Iris Klinge

Falsch programmiert

Meine Gedanken zu einem heiklen Thema sollen keine Polemik auslösen. Sie sind rein subjektiv, doch vielleicht regen sie den einen oder anderen zum Nachdenken an. 

Wenn ein Baby geboren wird, ist es sozusagen noch ein unbeschriebenes Blatt. Wenn es Glück hat, versteht seine Mutter seine Bedürfnisse und befriedigt sie. Einige Frauen aus meinem Bekanntenkreis bekamen "schwierige" Kinder, die ein Jahr lang oder länger keine Nacht durchschliefen und ihre Eltern auf eine harte Geduldsprobe stellten. Nicht immer haben Babies Eltern, die sich ihren Bedürfnissen anpassen. Meine verstorbene Schwiegertochter wurde in der ebemaligen DDR schon sehr früh in eine Krippe abgeschoben, weil beide noch sehr junge Eltern berufstätig waren. Dem Mädchen fehlte im späteren Leben jegliches Selbstvertrauen und sie lernte nie, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. 

Der Start ins Leben kann für das Kind enttäuschend sein. Statt Zuneigung erfährt es Ablehnung, es fühlt sich ungewollt. Mit Eintritt in die Schule kommen neue Probleme. Wer nicht in die Gemeinschaft passt, wird schonungslos ausgegrenzt. Heute nennt man das mobbing. Um geliebt zu werden, versucht das Kind, es den anderen recht zu machen, es verbiegt sich und weiß schließlich nicht mehr, was ihm gut tut. 

Der Lebensweg vieler Menschen wird von der Gesellschaft vorgeschrieben. Sie ergreifen einen Beruf, der im Grunde nicht für sie gemacht ist, sie müssen Geld verdienen, sie gründen eine Familie und müssen sie ernähren. Früher war es eher selten, dass jemand das Handtuch warf, die latente Unzufriedenheit konnte mit allerlei Suchtmitteln beruhigt werden - Gehorsam und Ausharren waren das Gebot der Stunde. 

Inzwischen vollzieht sich ein Wandel in unserer Gesellschaft. Die Rebellen nehmen zu. Sie hinterfragen die Ideale ihrer Eltern und suchen ihren eigenen Weg, auch wenn er vielleicht unbequem ist. Sie weigern sich, die Lügen der Medien zu glauben und tauschen sich im dem Internet mit gleichgesinnten Querdenkern aus. 

Warum alles glauben, was uns die Kirche als Wahrheit präsentiert? Ist es nicht möglich, dass die Menschen Gott erfunden haben, den bösen und strafenden Gott, damit diese Angst vor Strafe haben und freiwillig alle Gebote einhalten? Nun kommen vermehrt fremde Kulturen in unser Land, die noch immer radikal bekämpfen, wer nicht an ihren eigenen Gott glaubt. - Wie sich verhalten, um nicht in mittelalterliche Zustände zurück zu fallen? Wo hört die Toleranz jedes einzelnen auf, wenn wir mit Gewalt konfrontiert werden? Bedeutet Angriff immer, sich wehren zu müssen?
 
Unsere Großeltern wurden noch zu Untertanen erzogen. Auch unsere Eltern standen noch unter dem Druck, ein erfolgreiches Leben aufbauen zu müssen. Die junge Generation dagegen hat die Chance, alles zu hinterfragen, auch dank des Internets. Der Aufklärung sind heute keine Grenzen gesetzt. Wie wir Deutschen mit der neuen Situation der Unterwanderung umgehen, hängt u.a. davon ab, wie viele von uns aufgewacht sind und entsprechend reagieren anstatt zu akzeptieren, was uns aufgezwungen wird. Gegengewalt gegen Angriff ist sicher keine Lösung. Eher die feste Entschlossenheit, Grenzen zu setzen - "bis hierhin und nicht weiter" - und versuchen, Konflikte durch Gespräch zu entschärfen.

Insofern sehe ich der Zukunft nicht pessimistisch entgegen.  Es gibt noch Hoffnung, unsere Kultur zu retten. Je mehr Menschen aufwachen, desto schwieriger wird es sein, uns zu manipulieren, mit leeren Versprechungen abzuspeisen und uns ein falsches Leben aufzuzwingen.
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.03.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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