Peter Kröger

Schlafen


Grad eben noch war mir nach Aufstehen zumute. Die Silvesternacht stand vor der Tür und lockte mit Glanz und Glitter. Thekla wartete in ihrer schönen Wohnung mit Hafenblick. Ich nuschelte etwas in die Dunkelheit und schlug mit der Faust nach einem Faulkner-Roman auf dem Nachttisch. Ein langweiliges Buch. Ich hatte es satt, langweilige Bücher zu lesen. Sie ödeten mich an und vergrößerten mein Schlafbedürfnis. Irgendwo schrie jemand hässliche Worte, Glas ging zu Bruch, wahrscheinlich die Nachbarn. Sie liebten sich, sie rangen mit sich und der Welt. Von Faulkner wussten sie nichts, das war sicher. Das Glück war ein Kühlschrank mit Sekt in einem Haus mit tausend Türen. Der freie Wille löste ein Zugticket und führe zu Thekla in die Hafenstadt, dachte ich. Stunden vergingen. Ich blieb liegen und starrte die Decke an, bis es knallte. Die Nacht gefiel mir. Das Leben früher. Vielleicht war Keats ja besser. Dann schlief ich ein.

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