Karin Unkrig

Piano forte (2016)

 

Besuch der Tonhalle nach einem langen Arbeitstag – ein Höhepunkt, auch der Müdigkeit. Die Gedanken schweifen ab, individuelle Klänge schieben sich vor das Hörerlebnis, hinter den zufallenden Augen steigen verzerrte Bilder auf. Traumfetzen mischen sich mit entrückten Melodien. Man gleitet hinüber in unbekannte Spären und wird spätestens durch das Hüsteln des Sitznachbars geweckt.

Der Komponist und Regisseur Ruedi Häusermann hakt genau an diesem Punkt ein. Zusammen mit vier Pianisten, vier Schauspielern und einem Chor unternimmt er eine musikalische Reise durch die Geschichten und visuellen Eindrücke, die ein Werk in sich trägt. Sie überlagern sich, verschwinden und entstehen neu. Das Erlebnis endet dort, wo es begonnen hat: im Konzertsaal. Wer einnickt, hat den tieferen Sinn des Stücks verstanden.

 

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