Fritz Lenders

wenig Geld ... und trotzdem glücklich leben ! (Teil 2 )

... beginnen wir also mal die Reise in ein neues Leben.
In diesem Teil der Geschichte setze ich mal eine Einzelperson voraus.

Sagen wir :  " ein Mann "  ..., einsam.., verschuldet ... und im Chaos lebend !

Also es ist natürlich weit nach unten gegriffen..., denn es gibt auch Menschen die in einer verzweifelten Lage sind.. obwohl vielleicht weniger negative Wellen auf sie einströmen.

Aber ich möchte dennoch im unteren Bereich anfangen.

Wie kommt man zu dem Leben im Chaos ??

Vielleicht durch eine Scheidung ??
Vielleicht durch einen Schluck zuviel , des abendlichen Gläs`chens Wein?
Vielleicht durch Arbeitslosigkeit ?

Oder... und das ist nicht gerade selten ,... durch eine ehemaligst gute Geschäftsidee, in die Sebstständigkeit gestolperte Karriere.. !!!

Ja,ja...  wenns dann den Bach runter geht, ist das Chaos der treueste Begleiter.
Meistens versucht man seine Selbstständigkeit, eventuell seine kleine Firma... und sehr oft auch seine Mitarbeiter, so lange wie möglich und so gut wie möglich über die Runden zu bringen.

Tja.., wie gesagt : " man versucht es " !
Meistens klappt`s  eh nicht.
Und warum dann das ganze Leiden ?

Das ewige Aufwachen um 4.00 Uhr morgends, mit einem Knoten im Bauch und mit Atemnot.
Das Zittern und die Todesangst vor dem Morgengrauen ...
ganz genau ... , das Grauen !

Von Montag Morgen  bis Freitag Abend ... immer die Angst, was der Postbote wohl wieder für eine Horrornachricht 
in den Briefkasten schmettert.
Irgendwie wird nun schon der Postbote zum Synonym des Bösen.

Und in späterer Folge ist es die Angst.., daß morgens um 6.30 Uhr die Glocke an der Haustüre bimmelt und ein Gerichtsvollzieher draußen steht.

Wozu eigentlich wirklich das ewige Leiden von Montag Morgen bis Freitag Nachmittag... ?
Und wozu das selbstbelügende Aufatmen von  Freitag Abend bis Montag Morgens pünktlich eine Minute vor halb sechs ??

Man schiebt in seiner Angst doch nur das Unausweichliche vor sich her.

Und ehrlich gesagt..., ( aus Erfahrung ! )  im Nachhinein überlegt..., sybolisiert es nur eine grenzenlose  DUMMHEIT .

Denn warum versucht der Kapitän eigentlich sein leckgeschlagenes Schiff mitt allen Mitteln , über Wasser zu halten.., wenn es doch eh schon im Hafen liegt ? 
Um die Passagiere zu retten ?
Toll...

Die bräuchten doch nur über Bord zu springen. 
In die wartenden Schlauchboote.
Und innerhalb einer Minute wären sie auf dem Trockenen !!
Und anschließend könnte der Kapitän selber ins letzte  Rettungsboot steigen... oder notfalls die 10 m  ans Land schwimmen.

Aber was macht der Kapitän des angeschlagenen    " FIRMEN - SCHIFFES " ?

Er schippert lustig weiter auf`s  offene Meer hinaus, bis letztendlich die gesamte Mannschaft plus aller Passagiere untergehen.
Vielleicht mit wehenden Fahnen... aber auf alle Fälle mit  egoistischer Dummheit...und vermutlich auch aus Angst.. angetrieben.

Was vorher vielleicht eine absehbare Bruchlandung war.. wird nun zur zerstörenden Katastrophe.

Oft wollen die Firmenbesitzer die Mitarbeiter nicht sich selber überlassen.
Ihnen nicht den Arbeitsplatz wegnehmen... 
Die Angestellten nicht in die Arbeitslosigkeit werfen.

Aber mal ehrlich gesagt, wenn die Firma in dem Augenblick beendet wird, wo sich bemerkbar macht, daß sich ein Weitermachen nicht mehr produktiv auszahlt , hat jeder Angestellte und auch der Chef selber.. die Möglichkeit, sich neu zu orientieren.
Nur sind dann meistens nicht so viele Schulden aufgehäuft.

Wenn man das marode Unternehmen auf Biegen und Brechen weiterführt.. bleibt man meistens zum Schluß den Monatslohn schuldig..., und mit ewigen Vertröstungen und Versprechungen ( die man ohnehin nicht einhalten kann ) sind`s  dann schon 2 Gehälter und wenn`s  richtig kracht ist man dem Arbeiter schon 3 Löhne schuldig.

Na... tolle Leistung !

Und wer ist dann jetzt der Böse ?
Ich glaube, wenn man rechtzeitig die Bremse zieht, werden eventuell manche die Nase rümpfen.. , manche werde vielleicht für kurze Zeit beleidigt sein..., aber wenn mann`s  bis zum Ende krachen läst.. muß man damit rechnen, daß einem der Arbeiter voller Enttäuschung in`s  Gesicht spuckt.

Und dann..., ja ganz genau.. und dann ... kann man mal versuchen, in den Spiegel zu sehen.

Wären es vielleicht am Anfang des Endes der Firma noch 3.000.- oder 4.000.- oder meinetwegen 10.000.- Euros Schulden gewesen..., sind`s  nun bestimmt schon 100.000.- oder gar mehrere 100tausende  Euros an Verbindlichkeiten.

UND !!!  Viele Monate oder Jahre der Angst und Verzweiflung.
Viele heimlich vergossene Tränen !!!

Und jetzt, genau in diesem Augenblick sehen wir im Gedanken mal zur Seite.

Die Arbeiter und Angestellten : was ist aus denen geworden ?
Sind sie vor Gram und Kummer gestorben ?
Sind sie verhungert ?
Sind sie obdachlos und zahnlos auf der Straße gelandet ?

NEIN !!!

Jeder hat sein Leben weitergelebt.
Entweder haben sie einen neuen Job gefunden oder das Arbeitsamt hat sie aufgefangen.
Wäre da nur nicht die Sache mit den Monatslöhnen gewesen.., würde Jeder glücklich und zufrieden sein neues Leben leben.

Hätten sie gleich im entscheidenden Moment die Notbremse gezogen, wären nirgendwo große Sorgen entstanden.
So aber denken die Leute.. zurecht..., mit einem bitteren Nachgeschmack an sie.

Und letztendlich sind sie eigentlich der einzige.., der vermutlich bald auf der Straße stehen wird.

Sie haben die Firma Monat für Monat, Jahr für Jahr weitergeschleppt, obwohl der Untergang absehbar war.
Mißgünstige Menschen würden es als Konkursverschleppung betrachten.
Aber obwohl sie ja letztendlich nichts davon hatten.. müssen sie eventuell auch noch die Finanzstrafe bezahlen.

Vorher wärens vielleicht 10.000.- Euro Schulden gewesen.
Na toll.
Privatkonkurs, oder Firmenkonkurs..., ein Angebot an die Gläubiger setzen von ev. 10 bis 20 %
zahlbar in 4 Raten innerhalb der nächsten 2 Jahre und fertig.

Das heist ganz genau: alle 6 Monate eine Rate von 500.- Euro, das Ganze 4 x ...

Keine Pfändung,aber auch kein Luxus.
2 Jahre lang brav bleiben, arbeiten und sparen.
Kein Mensch würde Ihnen was wegpfänden, wenn die Quote ausgehandelt wurde.

Tja. bei sagen wir mal 400.000.- Euro Schulden sieht die Sache schon ein klitzekleines bischen anders aus.

Unter Umständen kommt erst mal eine Finanzstrafe von bestimmt 15.000.- Euro die sie vielleicht zwar in Raten abstottern dürfen, aber dennoch auf alle Fälle bezahlen müssen.
Und dann kommt das Konkursverfahren.
Sollten sie zum Konkurs zugelassen werden, wäre eine Mindestquote von ..naja sagen wir mal 5 %  immerhin noch stolze  20.000.- Euro
Das zu bezahlen in 4 Raten innerhalb der nächsten 2 Jahre.. können sie vergessen.

Es wären alle 6 Monate  5000.- Euro !
Dazu nochmal angenommene 500.- Euro monatliche Rate der Finanzstrafe, die nächsten 30 Monate lang.
Es würde in den nächsten 24 Monaten genau 1333,33 Euro ausmachen, die Sie zurückzahlen müsten.
Danach wären nochmal 6 Monate mit jeweils 500.- Euros zu bezahlen.

Sie brauchen gar nicht anfangen zu rechnen.
Das schaffen sie nicht.
Denn wenn sie so gut verdienen würden, hätten sie sich ja gar nicht erst mal selbstständig gemacht.
1333,33 Euro plus nochmal um die 1000,00 Euro Lebenserhaltungskosten
Macht zusammen 2333,33 Euro aus.

Die monatlich verdient werden müssen...und letztendlich auch übrig bleiben müssen !

Sie leben dann in einer Wohnung mit 35 qm , haben kein Auto und schleichen sich Abend für Abend aus der Bleibe ..., damit Ihnen kein ehemaliger Angestellter über den Weg läuft.. oder an Ihnen vorbei fährt.., mit seinem neuen Auto, das er sich von der Abfindungs des Konkursausfallgeldes gekauft hat...!
Tja,tja, tja..

Sie werdens nicht schaffen.
Denn  sie haben schon damals vergessen.., den Ausschalter zu drücken.

Sie werden auch diesmal zu lange warten.

Bestimmt werden sie von den 36 Monaten eine große Strecke zurücklegen.
Aber dann sind sie ausgebrannt und geben kurz vor dem Zieleinlauf auf.

Und warum ?
Weil sie auch diesmal wieder zu blauäugig waren. Sie wollten die Sache im altgewohnten Turbothempo schaffen und Allen zeigen, wie Toll sie sind.

DUMM ... !!!

Vergessen sie die blöde Sache mit dem 24 Monatsplan der Konkursquote.
Vergessen Sie die 500.- Euro monatlich für die Finanzstrafe.

Letztendlich bleibt Ihnen doch eh nichts zum Leben.
Also warum dann nicht gleich das neue Insolvenzrecht ausnützen.

5 Jahre Abschöpfungsverfahren !
Was kann denn groß passieren ?

Wenn sie den ersten Weg gehen, bleiben Ihnen um die 1000.- Euro zum leben, wenn sie 2333,33 verdienen.
Aber sie werden es nicht schaffen.
Das kann ich Ihnen versichern...!

Also Sie machen es so : 

1., : Sie verhandeln mit dem Finanzamt einen Ratenplan aus über 120 Monate Rückzahlung der Finanzstrafe ( = 15.000.- )
       was monatlich 125.- Euros ausmacht

2., : Sie suchen sich einen Job in dem Sie um die 1300.- verdienen
       ( eventuell bei 30 Wochenarbeitsstunden ) , damit eine Abschöpfung erfolgen kann.

3., :  Sie suchen sich einen zweiten Job in dem Sie geringfügig noch dazu verdienen können. Davon wird nur ein Teil gepfändet, der Rest bleibt bei Ihnen.

4., :  Sie hören endlich auf, vor den Anderen gut dastehen zu wollen !! Dies ist der wichtigste Teil der nächsten 5 Jahre !!!

Und nur für den Fall..., daß Ihre Firma, oder auch Ihre private Situation noch im unteren 10.000.- Eurobereich liegt... ziehen Sie die Notbremse.
Lassen Sie das Schiff untergehen bevor sie ertrunken sind.
Sie sind nicht der Erste und werden sicher auch nicht der Letzte sein... , welcher den Karren in den Sand gesetzt hat.

Eine der größten Firmen in Wien..., in meinem Buisness tätig , hat vor ein paar Jahren eine ihrer Firmen in den Konkurs geschickt.., weil sich daraus ein guter Ausstieg  aus einem weniger gewinnbringenden Unternehmen ergab.

Die Hauptfirma hat über 100 Mehrfamilienhäuser und eine der größten Firmen in Österreich !!

Und meinen Sie daß die Inhaber todtraurig waren ?
Oder daß sie in Depressionen verfallen sind ?

NEIN !!!  Sie haben gelacht, sind zum Essen in ein schickes Lokal gegangen und haben den guten Ausstieg gefeiert !!

Schlechtes Gewissen ??  Keine Spur !!!

Hören Sie auf, ein schlechtes Gewissen zu haben und beginnen Sie zu leben.

WIE ?

Das besprechen wir im nächsten Teil der Geschichte...

Alles Liebe wünscht PapaWien...




 

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Fritz Lenders).
Der Beitrag wurde von Fritz Lenders auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.01.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

Samhain von Mika Barton



Samhain – die Nacht der keltischen Jahreswende und mit ihr halten sie alle Einzug: die Feen, die Engel, die Fabelwesen, die Tiere wie die Menschen, um im Kreislauf des Lebens eine weitere Drehung hinzunehmen, der Toten zu gedenken und mit Vergangenem abzuschließen.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (1)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Weisheiten" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Fritz Lenders

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

...Atomkraft*Gorleben*Castortransporte von Fritz Lenders (Fragen)
… aus dem „PHYSIKalischen” Handschuhfach geplaudert von Egbert Schmitt (Weisheiten)
Katerfrühstück mit Katzenjammer von Siegfried Fischer (Tiergeschichten)