Peter Kröger

Der Hals

 

Sie war Lehrerin und hatte einen schönen, langen Hals. Wenn sie nach dem Unterricht in ihrem Kleinwagen nach Hause fuhr, fühlte sie sich stark und ungebunden, als ritte sie auf Rebel, dem stolzen Schimmel, unendlichen Weiten entgegen, als gelänge ihr, was sonst nur den Besten, Tollkühnen gelang, nämlich die Welt beim Schopfe zu packen. Doch heute hatte ein vorlauter Schüler gefragt: Was meinen Sie, s o l l die Welt sein, Frau Schubert? Da war sie zusammengezuckt und hatte mit beiden Händen ihren schönen Hals umfasst. Ja, sollte sie denn, die Welt?

Jetzt saß sie auf dem großen, grünen Sofa in ihrer Wohnung und starrte die Bücherwand an. Sie entschied: Die Welt, nie und nimmer sollte sie, schon gar nicht musste sie sein, aber bitteschön, wenn es durchaus gewünscht war, so mochte sie bleiben. Morgen war ein neuer Tag, Schüler waren zu loben und zu tadeln, das kleine Auto war sicher zu steuern, der Platz auf dem großen Sofa war einzunehmen, kurzum, das Leben war zu meistern, und warum auch nicht, warum eigentlich nicht? Wieder griff sie sich an den Hals. Rebel wollte weiter, immer weiter, das war gewiss. Sie spürte einen Stich im Herzen und hielt inne. Drei-, viermal schlug es noch.

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