Andreas Rüdig

Felching

Felching ist eine Sexualpraktik. Dabei wird nach der Ejakulation Samen aus der Vagina gesaugt.

Seit fruchtbar und vermehret euch. So verlangt es die Bibel. Und was tut man als gläubiger Christ? Genau: Man befolgt dieses Gebot. Was aber tun, wenn man erziehungsbedingt – Angst vor Sexualität in jeglicher Form hat? Noch nicht einmal nackte Männer und Frauen sehen möchte?

Die künstliche Befruchtung könnte eine (erfolgreiche?) Alternative sein. „Geht nicht,“ hält Alexander, Sexualmediziner, Androloge = Männerarzt, Befruchtungstherapeut – und außerdem mein Freund. „Ich kann dir helfen. Du mußt mir nur deine Frau für ein bis zwei Wochen leihen.“ Ich muß wohl sehr verdutzt  ausgesehen haben; Alexander ergänzte jedenfalls ganz schnell: „Nein, nein, sie soll nicht fremdgehen. Sie soll nur onanieren und masturbieren. Mittels Felching wird ihr Ejakulat abgesaugt und dann mit deinem Samen vereint.“ Wie soll das denn gehen? „Ganz einfach. Zuerst wirst du auf Temperament gebracht, dann der Samen deiner Frau in deinen Hoden eingeführt und geschaut, ob ein Baby herauskommt.“

Wie bitte? Wir Männer können auch schwanger werden? Aber natürlich, meint Alexander. Ich würde eine seltene sexualmedizinische Besonderheit aufweisen. In meinem Hodensack gibt es eine extra Hautschicht, in der befruchteter Samen eingepflanzt und ausgetragen werden kann. Bis zu einem gewissen Grade jedenfalls. Dann muß der Nachwuchs ganz schnell in einen Brutkasten umziehen; er ist dann für meinen Lendenbereich zu groß.

Auf diese Art und Weise bin ich dreifacher Vater geworden, ehe ich den natürlichen Weg der Fortpflanzung kennen- und schätzengelernt habe.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 25.01.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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