Thomas Kreuter

Der Schäfer

Vor nicht allzu langer Zeit stand ein Schäfer auf einer Weide und ließ seinen Blick über die Herde streifen. Es war ein lauer Morgen im Sommer, sowie fast jeder andere Sommertag auch und die Sonne strahlte mild vom Firmament. Ein laues Lüftchen bewegte die Grashalme leicht hin und her. Es war eben ein ruhiger und recht beschaulicher Tag, so wie der Schäfer es in der Sommerzeit seit eh und je gewohnt war und liebte. Nur auf der unterhalb der Weide gelegenen Landstraße fuhr ein einsamer Mercedes Kombi, der langsam auf den Feldweg Richtung Schafsweide abbog und forsch wieder an Fahrt aufnahm. Den Schäfer verwunderte es, denn normalerweise war mit Besuch hierdraußen so gut wie nie zu rechnen. Der Fahrer fuhr, eine Staubfahne hinter sich herziehend, direkt auf die Weide zu,  hielt an, öffnete die Autotür und stürmte recht dreist auf den Schäfer zu, der in diesem Augenblick nicht so recht wußte, was er von der Situation halten sollte. Sogleich entfuhr es dem Mercedes-Fahrer: "Hallo sie da, wenn ich ihnen ganz genau sagen kann, wie viele Schafe sie hier haben, bekomme ich dann ein Schaf kostenlos  von ihnen"? Der Schäfer antwortet darauf: "Top, das Geschäft gilt". Sofort holte sein Gegenüber ein Notebook heraus, ein GPS Gerät und weitere technische Hilfsmittel und machte sich voller Elan an die  Arbeit. Nach drei Stunden war er fertig und sprach zu dem Schäfer: "Sie haben exakt einhunderteinundsechzig  Schafe auf der Weide". Der Schäfer antwortet darauf: "Das stimmt aber ganz genau". Darauf erwiderte der Mercedes-Fahrer: "Darf ich mir jetzt ein Schaf aussuchen"? Der Schäfer nickte mit dem Kopf und schon schnappte sich der Mercedes-Fahrer ein Tier aus der Herde und verbrachte es in den Kofferraum seines Wagens. Als er die Heckklappe des Wagens  gerade  geschlossen hatte, wurde er recht freundlich vom Schäfer angesprochen: "Ich schlage ihnen ebenfalls ein Geschäft vor. Wenn ich errate, was sie für einen Beruf habe, bekomme ich dann mein Tier wieder?" Diesmal nickte der Fremde und sagte:  "Ja, damit bin ich einverstanden". Der Schäfer schmunzelte leicht und sagte: "Sie sind von Beruf Unternehmensberater". Der Mann schaute leicht verlegen drein und fragte seinerseits den Schäfer ganz verdutzt: "Wie haben sie das bloß so fix erraten können"? Darauf antwortete der Schäfer mit einem freundlichen Lächeln: "Ach, das war ganz einfach! Als erstes kommen sie vorbei, ohne dass sie gerufen wurden. Als zweitens erzählen sie mir Dinge, die ich schon lange weis und drittens, würden sie freundlicherweise die Güte besitzen, meinen Schäferhund wieder aus dem Kofferraum ihres Fahrzeuges zu lassen.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.12.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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