Heinz-Walter Hoetter

Elli, die Schwanzlutscherin

Eine völlig unerotische Geschichte..., ehrlich!

Ja, ich gebe zu, dass ich eine Schwanzlutscherin bin. Warum auch nicht? Was ist denn schon dabei, wenn ich dem Bruno mit meiner ziemlich rauen, Schleim triefenden Zunge über seinen langen Schwanz fahre, der dann immer ganz steil nach oben steht? Ich finde das irgendwie echt geil! Bruno ist nämlich ein wirklich gutaussehender, muskelbepackter Bulle, ganz wie aus dem Bilderbuch und der einzige weit und breit in unserer Gegend. Er mag das ganz besonders gerne von mir, wahrscheinlich deshalb, weil ich das wohl auch am besten kann.

 

Meine neidischen Schwestern mögen mich deswegen nicht, vor allen Dingen dann nicht, wenn ich wieder mal meinen langen, schleimigen Lappen raushängen lasse und ständig hinter Bruno herlaufe wie eine wild gewordene Sau.

 

Diese Zicken glotzen mich dann die meiste Zeit blöd von der Seite an oder wenden sich demonstrativ von mir ab. Pah, sollen sie nur! Ich mache trotzdem, was ich will. Hauptsache Bruno gefällt es.

 

Tja, so ist das nun einmal, wenn man Dinge kann, die nicht jeder so gut beherrscht wie ich. Ich bin eine wahre Meisterin im Schwanz lutschen, obwohl, das muss ich auch mal bei dieser Gelegenheit sagen, es nicht immer ganz einfach ist, so einen hin und her wedelnden Schweif im richtigen Moment zu erwischen. Aber ich habe sehr viel Geduld und eine Menge Ausdauer, weil mir das Lutschen eines ordentlichen Schwanzes eben richtig Spaß macht. Wahrscheinlich habe ich das von meiner Mutter geerbt, wie mir meine verstorbene Tante einmal beim Melken verraten hat. Kein Wunder, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

 

Im Hochsommer, wenn es die meiste Zeit schwülheiß ist, kommt es oft vor, dass der Schwanz von Bruno mit Fliegen übersät ist. Das ist schon in Ordnung und eigentlich ganz normal. Spätestens dann, wenn ich dem Bruno seinen hoch aufgerichteten Schwanz von hinten bearbeite, hauen diese lästigen kleinen Quälgeister ganz schnell ab. Wenn nicht, lutsche ich sie einfach weg. Aus und Basta!

 

Wie ich oben schon erwähnt habe, lutsche ich gerne Schwänze. Früher, als ich noch jünger war, habe ich das nur hobbymäßig gemacht, so quasi nebenbei. Auch war ich da noch eine richtige Stümperin, weil ich den damals noch jungen Bruno manchmal in den Schwanz gebissen habe. Das hatte er nicht so gerne und ist jedes Mal wutschnaubend abgehauen. Aber jetzt, wo ich doch schon einige Jahre auf dem Buckel habe und meine dicken, ausgeleierten Euter fast bis zum Boden runter hängen, beherrsche ich mittlerweile das Schwanzlutschen in Perfektion.

 

Mein Bruno weiß das natürlich zu schätzen und bleibt, wenn ich mit großer Leidenschaft seinen prächtigen Schwanz von oben bis unten lecke, immer ganz ruhig und entspannt stehen, bis ich endlich fertig bin mit ihm. Danach haut er gleich wieder ab. So sind die Bullenmänner eben...

 

Letzte Woche aber ist es im Stall wieder mal über mich gekommen, was ich sonst nicht tue. Ich konnte wirklich nichts dagegen machen, denn am liebsten treibe ich es im Freien unter blauem Himmel – wenn die Sonne scheint. Ganz ehrlich!

 

Nun ja, wie auch immer, es muss wohl am guten Futter gelegen haben, denn plötzlich und unerwartet lief mir so ein seltsam anmutender Schauer prickelnder Wollust über die prall gefüllten Euter. Etwas Außergewöhnliches war nämlich passiert.

 

Als ich spontan mit meiner zärtlichen Zunge Brunos Schwanz lecken wollte, richtete er diesen ganz unerwartet steil wie eine Kerze noch oben und fing einfach an zu kacken. Platsch, platsch, so ging das die ganze Zeit direkt vor meinen Augen. Ich konnte nur noch zuschauen, wie der Fladen auf dem Boden immer größer wurde.

 

Nicht, dass mir das was ausgemacht hätte. Nein, im Gegenteil! Ich steh’ auf solche lustigen Kack- und Pissspielchen wenn sie denn spontan kommen.

Sie bringen wenigstens etwas Abwechselung in unsere eigentlich doch recht öde gewordene Beziehung. Wir stehen ja sowieso nur den ganzen Tag wie verblödet auf der Wiese herum, glotzen sinnlos durch die Gegend, fressen wie die Schleuderaffen Gras und anderes Grünzeug und vergiften auch noch die Atemluft mit unseren Methanfurzen.

 

Wie dem auch sei. Das Lecken von Brunos langem Schwanz ging trotz dieses stinkenden Intermezzos lustig weiter, als wäre nichts geschehen. Dem Bruno schien es mächtigen Spaß gemacht zu haben. Manchmal verhält er sich eben wie ein Schwein, dieser Bulle. Na, ja...

 

Ich bin eben tolerant wie keine andere meiner übrigen Schwestern, die mich wie eine Außenseiterin behandeln, nur weil ich mit meiner langen Zunge Schwänze lutsche.

 

Vielleicht glauben sie auch nur, dass sie etwas Besseres sind. Einbildung ist auch ne’ Bildung, sage ich immer. Aber ich denke mal, dass sie nur neidisch auf mich sind, diese blöd-prüden, vollgefressenen Kuhweiber. Soll sie doch der Metzger holen!

 

Ach so, beinahe hätte ich vergessen zu sagen, wer ich bin.

 

Ich bin die Elli, die beste Milchkuh auf der Weide von Bauer Wiesenmüller irgendwo im schönen bayerischen Alpenvorland. Vielleicht treffen wir uns ja mal, wenn einer von euch Urlaub bei uns macht. Dann könnt ihr mich dabei beobachten, wie ich Brunos Schwanz lutsche. In aller Öffentlichkeit sozusagen.

 

Muh!

 

Pfiat euch!


 

ENDE

 

©Heinz-Walter Hoetter

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.03.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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