Olaf Lüken

Habgier und Heuchelei

Ist Selbstbetrug eine Straftat ? Nein. Wäre es so, dann säßen viele Konsumenten im Gefängnis, weil sie sich etwas vormachen oder einreden. Beispielsweise, dass sie bewusst konsumieren " und damit etwas Gutes tun. Wie trügerisch die Mär vom bewussten Konsum ist, lässt sich herausfinden, wenn man  den Begriff  in sein Gegenteil verkehrt. Macht das Gegenteil Sinn, dann ist auch sein ursprünglicher Ausdruck eine Differenzierung. Andernfalls handelt es sich um sprachlich verursachten Unfug. Halten wir fest. Bewusster Konsum klingt zumindest gut. Aber sein Gegenteil ? Bewusstloser Konsum gibt es nicht. Gibt es aber keinen bewusstlosen Konsum, so ist auch der bewusste Konsum sinnfrei.

Trotzdem finden wir bewussten Konsum meistens gut. Den Marketingstrategen kommt die vermeintliche Einstellung sehr gelegen. Ich möchte sogar wetten, dass sie das Märchen vom bewussten Konsumenten nach Kräften mitgeschrieben, wenn nicht sogar erfunden haben. Als bewusste Konsumenten wissen wir, dass unser Handeln nicht folgenlos bleiben kann. Es ist ja auch kaum mehr zu übersehen, dass unsere Konsumkultur nicht bloß Vorteile bringt. Regenwald weg, Klima kaputt, Monokulturen aus Ackerland. Schlachtrinder, Schlachtschweine und Schlachthühner fristen ein übles Dasein, ebenso die Leute, die in westafrikanischen Minen die Zutaten für Handys aus der Erde buddeln. Bewusster Konsum erlaubt da ein Eingeständnis ohne Folgen, schon gar nicht in Richtung Verzicht. Sonst hieße es ja beschränkter Konsum, was es aber nicht heißt.

Als raising awareness bezeichnen Meinungsmacher die Sichbewusstbarmachung von Problemen, mit der sich das eigene Verhalten praktischerweise kaschieren lässt. Der öffentlich geäußerte Teil geht so: "Ja, ich bin mir der negativen Folgen meines Lebensstils bewusst!" Der privat gehaltene, nicht geäußerte Teil heißt aber: "Ätsch, ich ändere mich nicht, weil es so toll ist, schnell und billig an Möbel, Steaks und Gadgets zu kommen."

Bleibt alles beim Alten. Dank bewusstem Konsum. Das Strafgesetzbuch hat für dieses Verhalten einen unumstößlichen Begriff: Es heißt Vorsatz.

(c) Olaf Lüken (2017)

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.12.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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