Margitta Lange

Kater Peter

Peter, ein kleiner schwarzer Kater lebte im Schwarzwald auf einem Bauernhof bis zu dem Tag, als mein Opa, der Uropa von meinem Sohn (6 Jahre alt) Urlaub bei meinem Vater im Schwarzwald machten. Sie brachten Peter in einem Karton mit. Während der Zugfahrt wurde dieser geöffnet. Der kleine Kater nahm die Gelegenheit wahr und nahm Reißaus.
Uropa (84) spurtete unter dem Gelächter der Mitreisenden hinterher. Schließlich gelang es ihm den kleinen Ausreißer wieder einzufangen. Von dem Familienzuwachs wurde ich vorher nicht unterrichtet. Man wollt mich überraschen.
Das ist ihnen gelungen! Ich war sprachlos!

Zu dieser Zeit hatten wir schon jahrelang einen Vogel, einen "echten". Er hieß Pucki und war ein ziemlich sprachbegabter Wellensittich. Sein Lieblingssatz: "Lieber süßer Pucki". Er war es gewohnt frei durch die Wohnung zu fliegen und liebte es auf meiner Schulter zu sitzen, wenn ich staubsaugte. Vorbei war es mit seiner Freiheit!
Peter unser neues Familienmitglied, den ich gleich in mein Herz schloss, machte ihm das Leben schwer. Eine Freundin
nahm Pucki und schenkte ihm eine neues, liebevolles Zuhause mit Freiflug! Sie brachte ihm das Lied bei: "Du bist verrückt mein Kind... .Wenn wir ihn besuchten, pfiff er es voller Hingabe.
Peter unterhielt uns mit seinen Streichen prächtig. So verschwanden, die noch eingepackten Bratwürste (meine Schuld) ließ sie auf dem Tisch liegen, nein er hat sie nicht gefressen. Er kämpfte mit ihnen im Bett! Vollführte tollkühne Sprünge. Zerlegte die Würste und die Füllung befand sich verstreut ,auf der damals modernen Tagesdecke mit Volant. Von der Obsttorte fehlt der Tortenguss. Genüsslich putzte er sich. Der Hochlehnsessel wurde zu seinem Kratz- und Kletterbaum. So konnte es nicht weitergehen. Wir wohnten damals mitten in Frankfurt/M. Ein Katzengeschirr mit langer Laufleine wurde gekauft. Ein Schrebergarten gepachtet. So kam unser Liebling zu etwas Bewegung in der freien Natur, was ihm sichtlich gut tat.

Mit dem Umzug in eine Kleinstadt wurde Peter wieder zum Freigänger. Mit einem gewagten Sprung aus dem 1. Stock verschwand er für  einige Tage und kam dann mit einer Maus als Geschenk zurück. Peter war ein sehr verschmuster und anhänglicher Kater.
Er hielt an meinem Bett Wache, als ich schwer erkrankte. Stupste mich mit seinem Näschen an, mit seiner Samtpfote und seinem Köpfchen berührte er liebevoll mein Gesicht. In dieser Zeit verließ er nicht das Haus. Er war für mich da!

Ängste standen wie aus, als er für 3 Wochen verschwand. Peter kam wieder! Abgemagert, humpelnd und hinkend.
Ein entsetzlicher Anblick! Der Tierarzt stellte fest, dass er misshandelt wurde. Die Hüfte war gebrochen. Erst als diese sich verkapselt hatte und das Laufen keine Schmerzen mehr bereitete, fand er nach Hause zurück. Das Hinken und Humpeln setzte er ab und zu bewusst ein um Mitleid zu erregen. Er erreichte damit, dass es einen besonderen Leckerbissen gab. Wenn er sich unbeobachtet fühlte, kein hinken, kein humpeln. Er sprang und rannte ohne Anzeichen von Schmerzen. Wir waren glücklich!
Peter unser Schwarzwaldkater genoss sein Leben! Ganz nach Lust und Laune blieb er zu Hause oder unternahm Streifzüge durch die Umgebung.

Dann kam der Tag an dem sich Peter ganz sonderbar benahm. Beim Rausgehen drehte er sich immer und immer wieder zu uns um.
Sein ungewöhnliches Verhalten machte Angst!
Peter kam nicht wieder!
Wir glauben er hat sich an diesem Tag von uns verabschiedet. Es wurde ein Abschied für immer!
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 10.12.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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