Jürgen Skupniewski-Fernandez

Aus dem Diwan der Liebe

von Abdulrahman ben Abdelhamid

 

Verliebt sein in Deine Liebe;

sie ist mir die schönste Rose

in meines Herzen Gartens.

 

1. Ghasala

 

Rose,

Deine Worte knospeln,

versteckt unter Blätter

flüsternder Triebe.

 

Rose,

aus tiefroter Liebesschminke

perlt Dein jugendlicher Tau

aus Deinem welken Angesichte.

 

Rose,

Lebenswind; Dein Hauch

hat jugendlicher Glanz

der Rose Duft entlaubt.

 

 

2. Ghasala

 

Als mich die Flut des Verlustes umwarf,

gabst Du mir Kraft weiter zu leben.

 

Als mich die Glut des Feuers ergriff,

gabst Du mir Wasser zum löschen.

 

Als mich die Sehnsucht nach Liebe erblinden liess,

gabst Du mir Augen zur Sicht.

 

Als der Herbst dem Baum sein Laub entriss,

gabst Du ihm wieder grünende Triebe.

 

Als der Engel seine Harfe verlor,

gabst Du ihm Saiten aus Flügel.

 

Als die Flöte ihren Hauch versetzte,

gabst Du vom Winde pfeifende Töne.

 

Als ich nach Dir suchte,

gabst Du mir Himmel,

schwingende Lust,

berauscht von Deiner Liebe.

 

 

3. Ghasala

 

Frühling, was schläfst Du noch solange!

Hat Dich der Liebesblick der Sonne nicht ermahnt?

 

Krokus und Narzisse, Boten erster Farbengrüsse,

seid bereit dem Licht verschworen,

jedes Jahr neu bunt verplant.

 

Blumen in der Warteschleife, stets bereit

mit Blick aufs Licht, wartend Tulpes Farbenreigen,

grüner Erde, Beete angebahnt.

 

Vögel, singet süsse Weisen, nehmt dem Winter

seinen Glauben, fort gedrängt kaltes Gewand,

auf der Erde grüner Fluren wartet Leben schon gespannt.

 

Träume flieh’n mit Zuversicht von des Himmels Höhn

zur Erde. Stimmen, die das Leben spricht, noch kann Seele

nicht erkennen, noch seit ihr vom Licht verbannt.

 

Bin verliebt in Seine Sehnsucht, denn ich spüre seine Kraft,

flüstert nicht ihr hohen Mächte, erahne doch eure Verstecke,

vor des Augen Blicks getarnt.

 

 

4. Ghasala

 

Ich hab‘ an Dich etwas,

die Sonne spendet das erwartende Licht,

entflammt dem Himmel.

Ich habe den Schleier des Schlafs

aus meinen Augen gewischt.

 

Ich hab‘ an Dich etwas,

das morgendliche Leben betritt die Bühne,

Natur applaudiert dem Tag entgegen.

Ich habe meinem Herzen die reifen Früchte

der Liebe aufgetischt.

 

Ich hab‘ an Dich etwas,

die Glut verblasst hinter dem Vorhang,

lange Schatten der Bäume verkürzt der Tag im Zenith.

Ich habe meine Sehnsucht mit Träume verwoben,

den Schleier vor meinem Augenlicht durchbrochen.

 

Ich hab‘ an Dich etwas,

Das Schweigen zerfliesst in Stille,

die Schwingen der Liebe entfalten sich.

Ich hab‘ mit Glanz die Flügel meiner Seele aufgefrischt,

um die Nähe seiner Wärme aufzuspüren.

 

Ich war geblendet von so viel Tag,

der Zeit entrückt,

der Lieb‘ zur Pflicht,

denn ich sah in allem nur Dich.

 

 

 

 

 

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