Peter Kröger

Bergers Beichte

 

 

Können kann ich es, was aber will ich sagen? Hier, wo geruht, gestorben wird, im Dämmerlicht, heute, morgen. Hallodri nannten mich die Leute, Schlitzohr, Schuft. Nun, noch ist Zeit. Kein Gott, kein Geistlicher, der wartet, ungläubig, wie ich bin. Kein Kind, das auf die Uhr schielt, Freunde gingen vor mir, längst.

Die Hand in ihrer, in seiner, Schwester Barbara, Irina, Gertrud, Pfleger Ahmed, Manfred, Michael, wer Dienst hat, nimmt meine Hand, heut Abend Manfred, gut, Manfred mit den starken Armen, er mag notieren, was ich zu sagen habe, was ich nun weiß, und dann das Ganze gleich unter dem Fenster im Garten entzünden, einmal noch sagen und fort, darum, nur darum geht es. Manfred rückt ans Bett mit Blatt und Stift, ernst lächelt er, der Brave, Gute, und schüttelt die Streichholzschachtel. So ist es recht, denk' ich, was Kurzes sag ich ihm, ganz kurz, sonst schaff' ich's nicht. Sein Ohr berührt fast meinen Mund.

 

Je dreister die Lüge, desto kleiner das Leben.

 

Manfred lauscht. Dann nickt er. Papier raschelt, ich hör' es. Manfred? Herr Berger? Etwas Kraft ist noch da:

 

Doch ausreichend allemal.

 

Manfred zögert und schreibt. Die Nacht wird groß, denk' ich, hereinspaziert, immer hereinspaziert. Im Garten flackert ein Licht. Hell ist die Wahrheit. Ich muss kichern. Oder träum' ich schon? Ein Weilchen, alles nur ein Weilchen. Meine Hände sind frei. Menschen, Planeten, nun habt mich gern. Seelenruhig leg' ich ab. Lustig flattert das Segel.

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