Christiane Mielck-Retzdorff

Die Töchter der Elemente

Dieses ist der Beginn des ersten Teils meines Fantasie-Romans „Die Töchter der Elemente“.

 

 

 

Prolog

 

Etug, das Böse, Zerstörerische, kehrte schleichend auf die Planetin Giaium zurück und verbreitete Missgunst, Gier und Gewalt. Seine Opfer fand es bei den sterblichen Mapas, die sich nun gegenseitig bekämpften und mordeten. Das friedliche Miteinander war gebrochen, Familien zerfielen und Gruppen bildeten sich, die gegeneinander einen erbitterten Kampf um Macht und Besitz führten.

Giaium, die Mutter allen Lebens, hatte ihren vielfältigen Bewohnern eine Heimat voller Überfluss geschenkt, wo niemand Hunger leiden musste, Wälder Schutz boten, Flüsse mit klarem Wasser erfrischten und Wiesen voller Blumen die Luft mit lieblichen Düften erfüllten. Doch nun sah sie sich bedroht und musste handeln. Sie musste versuchen, Etug zu vertreiben, auszurotten, was vor langer Zeit schon einmal gelungen war. Aber damals hatte sie Hilfe gehabt und der Preis war sehr hoch gewesen.

Und so machte sich Giaiums Tochter, die mächtige Magierin Amalaswinta, [JB1] auf zu dem unsterblichen Hüter der Weisheit und des Wissens, Balising[JB2] , und berichtete ihm, was Giaium vorhatte: [JB3] „Meister des Wissens, Etug hat an Einfluss gewonnen und Giaium wird sich wehren. Vielleicht habe ich zu lange gezögert, vielleicht hätte ich dem Treiben der Mapas Einhalt bieten müssen, aber wie du weißt, hätte das die vollständige Ausrottung ihrer Art bedeutet. Doch viele von ihnen sind gütige, liebevolle Wesen und etliche bekämpfen sogar Etug, nur haben sie selten eine Chance gegen die hinterhältige Brutalität ihrer im Bösen verirrten Artgenossen.[JB4] Und es scheint auch so, als würde Etug ständig neue Energie aus dem Weltall erhalten[JB5] . Ich bin nicht so stark wie mein Vater Zlemar und kann nur versuchen, Giaium vor äußeren Einflüssen zu schützen. Ja, und wäre mein Bruder noch hier, dann könnten wir sicher Etug gemeinsam Einhalt gebieten, aber alleine bin ich noch zu schwach.

Giaium wird deshalb aus ihrem Innersten wütendes Feuer speien, die Sonne verdunkeln und sich mit einem Panzer aus Eis überziehen, in dem alles Leben erstirbt. Ich werde versuchen, einige Mapas, denen ich vertraue, zu retten, indem ich ihnen schützende Höhlen zeige. So werden vielleicht die Stärksten von ihnen überleben. Mehr kann ich für die Sterblichen nicht tun. Ich werde mich ganz auf den Schutz Giaiums vor den Verbündeten Etugs aus dem Weltall konzentrieren, auch wenn ich fürchten muss, dabei alle meine Kräfte zu verlieren. Wir haben keine andere Chance.

Allerdings möchte ich als Ausdruck meiner Hoffnung etwas hinterlassen. Und so habe ich mich mit dem Geist der Luft, dem Geist des Wassers, dem Geist der Erde und dem Geist des Feuers verbunden und vier Töchtern das Leben geschenkt. Nun bitte ich dich, mit ihnen an jenen unterirdischen Ort zu ziehen, an dem schon mein Bruder und ich geboren wurden und den nur Giaium und ich kennen. Ziehe sie dort mit deiner Liebe und deiner Weisheit auf, bis der magische Wasserfall dir weist, an die Oberfläche zurückzukehren.“

Balising nickte mit schwerem Herzen.

Amalaswinta führte ihn nun an den Fuß eines Berges, dessen Felsen sich plötzlich teilten und heraus kroch ein drei Meter langes, wurmförmiges Wesen mit langen Haaren, das Balising beinahe bis zur Schulter reichte. „Ein Yenep“, bemerkte er erstaunt, denn obwohl er von diesen Wesen bereits gehört hatte, war ihm noch nie eines unter die Augen gekommen. Ihre Haare waren sowohl Füße als auch als Arme, konnten sich in Stacheln oder Schuppen verwandeln oder waren weich wie Seide, doch in jedem Fall unverwüstlich.[JB6]

„Nur er kennt den Weg und wird euch hinab bringen“, sagte Amalaswinta mit einem Blick auf den Yenep. Dann murmelte sie einige Worte und schon sah Balising vier Babykörbchen auf dem Rücken des Yeneps, in denen die schlafenden Mädchen lagen, jedes mit einem Flocki[JB7] im Arm.

Der Abstieg begann.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 09.12.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Die Töchter der Elemente: Teil 1 - Der Aufbruch von Christiane Mielck-Retzdorff



Der Fantasie-Roman „Die Töchter der Elemente“ handelt von den Erlebnissen der vier jungen Magierinnen auf einer fernen Planetin. Die jungen Frauen müssen sich nach Jahren der Isolation zwischen den menschenähnlichen Mapas und anderen Wesen erst zurecht finden. Doch das Böse greift nach ihnen und ihren neuen Freunden. Sie müssen ihre Kräfte bündeln, um das Böse zu vertreiben. Das wird ein Abenteuer voller Gefahren, Herausforderungen und verwirrten Gefühlen.

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