Jürgen Skupniewski-Fernandez

Samstag

Noch wirkt der Kaffee seines späten Fühstücks nach. Er ist heute mal nicht so früh
aufgestanden. Schliesslich ist es ja Samstag. An regulären Wochentagen hält er
sich nach wie vor an seine gewohnten Zeiten obwohl er längst nicht mehr arbeitet.
Er sitzt in Gedanken versunken in seinem Sessel, im Hintergrund läuft der Fern-
seher. Irgendeine belanglose, amerikanische Soap mit aufgesetztem Gelächter.
Sein Blick wandert zum Fenster. Der quadratisch, weissgefasste Fensterrahmen
kommt ihm wie ein Bilderrahmen vor und gibt einen Blkck aufs winterliche Panorama
frei. Im Vordergrund, das Dach des historischen Schulgebäudes mit seinem
aufgesetzten Türmchen, auf dem, für die Jahrhundertwende üblich, ein metallenes
Wetterfähnchen krönt. Dahinter erhebt sich der alte Kirchturm in den grauen Winter-
himmel. Vom Kirchenschiff lässt sich nur der gotische Giebel, eingefasst mit roten
Backsteinen erkennen.
Links vom Schulgebäude und Kirche, reihen sich in unterschiedlichen  Baustilen und
-höhen, Dächer umliegender Häuser auf; bedeckt vom Schnee. Tannen, Kiefer und
das kahle Geäst der Laubbäume vervollständigen die winterlichen Impressionen.
Er sitzt schon seit geraumer Zeit vor dieser anscheinend schlafenden, doch lebendigen
Kulisse. Ein Bild, ein Ausschnitt gerahmter, präsenter Realität.
Der Blick durchs Fenster weckt in ihm ein Gefühl unbekannter Sehnsucht. Seine Augen
tasten sich am Fensterrahmen entlang und verlieren sich für kurze Zeit am grauen Horizont.

Wieder und wieder wandern sie, vorbei am Türmchen des Schulgebäudes und Kirchturm,
hin zu den schneebedeckten Dächern. Als ob sie nach etwas suchen würden
"Ich hätte so gerne noch etwas gelebt aber die Gesellschaft erniedrigt mich zu blosser
Existenz".
Er steht auf und greift nach der Flasche Wasser auf seinem Schreibtisch.
 

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