Jürgen Skupniewski-Fernandez

Aus dem Diwan der Liebe (6)

von Abdulrahman ben Abdulhamid

22. Ghasala

Eingehüllt in Winters Decke,
ragen schlanke Minarette,
stille Gebete, Schnee verweht.
Beuge Dich mein Kuss zum Saume,
Vernunft kniet vor der Liebe,
die duch alle Herzen weht.

23. Ghasala

Träume spielen in der Ferne,
mal liegen sie auf der Hand,
mal versteckt sie goldner Staub,
fliehen mit den Sternen,
mal hoffungsvoll aufsteigend
am blauen Sehnsuchtsband.

Ach, ihr Augen könntet ihr doch
nur sehen, mit welch' bunten Farben
Gefühle verliebter Herzen sprechen.

Ach ihr Herzen fühlt ihr nicht wie der
Liebe Feuer euch verschmelzen?

Ach, oh Sehnsucht wärst Du doch nur
eine Strasse,
pilgern würd' ich Tag und Nacht
bis zur süsser Liebesnacht.

24. Ghasala

Euch Zungen entfliehen der Liebe
warmen Worte,
suchen nach dem roten Lippenpaar,
sie sind der Herzen Bote.

Sie ist der Schmetterling, der die Kerze
umschwingt, nach der Blüte Nektar sinnt.

Schatten flüstern nebulös
durch des Abends sanften Schleier.

Duftender Jasmin sich ergiesst
durch des Abends sanften Schleier.

Nachtigall die Nacht begrüsst
durch des Abends sanften Schleier.

Ein Herz, dass heimlich ein Herz ersehnt
hinter des Abends sanften Schleier.

25. Ghasala

Wolken malen im ersten Morgenrot
glühende Herzen ans Himmelzelt.

Der Tag pocht im Atem der Liebe
aller erwachenden Herzen.

Die Sonne brennt mit all' ihrer Kraft,
das Mal der Liebe mit Feuer klopfender Herzen.

Die Quelle hüpft erfrischend und klar
durch alle Kammern verliebter Herzen

Wälder, Wiesen - verführt der Frühling
auf grünen Fluren, junge Herzen,
noch schüchtern wie Rehkitze,
neugierig aus Gebüschen spähen.

26. Ghasala

Suche nicht in der Ferne nach Deinem Glück,
ergreife vom Tag nur eine Stunde und lass es
geschehen, sprach die Liebe.

27. Ghasala

Tränen, salzige Perlen, tropfen aufs
Blatt meiner geliebten Rose,
ihr betörendes Herz berüht meine
Sinne mit fernem Schmerz.

Ich beginne zu verstehen,
nicht ewig ist die Liebe mein,
schon bald holt sie mein Schatten heim,
doch Seele, die im Herzen blüht,
schickt der Welt den Liebeskuss,
auf dass sie frisch aufgrünet.

28. Ghasala

Der Baum der Liebe wiegt seine Blätter
im Wind und Sturm,

Durchs feute Erdenreich kriecht Blind vor Liebe
ein kleiner Wurm.
Auf Blüten buhlen summende Sulfide,
um den Lab der Liebe.

Zum Harfenspiel flöten alle Gräser, Ähren,
pfeifen Winde, singt die Natur -
den Takt dirigiert der Stab der Liebe,
Weltgestalter, Welterhalter.

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