Christian erwarte doch nicht gleich ein ein Wunder. Den Rollstuhl brauchst Du - vorläufig noch. Wie lange weiß ich auch nicht. Aber das wird.“
Christian ist außer sich: „natürlich erwarte ich ein Wunder. Ich will nicht heim gefahren werden, sondern ich will gehen. Nein, nein, dann bleibe ich lieber hier.“
Er flieht mit seinem Rollstuhl raus in Richtung Halle.
In seiner Verzweiflung redet er laut mit dem grünen Fisch: „Du bist doch so ein Wunder-Fisch ich bitte dich, lass für mich ein Wunder geschehen. Ich will doch unbedingt wieder Fußball spielen. Dort sind meine alten Freunde. Du weißt doch wie das ist, das Eingesperrtsein. Du kannst ja aus Deinem Aquarium nie mehr raus - da musst Du dich mit abfinden. Aber ich muss aus diesem verdammten Rollstuhl raus. So will ich nicht leben.“
Der grüne Fisch schaut Christian tiefsinnig an. Dann spricht er zu ihm: „Christian, mein Freund, natürlich musst Du aus dem Rollstuhl wieder raus. Versuche es doch!“
Christian verdutzt: wie soll ich das, einfach
aufstehen, einfach davonlaufen?“
Der grüne Fisch: „ja, Du stehst jetzt auf, glaube mir es geht.“Christian versucht aufzustehen, es ist schwer und zunächst ist es als würde ihn ein Zentnergewicht zurückziehen. Doch er schafft es.
Der grüne Fisch feuert ihn an: „und jetzt Schritt für Schritt ...gehe!“ Christian geht um den Rollstuhl und fängt an diesen wegzuschieben. Er ist außer sich vor Freude, denn er kann es fast nicht glauben. Er ruft dem Fisch zu: „es klappt wirklich, ich kann gehen. Danke, im neuen Jahr besuche ich Dich wieder.“

Als Christian den Rollstuhl schiebend in der Station eintrifft, sind alle verblüfft.
Schwester Betty ruft: „Was ist jetzt los, unser Christian kann ja wieder laufen. Ist da ein Wunder geschehen?“
Christian lachend und glücklich: Ja, ein Wunder ist geschehen, ich habe es schon immer daran geglaubt. Der grüne Fisch hat mir dabei geholfen. Meint ihr nicht auch, dass wir ihm die Freiheit geben sollten? Er wünscht sich doch so sehr wieder zurück in sein großes Aquarium?

Das wurde ein wunderschönes Silvesterfest und das Feuerwerk war der Höhepunkt des Tages.
Als Christian am ersten Tag des neuen Jahres dem grünen Fisch nochmal danke sagen will, war das Aquarium weg. Dafür liegt später ein Brief in grünem Umschlag auf seinem Bett:
lieber Christian ich bin wieder glücklich mit meiner Blackmolly. Sie ist die Schönste von allen. Aber wir zwei, Du und ich bleiben Freunde für immer.

Für Christian ist damit seine kleine Welt wieder in Ordnung. Er setzt langsam seine Beine in Bewegung.
Das neue Jahr hat gut angefangen.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 06.12.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Die Autorin:

Buch von Helga Eberle:

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Die Hosentaschenfrau: Historisch-biografischer Roman von Helga Eberle



Das kleine Mädchen Katie klettert die drei Stockwerke hoch und schaut erstaunt zu dem großen Küchenfenster hoch. Ihre Mutter schilt sie: Du rennst mir immer weg, man sollte dich anbinden!
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