Olaf Lüken

Die Grenzen des Geldes

Doch so alt und alltäglich das "liebe Geld" auch ist, es bleibt uns Menschen rätselhaft. Dies zeigt sich schon
daran, dass keine klare Definition existiert, was genau als Geld zu betrachten ist. Stattdessen werden "Geld-
mengen" kreiert, die jede Zentralbank festlegt. Es gibt keine eindeutige Übereinkunft, was als Geld zu zäh-
len hat. Beim Geld versagt die internationale Normierung, die bei jedem Kopierer und jedem Auto selbst-
verständlich ist. Geld ist, was als Geld akzeptiert wird. Das kann alles sein. So kamen die Amerikaner im
Tabakstaat Virginia auf die Idee, dass man doch auch mit Tabak zahlen könnte Das hat 200 Jahre leidlich
funktioniert. Zu den ersten Formen des Geldes gehörte die Kauri--Muschel.

Geld garantiert nicht die Erfüllung zwischenmenschlicher Beziehungen. Zeit-Wohlstand, die Verfügung über
die eigene Zeit. Goethe, so erfahren wir es bei Sombart (1931 b:271), saß drei Stunden zu Tisch, während
der amerikanische Angestellte sein Lunch in zehn Minuten hinunterschlingt. Alle rein menschlichen Werte wie
Wissen, Nähe, Fürsorge, Schönheit, Kunst... geraten unter die Herrschaft des Geldes und unter die Zwänge
des Rentabilitätskalküls. Ein freischaffender Künstler verdiente 2016 in Deutschland durchschnittlich 15.425
Euro im Jahr. Die Armutsgrenze liegt bei bei 11.520 Euro jährlich (SPIEGEL WISSEN 2016).

Die Wirtschaft dieser Gesellschaft kommuniziert und funktioniert im Symbolsystem Geld.

(c) Olaf Lüken

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