Monika Jarju

Das Gefüge der Nacht

Im Traum sprechen die halben Sätze den

ganzen Sinn, zerlegen die rohen Wörter,

wenden den Inhalt, verschieben das Gefüge

der Nacht.

*

Ich lebe mit drei Männern zusammen und

kann mich für keinen entscheiden //

sie sind eifersüchtig aufeinander –

und ein und derselbe//

*

An der Straße am See sitzt im Garten eine Frau

und trinkt grünen Tee. Nebenan wohnt ein

Mann, der hält im Zelt ein Pferdchen und

einen Affen. Auf dem Bahnhof lebt ein Mann

mit seiner Familie. Ein Theater hat er auf dem

Bahnsteig gebaut und vor dem Haus einen

roten Teppich ausgerollt.

*

Das Haus meiner Freundin ist vollgestopft mit

Sachen: rotblaue Polster – der Geschmack ihres

Mannes, kein bisschen eigenes Grün, nur rosa

Schweinchen-Figuren um sie herum.

*

Der Zug fährt im Schritttempo. Ich sitze in

Gegenrichtung, sehe, was zurückbleibt, was

verlassen wird & verschwindet. Meine Freundin

ist schlecht gelaunt, sie steigt aus & läuft neben dem Zug her.
Ich setze mich auf ihren Platz, sehe, was auf uns zukommt.
Dann, nach einer
Weile, immer noch mürrisch, steigt sie wieder

ein – an der Hand ihren Sohn.

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 22.02.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Über den Tag hinaus zu schauen, heißt für mich, neben dem Alltag, dem normalen Alltäglichen hinaus, Zeit zu finden, um das notwendige Leben mit Gefühlen, Träumen, Hoffnungen, Sehnsüchten, Lieben, das mit Lachen und Lächeln zu beobachten und zu beschreiben. Der Mensch braucht nicht nur Brot allein, er kann ohne seine Träume, Gefühle nicht existieren. Er muss aus Freude und aus Leid weinen können, aber auch aus vollem Herzen lachen können. Jeder sollte neben dem Zwang zur Sicherung der Existenz auch das Recht haben auf romantische Momente in seinem Leben.

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