Gherkin

DER DSCHINN

(„WIE-GEWO-SO-ZERRO“)

von Gherkin

 

Diese alte Kiste. Ich hatte sie seit Ewigkeiten nicht mehr bemerkt. Sie war vom Großvater.

Was man doch nicht alles auf dem Speicher findet. Mit dem Ärmel meines Pullovers rieb ich an der alten Öllampe. Ein merkwürdiges Geräusch ließ mich jäh auffahren. Durch eine Art Wolkennebel tauchte eine Figur auf. Schwebend. Ich konnte kaum glauben, was ich da sah. Im Schneidersitz. Ein dicker Typ. Sieht mich ruhig und nicht unfreundlich an. Etwa 1,50 m über dem Boden. Sanft schwingend. Auf einer Art Teppich hockend.

Ein Kerl mit Turban. Nun heftig zahnend. Ich ließ die Öllampe fallen. Staunte ungläubig. „Bist du eine Art Flaschengeist?“ fragte ich unsicher. „Was sonst?“ Ich musste schlucken. „Du hast mich eben befreit! Meinen besten Dank dafür. 3 Wünsche will ich Dir dafür gern  erfüllen…“ Wow! Jetzt kam die Sache richtig in Fahrt. Mein Herz pumpte wild vor Freude.

„Dann wünsche ich mir pro Wunsch 12.000 weitere Wünsche, Lampengeist!“

„Ach, come on, Trübnickel… Das ist ja nun wirklich so etwas von Mittelalter, so abgenudelt, so vorhersehbar und völlig abgedroschen, Tumbbeutel! Das ist peinlich für uns beide, öde und sinnfrei. Vergiss diesen  Stumpfsinn! Das ist vielleicht in ollen Spielfilmen möglich, aber im wahren Leben totaler Schwachsinn. 3 Wünsche! Nicht mehr, aber auch nicht weniger…“ Der Lampengeist schien verärgert. Ich beeilte mich zu sagen:

„Okay dann. Klaro. Nun, ich mache hiermit die komplette Schöpfungsgeschichte rückgängig! Yep!“ War ich durchgedreht? Hatte mich die Aufregung total übermannt? Was war denn da nur in mich gefahren? Unser aller Schöpfer würde aus dem Wams springen. Herrje, was hatte ich mir dabei nur gedacht. Aber ausgesprochen war´s nun mal, es ließ sich wohl nicht mehr rückgängig machen, denn der Lampengeist, von mir liebevoll „Lampi“ genannt, schnippte kurz mit den Fingern – und schwupps…

 

Ein leicht schabendes, dann saugendes Geräusch war da zu hören. Und im nächsten Moment – nichts mehr. Ruhe! Absolute Stille! Das totale Nichts! Kein Donald Trump, kein Kim Jong-un und kein Recep Tayyip Erdoğan, aber auch kein Straßenlärm, weder Hundegebell noch  Vogelgezwitscher. Ich frage in dieses Nichts hinein, und das durchaus etwas verängstigt:

„Ähem… Was liegt an? [Räusper] Hallooo? Bist Du noch da, Dschinnie-jupwI'?“ (Das war klingonisch, das ich ganz hervorragend sprach und verstand, und bedeutete, so in etwa ‚Mein  Freundchen‘ – damit wollte ich testen, ob der Dschinn auch klingonisch sprach und verstand, und zugegeben, ich wollte damit auch ein wenig angeben!)

„Na klar“, kam prompt die Antwort aus dem leeren Raum, „ich bin hier, wohin sollte ich denn auch verschwinden, Dämlack?“ „Gibt es die Welt noch? Den Planeten? Die Milchstraße? Das Universum? In der unerreichbaren Ferne – Epsilon Reticuli?“ Doch ich ahnte die Antwort des Lampengeistes bereits.

„Mann, Du hast ALLES gelöscht. Nicht einmal Gott existiert noch. Es gibt nur noch Dich und mich, Du Vollpfosten. Format C:// - herzlichen Glückwunsch! Diese sorgsam gespeicherte Festplatte wurde gelöscht, nichts existiert, nichts umgibt uns! Du hast die komplette Einheit formatiert!“ Der deutlich übergewichtige Dschinn tauchte, wie die Grinsekatz aus „Alice im Wunderland“, langsam Konturen annehmend, wieder auf. Er sah mich irgendwie sehr streng an, jedoch auch in keiner Weise besorgter Miene. Doch sein Blick ließ mich wissen, dass er mir ein generelles Wunsch-Potenzial rigoros absprach. Ich hatte die Matrix vernichtet. Das ist so peinlich wie ein Furz im vollbesetzten Fahrstuhl, und alle schauen DICH an, vorwurfsvoll, die Nase rümpfend. Und obschon der 7. Stock gar nicht dein Stockwerk ist, schlüpfst du dennoch rasch aus der Kabine. Gestank zurücklassend. Und schimpfende Menschen.

„Tja, und nun? Was liegt an? Ausblick? Optionen? Vorschläge?“ Ich versuchte, tapfer zu wirken und brachte ein mühsames Lächeln zustande.

„Null Zukunft! Das, was Du als Punk in Deiner beschissenen Jugend, mit Sicherheitsnadel im Ohr, so gern gebrüllt hast, nämlich NO FUTURE, anklagend und aggressiv, das hast Du jetzt, keine 30 Jahre später, realiter vor Dir, echt und unverfälscht: Keine Zukunft! Es gibt keine Vergangenheit, keinerlei Aussicht auf Veränderung, ganz einfach Nichts und Null und Nada, verstehst Du, Doppel-Nerd und Vierfach-Geek? N-O-T-H-I-N-G! Und das ändert sich auch nicht mehr, lo capisci??“ Hmm, ein italienischer Lampengeist? Merkwürdig, kommen diese Typen nicht eigentlich stets aus dem Orient? So hatte ich es jedenfalls einst gelernt. Fragte mich allerdings, woher ich das wusste. Klingonisch konnte ich bei dem Typ vergessen.

Der Geist fuhr fort: „Nichts, was für Euch Menschen auch nur im Ansatz eine bedingte Art von Nutzen darzustellen in der Lage wäre, rein gar nichts mehr existiert. Ich fragte mich ja sowieso, was Ihr Euch bei mancher Sache, bei manchem Produkt gedacht habt. Wozu, in aller Welt, gibt es Back-Camembert, einen Teepinguin oder den Schokolade-Tisch-Springbrunnen?

Es gibt eine heilige Käse-Reibe mit dem Konterfei von Jesus vornedrauf. Ihr nennt diesen Blödsinn „Cheesus Christ“. Hallooo? Geht´s noch? Ich sah Rentier Auto Deko-Sets, Cute Dust Mop Slippers, einen Mini Anti Stress Kombination Desktop Speed Punching Ball, I love Bacon 2018 Kalender, sogar Gras Flip Flops Zehentrenner Strandschuhe mit Kunstrasen, und, unfassbar: Einen Glatzenkamm, den du bei Amazon bestellen kannst, für sagenhafte € 8,95, versandfertig in 2-3 Tagen… Habt Ihr Menschen sie denn noch alle beisammen? Wozu braucht Ihr denn Waschmaschinenimpressionen- DVDs? Kaminfeuer-DVDs? Einhorn-Kopfbänder? Bugle Boy Bettwäsche? Notfall-Unterhosenspender oder Banana Slicer? Wozu, frage ich Dich?

 

Habt Ihr noch alle Heftklammern in der Curriculum Vitae? Oha, nicht, dass Ihr Menschen jemals etwas erschaffen hättet, was für das Überdauern irgendeine Art von Wert darstellen könnte. Und nun – ein für uns beide kaum rational zu fassendes Nichts mit einer durch uns beiden personifizierten Form von… äh… Anwesenheit. Begreife es, wir stehen nicht einmal vor dem Beginn allen Seins. Wir befinden uns weder vor noch nach irgendeinem Ereignis in der Abfolge aller Zeiten und aller Existenzen. Es gibt nur noch Dich und mich. Ohne einen Raum. Und ohne eine Art von Zeitablauf. Wir haben nur noch uns! Und ich langweile mich jetzt schon mit Dir. Zur Initialzündung braucht es einen Schöpfer. Ohne Gott keinen Knall, Du weißt schon, diesen Urknall meine ich, 14 Milliarden Jahre zurückreichend. Also... Nur so ein Tipp:

Vielleicht solltest Du Wunsch 2 und 3 ein ganz klein wenig besser bedenken, Luschenkopf! Ja? Kopf einschalten, dann losplappern. Kriegst Du das hin, alterndes Hamsterbäckchen?“

Der Lampengeist hatte durchaus Recht. Sowohl mit dem Altern, mit den Hamsterbacken und mit dem besseren Überblick. Dieser Einstieg schien suboptimal verlaufen zu sein. Mit all meinem Mut setzte ich jetzt neu an:

„Stimmt! Ich mache diesen Zustand wieder rückgängig. Gehen wir in die Zeit von etwa vor zwanzig Minuten zurück. Als noch alles in Ordnung war!“ Schnippsen, und Zzzwuuusch, da war es wieder, dieses schabende Geräusch! Plopp. Totale Amnesie. Alles weg. Und…
 

 

…plötzlich fand ich mich auf dem Speicher wieder. Kurz davor, eine alte Kiste zu öffnen. Ich hob den Deckel an. Obenauf lag eine alte, mir völlig unbekannte Öllampe. Ich nahm sie in die Hand. Konnte mich beim besten Willen nicht an dieses uralte Teil erinnern. Woher habe ich diese Lampe bloß? Sie muss meinem Großvater gehört haben, denn dies ist seine Kiste. Sie lagerte wohl schon gute vierzig Jahre hier oben, auf dem Speicher meines alten Elternhauses.

Mit dem Ärmel meines Pullovers rieb ich ein wenig an der Lampe. Ein saugendes, seltsam schabend-zischendes Geräusch drang an mein Ohr. Zu meiner großen Verwunderung erschien da, wie aus dem Nichts, eine Figur. Schwebend. Mitten im Raum. Orientalisch aussehend. Mit Turban auf dem Kopf. Oberkörper nackt. Pumphosen, merkwürdige Pantoffel, stark muffelnd. Im Schneidersitz. Auf einem Teppich. Ich fragte mutig, denn ich mag überhaupt keine dieser  peinlichen Pausen, wenn sich zwei Personen in einem Raum befinden:
 

„Schalömchen… Bist Du vielleicht ein Lampengeist??“ Die Antwort kam prompt: „Ja doch, Mann… Bin ich. Und Du, Du hast einen Wunsch frei!“ „Wie jetzt… EINEN? Werden nicht üblicherweise drei Wünsche offeriert?“ hörte ich mich, mit durchaus anklagendem Unterton, jetzt fragen. Der Dschinn schien genervt. Und tat doch prompt so, als würden wir uns schon eine gute Weile kennen. Frechheit.

„Nein, Thaddädl. Zwei davon hast Du nämlich bereits reichlich sinnlos vergeigt, vergeudet, vertan, verjuxt! (Verfällt plötzlich in den englischen Sprachgebrauch) You´re not my sharpest tool in the shed, aren´t you, Rüsselgumpen?“ (Den Thaddädl nahm ich ihm wirklich übel - und da ich Englisch nicht verstand, konnte er mir mit diesem Satz auch nicht wehtun; sicher ist es etwas Abschätziges gewesen)

Na, der Typ hatte ja Manieren. Etwas pikiert meinte ich: „Nun, ich bin Dir doch nie zuvor begegnet. Davon müsste ich ja wohl wissen, Ali. An so etwas erinnert man sich doch…“

Barsch unterbrach mich der Geist: „Ich heiße nicht Ali! Und wir hatten eben erst miteinander zu tun. Echt jetzt. Glaub mir das gefälligst. Denn wir Lampengeister können und dürfen nicht lügen… Und mittlerweile bereue ich diese unsere erste Begegnung bereits sehr, Trichterohr.  Aber wer auch immer mich aus dieser misslichen Lage befreit (der Dschinn deutete auf die Öllampe), der hat das Recht, von mir 3 Wünsche erfüllt zu bekommen. In Deinem Fall geht es allerdings nur mehr um einen Wunsch, Habib! (Aha, also doch ein Orientale! Wusste ich es doch!) Also, leg schon los, Glupschauge, damit wir hier mal endlich vorankommen…“

„Na gut, ich wünsche mir also für diesen einen Wunsch 3 weitere Wünsche!“ Keck kamen die Worte. Ich war zuversichtlich. So trickst man einen Lampengeist aus. Well done.

„Ach, hör auf mit dieser Kacke… Das ist nun wirklich nicht mehr lustig, Schiefhals… Und es war schon beim ersten Mal nicht lustig. Ich sage es Dir nicht noch einmal, ja? Ich erfülle Dir hiermit EINEN EINZIGEN WUNSCH, ist das jetzt kapiert worden, ja? Und nun mach hinne, Mann. Butter bei die Fische! Ich habe noch was vor heute, Du Minus-IQ-Loser! Und danach, darauf kannst Du aber literweise Gift saufen gehen, trennen sich unsere Wege SOFORT. Echt  jetzt, ich habe noch Pläne für heute… Eine Verabredung, Eimerschädel, und ich meine ganz sicher nicht Barbara Eden…“

Na, dieser Lampengeist, den ich jetzt gerade mal drei, vier Minuten kannte, war ganz schön gewöhnungsbedürftig. Einen Ton hatte der am Leib… Und er muffelte auch wirklich heftig. Ein starker Hecht wehte zu mir herüber. Und der kam vom Besitzer des Teppichs. Eindeutig. Ich hatte extra links und rechts unter meinen Armen geschnuppert. Ich war das nicht.

Ich dachte: Duschen vielleicht? Duschen wäre vielleicht die vornehmste Hygiene-Option eines befreiten Lampengeistes! Aber ich sprach es nicht aus. Dieser Typ sah genervt, sogar ein wenig aggressiv drein. Man sollte Dschinns lieber nicht noch zusätzlich verärgern, wenn sie denn schon so deutlich gestresst dreinblickten. Sicher stand das in irgendeinem Handbuch.

Dennoch, egal jetzt, für diesen „Minus-IQ-Loser“ wollte ich ihm schon einen vor den Bug knallen. Yep! „Du stinkst ja wie ein nasses Frettchen, Master Dschinn!“

„Ja, was für ein Wunder auch… Immerhin fast gute 400 Jahre verbringe ich jetzt schon in dieser ollen Öllampe, ohne Deo-Spray. Bis Du mich endlich befreit hast, zum zweiten Male übrigens. Also, eine gewisse Dankbarkeit darfst Du schon von mir erwarten. Wie nun lautet Dein Wunsch, Bursche?“

„Bursche?“

„Ja, Bursche…“ (Kundenservice: Mau, Freundlichkeit: Suboptimal, Kleidung: Nachlässig, Körper-Odeur: Penetrant, im Englischen würde man wohl von Pungent Stench sprechen, aber ich spreche ja leider kein Englisch!)

Ich dachte nur kurz nach, dann verkündete ich locker: „Gut denn. Ich wünsche mich exakt in die Zeit zurück, da ich noch 3 Wünsche frei gehabt hätte, also kurz bevor ich Dich, Freundchen und  Dschinnie-Baby, aus dem Öllampen-Gefängnis erstmalig befreite, obschon ich mich ja  daran null erinnern kann. Ja,  das ist mein Wunsch! Jetzt und sofort!“ Der Geist schnippste.

Zwusch…

 

Ich befinde mich auf dem Speicher. Was will ich hier? Ich sehe mich um. Da steht eine alte Kiste. Ich erinnere mich dunkel. Die gehörte einst meinem längst verstorbenen Großvater. Da steigt meine Frau zu mir hoch, ächzt sich die Leiter hinauf. „Das ist so lieb von Dir, dass Du endlich einmal aufräumen willst. Hier sieht es jämmerlich aus. Weißt Du was…? Fang gleich mal mit dieser alten Kiste hier an (und sie deutete auf eben jenen klobig wirkenden Kasten meines Opas), weg damit! Und vielen Dank dafür, mein liebster Schatz.“

Sie kam zu mir und gab mir einen Kuss auf die Stirn. Ich liebe sie so sehr. Sie hat und behält stets den Überblick. Sie ist der Motor unserer Beziehung. Mein liebster Mensch auf Erden.

„Wenn Du Dich beeilst, dann bist Du sie jetzt gleich los. Die Sperrmüll-Abfuhr ist beim Nachbarn. Du gibst den Männern 10 Euro – und schon ist dieser unförmige olle Kasten da  Geschichte. Was meinst Du, hm, mein Bärchen?“ Wenn sie mich „mein Bärchen“ nannte, dann hatte sie schon gewonnen. Eigentlich wollte ich ja noch in die Kiste schauen, aber dazu war keine Zeit mehr. Was mochte sie an Schätzen, an Kostbarem bergen? Na ja, wenn ich all die Jahrzehnte nicht daran interessiert war, dann dürfte es auch jetzt nicht gar so umwerfend sein, was sich da alles an altem Krempel in der Kiste befindet…

Ich wuchtete das kantige Teil nach unten, hastete zum Nachbarn. Tatsächlich. Gut. Da war der Containerwagen noch. Ich händigte einem der Männer den 10er aus: „Können Sie dieses Teil noch mitnehmen, bitte?“ – „Klar doch, Chef, kein Problem…“ Und schon wanderte die  Kiste in das Müllfahrzeug der hiesigen Stadtreinigung. Ab dafür, dachte ich. Nur wech mit Schaden. Ein kaum bemerkbar mulmiges Gefühl bemächtigte sich meiner Seele.

Hätte ich vielleicht doch noch mal dort reinschauen sollen? Mit einer nur halb ausgeführten Bewegung in den leeren Raum hinein wischte ich meine letzten Zweifel selbst beiseite. Ach was… Die alte Uniform vom Spielmannszug wird drin gewesen sein, das eine oder andere Porno-Heft, aber sonst… Nicht das geringste Bisschen, worüber es jetzt nachzudenken lohnen könnte.

Dennoch...

...eine gewisse Bedrückung blieb. Und sie haftete mir den gesamten Tag über an. Auch ein seltsam modriger Geruch, den sogar meine Frau monierte: „Aber jetzt mal flott unter die Dusche, mein großer Stinker…“ Ein Kuss auf die Nasenspitze. Ich liebe sie so sehr.

 

Ein gutes Gefühl, Altlasten entsorgt und den Dachboden ein wenig entrümpelt zu haben. Am Abend sah ich mir mit meiner Frau einige alte Folgen „Bezaubernde Jeannie“ mit dem damals  blutjungen Larry Hagman an. Eine durch nichts zu begründende, innere Erregung ergriff von mir Besitz, wann immer Jeannie die Arme verschränkte und blinzelte. Warum?? Was war der Grund? Schauder durchströmten meinen Körper, ich konnte nicht herausfinden, woran das lag oder weshalb ich so reagierte. War es, weil die Erinnerung an längst vergangene Jugendzeiten ambivalente Gefühle in mir erzeugten? Für nichts in der Welt wollte ich wieder ein Teenager sein – all die Wirrungen und Verirrungen, all dieses Gefühlschaos und all die vielen zerstörten Hoffnungen… Andererseits wieder: Da sitzt du auf der Couch und alterst und alterst und jede verdammte Minute wird ein wenig mehr gestorben. Wie also kam dieses Kribbeln im Körper zustande? Woher kam dieses merkwürdige Gefühl nur, undefinierbar und diffus? Ach, wen kümmert es schon? Ich hab mein Mädel im Arm, einen Mango-Smoothie direkt vor mir, die Nostalgie-Show vor Augen – es ist schon alles in Ordnung so. Exakt so, wie es sich darstellt.

 

Gerade verschränkte Barbara Eden die Arme, nickte mit dem hübschen Kopf und blinzelte. Wie schön wäre das doch, mal eben drei Wünsche frei zu haben. Ich würde mir wohl sofort zwölf Dutzend weiterer Wünsche wünschen. Das geht doch, oder? Bin ja Laie auf diesem Gebiet. Wie ja wohl so ziemlich alle Menschen auf diesem Planeten. Was in aller Welt roch hier nur so streng? Ich hatte doch gerade eben erst geduscht…

 

Aber eigentlich hab ich ja schon 3 Wünsche erfüllt bekommen. Meine süße Frau, den Mango-Smoothie und die komplette Serie „Bezaubernde Jeannie“ aus dem Jahr 2014, für 48,99 EUR, bei Otto gekauft. Nostalgie ole!

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 18.01.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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