Stefan Läer

Nekrophobie

Binnen Sekunden schoss das Blut wieder durch seine Adern und versorgte die Organe mit Sauerstoff, als wäre nichts geschehen.

„Blutdruck und Puls hervorragend, keine Eiskristalle, Bewegungsaktivität zu verzeichnen“, kommentierte die Assistentin das Ereignis vor dem Monitor.

„So soll es sein“, brummte Doktor Peters und drückte den berühmten roten Knopf, um die Eistruhe zu öffnen. Dann trat er an die weiße Kapsel heran, in der der Auferweckte lag und mit den Extremitäten zuckte. Seine langen grauen Haare waren noch etwas zerzaust.

Es dauerte nicht lange, ehe sich die Augenlider öffneten. Dunkelbraune Augen starrten an die weiße Decke. Dann hob er den Kopf, um die beiden Menschen in weißen Gewändern zu erblicken. Es folgte die erste Frage.

„Wo … bin ich?“

„Herr Loray, das ist ja fabelhaft, dass Sie wieder sprechen können! Sie befinden sich im Cryonics Institute, Michigan, in den Vereinigten Staaten.“

„Ach … Wie komme ich hier…?“

„Sie litten unter einer ganz fürchterlichen Nekrophobie, einer Todesangst, und entschlossen sich daher, zu mir zu kommen, um eine so genannte Kryokonservierung durchzuführen. Ich habe Sie dann auf minus 130 Grad eingefroren mit dem Ziel, Sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder zum Leben zu erwecken, um eine Verjüngungskur Ihres Körpers vorzunehmen. Dieser Zeitpunkt ist nun nach 77 Jahren und 11 Monaten erreicht. Die wissenschaftlichen Voraussetzungen sind gegeben. Sie sind erfolgreich runderneuert. Willkommen in einer Zukunft ohne Tod, Herr Loray.“

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.12.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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