Claudia Ramm

Die TV Monsterchen

Die TV Monsterchen
 
Jasmina saß gemütlich auf dem Sofa und schaute sich einen spannenden Gruselfilm an.
Dabei mümmelte sie genüßlich ein paar leckere Kekse.
Auf dem Bildschirm spielten zwei kleine, fiese, hässliche Monster einem Teenie gemeine Streiche.
Der Teenie, ein ca. 13 jähriges Mädchen, saß auch gerade vor dem Fernseher und sah sich zu Hallooween einen Monsterfilm an.
Als sie in eine Schachtel mit Keksen greifen wollte, biss sie auf einmal etwas in die Finger.
Der Teenie ließ mit einem Kreischen die Keksschachtel fallen und heraus purzelte ein grinsendes, strubbelhaariges, grünes Monsterchen mit kleinen, spitzen Zähnen.
Blitzschnell flitzte es unter das Sofa. Dort saß ein fast gleich aussehendes Monster, nur hatte dieses blaues Fell.
Die Beiden tuschelten miteinander, während das Mädchen voller Panik aus dem Haus rannte.
Jasmina grinste vor sich hin. Ihr gefielen solche Filme.
Es könnte nur noch ein bisschen mehr passieren!, dachte sie bei sich.
Gespannt blickte sie weiter auf die Mattscheibe.
Diese zeigte wieder die beiden, kleinen Monster unter dem Sofa. Sie tuschelten immer noch und ihre kleinen, roten Augen blitzen.
Jasmina beugte sich gespannt vor. Was jetzt wohl gleich passiert?, dachte sie.
Mit einem Mal waren die beiden TV Monster ganz still. Gleichzeitig drehten sie ihre Köpfe und sahen direkt in Jasminas Augen.
Huch! Das sieht ja so aus, als würden die mich wirklich ansehen! Echt gruselig!, dachte diese.
Aufgeregt steckte sie sich einen weiteren Keks in den Mund.
Moment mal! Wo sind die Viecher denn jetzt hin? Eben saßen sie doch noch unterm Sofa! Jetzt ist da außer Staub nichts mehr zu sehen!
Jasmina griff wieder in die Keksschachtel und stieß einen überraschten Schrei aus.
"Auuuu! Was ist denn das?" Sie guckte verdutzt auf ihre Finger, die, gerade eben noch, nach einem Keks geangelt hatten.
Ganz genau konnte sie kleine Zahnabdrücke darauf erkennen.
"Das gibt´s doch nicht! Das kann doch gar nicht wahr sein!", stieß Jasmina erschrocken aus.
Wieder sah sie zum Fernseher. Dort war noch immer die leere Stelle unter dem Sofa zu sehen.
Der Film schien still zu stehen. Jasminas Herz fing heftig an zu pochen.
"Die werden doch nicht etwa....? Nein! Nein! Das bilde ich mir doch bloß ein! Aber was ist mit meinen Fingern? Die Bissspuren sind doch echt, oder?"
Sie hielt sich ihre Hand dicht vor die Augen.
Ja! Die Bisspuren waren noch immer da! Also musste alles wahr sein!
Mit dieser Erkenntnis stieß Jasmina erschrocken die Keksschachtel von ihrem Schoß.
Mit allen Keksen kullerten auch zwei kleine, grün und blaue Monsterchen auf den Boden.
Sie quitschten auf und flitzten unters Sofa.
Genau wie im Film!, dachte sich Jasmina. Oh Gott! Was mach ich jetzt nur?
Da hörte sie zwei winzige Stimmchen: "Ojjjj! Die Kekse sind aber auch lecker! Sollen wir noch schnell einen stibitzen gehen? Oder meinst du, der Riese zertritt uns dann?", quitsche die Eine.
"Ich weiß nicht! Du weißt ja, wie schnell die uns platt machen können! Die passen ja nie auf wohin die latschen, diese Tollpatsche!" erwiederte die Andere.
Jasmina glaubte nicht richtig zu hören! Die klangen ja nicht besonders gefährlich! Eher irgendwie niedlich!
Vorsichtig guckte sie unter das Sofa.
Da saßen die beiden Monsterchen und starrten sie verdutzt an!
Schon wollten sie sich davon machen, da sagte Jasmina: "Habt doch keine Angst! Ich tue euch doch nichts! Ich hab euch gerade reden gehört.
Ihr habt gesagt, dass meine Kekse lecker wären, oder?"
"Jaaaa!" antwortete das grüne Monsterchen. "Und was willst du jetzt mit uns machen? Willst du uns zerquetschen?" Ängstlich schaute es Jasmina an.
"Ach Quatsch! Warum denn das? Fällt mir ja im Traum nicht ein!  Keine Angst ihr Beiden! Aber sagt mal, warum habt ihr mich eigentlich gebissen und wie seid ihr aus dem Film hier her gekommen?"
Nun antwortete das blaue Monsterchen: "Also, gebissen hab ich dich! Ich dachte, du wolltest mir weh tun! Deine Hand ist ja so furchtbar groß! Tut mir echt leid! Wenn man so klein ist wie wir, muss man höllisch aufpassen, sonst ist man bei Zeiten hinüber! Zu deiner zweiten Frage, wie wir aus dem Fernseher heraus gekommen sind, kann ich nur sagen, dass wir das immer so machen! Wenn wir irgendwo leckere Kekse sehen, dann machen wir uns ganz klein und schlüpfen aus dem Film heraus, stibitzen uns ein paar Kekse und gehen dann, schwupp!, wieder zurück in den Fernseher. Das ist bisher noch nie jemandem aufgefallen, wir sind nämlich ganz schön flink! Im Film müssen wir immer so tun, als ob wir fies und gemein wären, aber eigentlich tun wir keinem was! Und bisher haben wir eigentlich immer gedacht, dass ihr Riesen böse und gefährlich seid, aber du scheinst richtig nett zu sein! Im Film werden wir von euch verjagt und noch nie hat einer mit uns sprechen wollen!"
"Oh, das tut mir leid für euch!", sagte Jasmina.
"Wollt ihr die Kekse mit mir teilen? Ich tu euch auch bestimmt nichts, versprochen! Wie heißt ihr eigentlich?"
"Wir heißen Husch und Kusch! Und ja, wir würden gerne die Kekse mit dir teilen! Danke!"
Flugs krabbelten die beiden, kleinen Monsterchen zu Jasmina aufs Sofa und machten sich vergnügt mit ihr über die restlichen Kekse her.
Sie unterhielten sich noch den ganzen Abend und beschlossen dann bei Jasmina zu bleiben und nicht mehr in den Film zurück zu kehren.
Jasmina schaltete den Fernseher ab und spielte mit ihren beiden, neuen Freunden.
Das war sowieso viel schöner als fern zu sehen!
Und was war nun mit dem Film?
Tja, der war an der Stelle mit dem Sofa hängen geblieben und die Leute von der Rundfunkanstalt konnten ihn nie wieder in Gang bringen.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 06.02.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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