Anne Eckardt

Die Pendeluhr

Ich saß hinter dem Steuer meines Fahrzeuges und fuhr, immer auf die dunkle, regennasse Straße schauend, durch den Wald in der Nähe meiner Heimatstadt. Diese Strecke war ich bereits tausend Male gefahren und nie war bis dahin etwas passiert. ich dachte dass dies auch heute nur eine ganz normale Fahrt werden würde, doch mit dem, was mich hinter der nächsten Kurve erwartete, hatte ich nicht gerechnet. Meine Nebelscheinwerfer durchbrachen das Dunkel der Schatten, welche von den Tannen auf den Asphalt geworfen worden, und erleuchteten urplötzlich etwas, was weniger als 50 Meter vor mir auf der Straße lag. Ich trat auf die Bremse und mein Fahrzeug kam auf der Straße zum Stillstand. "Das war knapp!" dachte ich mir. Ich schnallte mich ab, stieg aus dem Auto und ging zu dem Ding welches auf der Straße lag. Ich musste es wenigstens irgend wie von der Fahrbahn entfernen, damit nicht noch andere Autofahrer einen beinah Unfall hatten. Ich wollte das Ding, welches ich zunächst für einen herabgestürzten Ast hielt, gerade hochheben und auf den Seitenstreifen werfen, als ich sah was es war. Das war kein Ast, von einem der Bäume um mich herum, nein, es war eine, ca. 1m Große, aus dunklem Holz gefertigte Pendeluhr. Ich machte große Augen. Wer in aller Welt warf eine Pendeluhr mitten auf die Straße? Ich wusste es nicht, doch alles in allem schien sie noch zu funktionieren und wirkte als sei sie bereits vor über 100 Jahren angefertigt wurden. Das goldene Ziffernblatt war mit römischen Ziffern geschmückt und die beiden Zeiger standen, so weit ich sah, auf der korrekten Uhrzeit von 19 Uhr 43.
Irgendwie fand ich es doof die Uhr hier einfach so auf der Fahrbahn liegen zu lassen und tat sie anschließend in den Kofferraum meines Autos. Anschließend stieg ich wieder ein, schnallte mich an und machte mich auf den Heimweg.

Als ich endlich in die Auffahrt zu dem Haus, in welchem ich mit  meiner Mitbewohnerin und besten Freundin Jule wohnte,  einbog sah ich gleich dass alle Lichter im Haus brannten. Ich parkte mein Auto neben dem von Jule und stieg aus. Anschließend nahm ich die Uhr aus dem Kofferraum und trug sie ins Haus.

Jule staunte nicht schlecht als ich ihr am Abendbrottisch erzählte wie ich zu der Uhr gekommen war. "Dass da noch keiner drüber gefahren ist" sagte sie während sie sich das Ding genauer anschaute. Hier in der besseren Beleuchtung der Küche konnte man sehen dass anscheinend jemand echte Rubine in das Ziffernblatt eingearbeitet hatte.

"Und?" fragte ich nach einigen Minuten. "Das ist eine Dämonenuhr" antwortete sie. "Eine was?" fragte ich und machte große Augen. Sie drehte die Uhr herum und ich sah das jemand ein Petagramm in die Rückseite geschnitzt hatte.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.12.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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