Iris Klinge

Trau keinem Arzt

Als Kind musste ich immer lächeln, wenn meine Großmutter von der guten alten Zeit vor dem 1. Weltkrieg erzählte und von ihrem Hausarzt schwärmte, der die Familie mit den fünf Kindern jahrelang mit Rat und Tat begleitete.

Auch nach dem 2. Weltkrieg gab es noch den zuverlässigen Arzt, der sich Zeit nahm für seine Patienten. Ich erinnere mich an meine Besuche alle zwei Wochen bei der HNO Ärztin, die meine chronisch vereiterten Nasennebenhöhlen jahrelang durch Spülungen, die sehr schmerzhaft waren, behandelte, anstatt wie heute üblich, einfach ein Antibiotikum zu verschreiben.

Hätte ich damals schon gewußt, warum ich während meiner gesamten Kinder-und Jugendzeit "die Nase voll hatte", ich mich sozusagen im falschen Leben befand, wäre es mir möglich gewesen, mich als Einzelkind und Nachkömmling gegen meinen viel zu alten, strengen Vater und eine viel zu besorgte Mutter zur Wehr zu setzen. So erduldete ich mein Schicksal mit der Absicht, zu schnell wie möglich das Elternhaus zu verlassen.

Damals war es noch möglich, ohne Numerus Klausus Medizin zu studieren. Diese Absicht wurde vereitelt, nachdem ich eine Studentin in die Anatomie begleiten durfte, und der Geruch der vielen Leichen mich fast zum Erbrechen brachte. Ich wählte das Sprachstudium und ging sehr früh ins Ausland. Doch die Medizin blieb eines meiner Interessengebiete, und später machte ich eine Ausbildung zur Heilpraktikerin.

Von schlechten Erfahrungen mit Ärzten blieb ich verschont, doch in meinem Bekannten-und Freundeskreis erlebte ich teilweise horrende Fehldiagnosen und falsche Operationen.

Zum Glück können wir uns heute per Internet über fast alle Krankheiten informieren, sozusagen unser eigener Experte werden, ohne auf die Meinung des Arztes angewiesen zu sein, der oft am Fließband arbeitet und nur 5 Minuten Zeit hat für jeden Patienten. Heilen kann er sowieso nicht, nur Hilfestellung geben, und wenn wir Glück haben, die richtigen Medikamente verschreiben.

Bei den Zahnärzten ist die Gefahr besonders groß, eine falsche Behandlung aufgeschwatzt zu bekommen, und wer darauf herein fällt, bezahlt sein Nichtwissen mit Tausenden Euros. Aus diesem Grund fliege ich um die halbe Welt zum einzigen Zahnarzt meines Vertrauens, der akribisch und zeitaufwändig die Wurzeln meiner Backenzähne behandelt und sie neu überkront, anstatt wie in Germany empfohlen einfach Implantate zu setzen.

Es geht um unsere Gesundheit, und da sollten wir alles tun, um zu verhindern, dass wir ins Räderwerk der Pharma-Mafia oder an Ärzte geraten, denen ihr eigener Geldbeutel wichtiger ist als das Wohl ihrer Patienten. Heute haben wir die Möglichkeit, uns zu informieren und mit anderen Betroffenen auszustauschen, das ist unsere Freiheit gegen den zunehmenden Verlust an Vertrauen in die Schulmedizin.

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