Hans Elmer

Grausliger Alltag

Grausliger Alltag

 

Zum Alltag gehören auch die Quereinsteiger. Die gibt es eigentlich überall.
Ich werde mal zwei davon als Beispiel nehmen. Die Angela Merkel und den Vince Ebert.
Beide kommen aus der Physik . Bei der Merkel fällt mir nicht sehr viel ein. Eigentlich
fällt mir da überhaupt nichts ein. Außer der Frage: Was hat man damals in der DDR
unter Physik verstanden? Das muss so eine Mischung aus Religion und Weitsprung
gewesen sein. Und bei den Doktoranten kam noch Sackhüpfen dazu, damit’s nicht ganz
so leicht wird. Und das mit dem Sackhüpfen hat sich bei der Merkel irgendwie verinnerlicht.
Das erkennt man deutlich an ihren Hosenanzügen. Wenn die sich darin bewegt, ist sie
nicht weit weg vom Sackhüpfen.

 

Und der Vince Ebert? Zu dem fällt mir auch nicht viel ein. Außer, dass man diesen
Menschen nicht persönlich kennen muss, um zu wissen, dass er hochintelligent ist.

 

Im Gegensatz zu……… Ach was, es ist eigentlich alles gesagt. Eines könnte man
noch hinzufügen. Ich habe bei beiden schon herzlich lachen können. Der Unterschied
ist nur: Bei Vince Ebert sind die Lacher geplant.

 

Zum Alltag gehört auch das Gelaber anderer Politiker, auch das der Hinterbänkler.
Ein Beispiel: Es war damals bei der Einführung des Mindestlohns. Da hatte sich so
ein CSU- Bonze (den Namen weiß ich nicht, und so soll es auch bleiben) vor der
Kamera aufgebaut. Da stand er also, in seinem maßgeschneiderten Trachtenanzug,
und wetterte gegen den Mindestlohn. Der Mindestlohn würde Arbeitsplätze vernichten,
wenn Menschen keine Arbeit haben, konsumieren sie nichts und das schadet dann
der ganzen Wirtschaft. Das ist die Zusammenfassung von dem dämlichen Gelaber.

 

Es war eine ziemlich junge Redakteurin, die sich diesen ganzen Mist angehört hat.
Und ich dachte die ganze Zeit jetzt frag ihn doch, bitte Mädel frag ihn! Sie machte es
nicht. Dabei wäre die Frage doch so einfach gewesen:

 

Was glaubst du denn, du Trachtendepp, was jemand mit vierfünfzig in der Stunde
konsumieren kann. An dem blöden Blick hätte sich wohl nichts geändert, aber er hätte
wenigstens das Maul gehalten.

 

Zum Alltag gehört auch das Wahlrecht. Damit kann ich allerdings nicht viel anfangen,
denn ich kenne keine Partei, bei der ich sagen kann, die sind die Richtigen. CDU und
CSU sind die Vasallen der Großindustrie, und die SPD gehört seit Gerhard Schröder
auch dazu. Dieser Typ hat alle Werte der ehemaligen Arbeiterpartei außerordentlich
gründlich in den Schlamm getreten. Und dieser Schlamm steht seinen Nachfolgern
immer noch bis zum Hals. Warum bewegen die sich nicht? Haben die Angst dass
sie dann noch tiefer sinken? He Leute, ihr seid schon längst abgesoffen, ihr habt das
bloß noch nicht geschnallt.

 

Bei den Grünen irritiert mich die Farbe, die reicht von Grün bis sehr Dunkelgrün.
Sagen wir mal Schwarzgrün. Oder Grünschwarz, je nach Blickwinkel.

 

Dann gibt es da noch die FDP, auch die gehört zum Alltag. Dafür allerdings sollte man
dem Alltag kräftig in die Fresse hauen. Ich werde mich kurz fassen: Die oben genannten
schleichen der Großindustrie mehr oder weniger dicht um den Anus. Die FDP dagegen
Steckt schon seit immer tief im Rektum. Und dann auch noch ihr neuer Häuptling. Der ist
von sich sehr eingenommen und blickt immer ganz tief in die Fernsehkamera. Das sollte
er nicht machen. Denn wenn man dem in die Augen sieht, hat man freien Durchblick zum
Hinterkopf. Dazwischen ist nichts, was die Sicht stören könnte. Also ein Fall für die Hirnforscher.
Doch die werden wohl ihre Zuständigkeit bestreiten, wo nichts ist, könne man auch nicht forschen.
Das Rückenmark hat wohl doch mehr Funktionen als bisher angenommen. Die hierfür zuständige
Wissenschaft sollte mit dem Zugriff nicht zu lange warten. Denn es gab da schon mal einen
ähnlichen FDP-Politiker. Der war Fallschirmspringer. Also als Amateur, einmal jedoch hat er
sich professionell verhalten. Na Lindner, wie wär’s mit Sport?

 

Und dann gibt es da noch die Linken, mit der Wagenknecht. Die scheint mir zu den wenigen
glaubwürdigen Politikern zu gehören. Aber in der Summe ist das doch ziemlich wenig.

 

Es fällt mir zwar schwer, aber ich muss wohl doch noch was zu dieser A f D sagen. Warum
gelten die als Partei? Es gibt zwar keinen zuverlässigen Intelligenztest, aber auf dieser Ebene
lässt sich schon was machen. Kurz gesagt, alles was einen IQ unter dem eines deutschen
Schäferhundes hat, wird als Partei nicht zugelassen. Das dürften doch auch unsere Politiker
hinkriegen. OK manchmal bin ich schon etwas blauäugig.

 

Was bleibt jetzt übrig, von meinem Wahlrecht? Da kann ich nur noch sagen: Lieber nicht wählen,
als schlecht wählen. Den Spruch habe ich so ähnlich schon mal gehört.

 

Eine Personalie möchte ich in diesem Zusammenhang noch hinzufügen: Das Söder. Das Söder
hat vor einigen Jahren rund 30 000 Sozialwohnungen an private Investoren verscherbelt.
Kraft seines Amtes. Da hätte der zuständige Staatsanwalt schon mal ein Ermittlungsverfahren
einleiten können. Was nicht geschehen ist. Und wenn man das Söder heute reden hört, ist
sein Hauptanliegen der soziale Wohnungsbau. Warum? Ich sag’s euch. Weil es ihm kraft
seines neuen Amtes wesentlich leichter fallen wird, diese neuen Sozialwohnungen wieder
zu verscherbeln.

 

Jetzt fragt sich so mancher, was ist das eigentlich, das Söder? Auch das kann ich euch sagen.
Das Söder ist die Rache der Franken an den Bayern, weil sie von denen nie so richtig ernst
genommen wurden. Und ich rate euch ihr Bayern, hütet euch vor den Franken. Wer eine
derartige Kreatur hervorbringen kann, ist durchaus in der Lage, noch schrecklicheres zu erschaffen.

 

Und euch ihr Franken rate ich, nein ich bitte euch, haltet ein. Denn das was ihr hier losgelassen
habt, ist durchaus in der Lage, das eigene Nest zu verschlingen.

 

Wir wissen nun also was das Söder ist, aber wie kommt es dazu, das so etwas
Ministerpräsident wird? Um das zu ergründen muss ich etwas ausholen. Es gibt in Europa
Regionen, in denen die katholische Kirche und die Mafia, in friedlicher Koexistenz
zusammenarbeiten. Zum Wohle aller Beteiligten. Und in den bayrischen und fränkischen
Landen, läuft das so ähnlich. Allerdings heißt die Mafia hier CSU. Es gibt schon das eine
oder andere Detail, das diese beiden Organisationen unterscheidet, aber das können wir
vernachlässigen. Was wirklich zählt, ist das was sie gemeinsam haben, ihr Glaube.

 

Um aber zu verstehen, woher die Wahlstimmen für das Söder kommen, müssen wir uns
schon mal in diesen genanten Landen umsehen. Da gibt es viele Gemeinden, die doch
etwas außerhalb liegen. Und das führt zwangsläufig zu einer, sagen wir mal, etwas konservativen
Lebenseinstellung. Vor allem, wenn die Gemeinde mit drei oder vier Nachnahmen auskommt.
Man ist sich also verwandtschaftlich sehr nahestehend. Nun wird so mancher sagen, ja schon,
aber es sind doch viele hinzugezogen, aus dem Osten zum Beispiel. Da kann ich nur sagen: Witzbold.

 

Aber jetzt mal ernsthaft. Seht euch doch mal an, was man uns da aus dem Osten so
untergejubelt hat. Nehmen wir nur mal die Merkel und den Gauck. Glaubt wirklich jemand,
dass mit so was ein seit jahrhunderten gepflegter fränkischer Genpool aufzufrischen wäre.
Ich habe da auf jeden Fall meine Zweifel. Zumal ich mir durchaus vorstellen kann, das die
beiden miteinander verwandt sind. Ich habe zwar weder von der einen, noch von dem anderen,
eine Rede ganz angehört, aber das was ich so in Erinnerung habe, klingt immer irgendwie
ähnlich. Also schlichtweg blödsinnig. Die beiden haben wohl den gleichen Redenschreiber,
vermutlich einen älteren Herren, der schon für Honecker tätig war. Das würde dann einiges
erklären. Und wenn die beiden das beste sind, was der Osten uns bieten kann, wollen wir
den Rest nicht haben

 

Was auch zum Alltag gehört, ist die Religion. Das ist allerdings das dümmste was die Menschheit
sich jemals angetan hat. Das entstehen der Religionen ist schon irgendwie verständlich. Als
die Menschheit so langsam das logische Denken entwickelte, haben sie sich irgendwann
umgeschaut und überlegt, woher kommt das Ganze. Da kam allerdings nicht viel dabei raus.
Bis einer , vermutlich der Dorftrottel, von irgend welchen überirdischen Wesen vor sich hin
laberte. So oder so ähnlich wird es wohl weltweit geschehen sein, die Religionen waren
geboren. Es muss ja nicht unbedingt der Dorftrottel gewesen sein. Es könnte auch ein
angesehenes Mitglied der Gemeinschaft gewesen sein, das von etwas genascht hatte,
was man heute als illegale Droge bezeichnet. Ob doof oder bekifft, das macht nicht viel
Unterschied, ich kenn mich da aus.

 

Das war jetzt so das allgemeine, nun geht’s ins Detail. Es gibt nur eine Religion die ich näher
kenne, die aber kenne ich gut, denn da hat man mich ganz schön rein geprügelt, es ist die
Christliche. Grundlage jeder Religion ist, denken wird nicht gern gesehen. Heutzutage ist es
nicht mehr so gefährlich, aber es gab da schon andere Zeiten. Wenn man damals seine Gedanken
auch noch öffentlich äußerte, konnte man ganz schnell auf dem Scheiterhaufen landen. Wie
zum Beispiel Giordano Bruno. Allerdings muss man in diesem Fall der Katholischen Kirche
zugestehen, das sie auch Einsichtig sein kann. Der Papst der zwölfte oder so, hat sich öffentlich
dafür entschuldigt. Vierhundert Jahre später, aber immerhin, es geht voran.

Jetzt muss ich aber doch noch einmal etwas ausholen. Das Judentum der Islam und das
Christentum glauben eigentlich an den gleichen Gott. Und trotzdem bringen sie sich gegeneinander,
sowie auch untereinander, seit Jahrhunderten um. In Europa ist das nicht mehr an der Tagesordnung,
aber auch hier gab es schon andere Zeiten. Zum Beispiel diese Bartholomäusnacht, da ging’s
ganz schön zur Sache. Heutzutage gibt es das noch vorwiegend in den vom Islam geprägten
Ländern. Da murksen sich die Sunniten und die Schiiten noch täglich gegenseitig ab, allerdings
auf zeitgemäße Art, mit Sprengstoffgürteln. Diese Methode ist ziemlich effektiv.

 

Allerdings gibt es auch bei uns noch genügend kirchliche Würdenträger, die die gute alte Zeit
gerne wiederhaben würden. Zum Beispiel der Schwäbisch Gmünder Stadtpfarrer. Als ich damals
aus dem Verein ausgetreten bin, hat er zunächst mal einen Laien bei mir vorbei geschickt. Wir
haben uns dann einige Zeit über seine Religion unterhalten, irgendwann ging er dann wieder.
Mit den Worten: In meinem Alter gebe ich meine Religion nicht mehr auf. Also hat meine
Argumentation Spuren hinterlassen. Ich möchte nicht wissen, wie viele Vaterunser er dafür
beim Beichten aufgebrummt bekam.

 

Das mit dem Laien ging daneben, also nahm der Chef die Sache selber in die Hand. Also ich
würde niemals uneingeladen zu jemand nach Hause gehen, um ihm meine Weltanschauung
aufzudrängen. Denn das was die Welt am wenigsten braucht, sind die Missionare. Von dem
ganzen Schwachsinn den er auf mich ein schwallte weiß ich natürlich nichts mehr. Nur eines.
Meine damalige Freundin war vor ein par Tagen bei mir eingezogen. Und das war für ihn ein
Argument, ich würde diese Frau missbrauchen. Meine Argumentation gefiel ihm dann allerdings
nicht. Ich sagte nämlich: Wieso, die ist doch bei mir eingezogen, einfach so, ohne mich zu fragen.
Wer missbraucht hier jetzt wen? Ich habe noch nie ein derart hassverzerrtes Gesicht gesehen.

 

Ich habe diesen unbändigen Hass noch zwei mal zu sehen bekommen. Einige Jahre später, bei
der Beerdigung meines Vaters, und zwei Jahre später, bei der Beerdigung meiner Mutter. Im
nachhinein tut es mir leid, dass ich mich im Hintergrund gehalten habe. Denn wenn ich ganz
vorne gestanden wäre, hätte er mir wie allen anderen auch die Hand reichen müssen. Na ja,
ich habe ihm jedes mal, wenn sein hasserfüllter Blick auf mich viel, und das war ziemlich oft,
ein sanftes Lächeln geschenkt. Ob ihn das versöhnt hat? Ich weiß es nicht. Ob es den Typ noch
gibt weiß ich auch nicht. Aber eins weiß ich: Wenn es ihn noch gibt, hat er mit Sicherheit ein
Feuerzeug in der Tasche.

 

Aber jetzt zurück, zum eigentlichen Thema. Basis der Christlichen Religion ist die Bibel. Und darin
steht dass Gott allwissend und unfehlbar ist. Das wollen wir uns mal näher ansehen. Nachdem er
die Welt erschaffen hatte, erschuf er den Menschen, nach seinem Ebenbild. Aha. Wenn das
Kroppzeug das diesen Planeten regiert, ein Ebenbild Gottes ist, dann spricht das nicht gerade
für diesen Gott. Aber gut, machen wir weiter. Als erstes schuf er den Adam. Dann bemerkte er,
dass der Adam asymmetrisch ist, er hatte auf einer Seite eine Rippe zu viel. Da zeigte er dann
doch eine gewisse Flexibilität. Er holte die überzählige Rippe heraus und machte daraus die Eva.
Man könnte also sagen, die Existenz der Frau beruht auf einem Fehler Gottes. Egal, das Ganze
fand im Paradies statt. Das war wohl eine angenehme Einrichtung, so mit allem Komfort, FKK
eingeschlossen und ganzjährig möglich. Allerdings gab es da einen Apfelbaum den wollte Gott
für sich alleine haben, also Pfoten weg. Ich tippe mal auf Elstar.

 

Das ging, wie wir alle wissen, nicht lange gut. Natürlich war es dann die Eva, die die Äpfel
geklaut hat. Das angebliche mitmachen einer Schlange halte ich allerdings für ein Gerücht.
Schlangen fressen keine Äpfel. Auf jeden Fall war Gott stinkesauer und hat das Paradies
dichtgemacht. Da muss ich jetzt aber schon mal nachfragen. Wenn Gott den Menschen nach
seinem Ebenbild geschaffen hat, dann sollte er auch wissen, dass die Menschen den Elstar
ebenfalls mögen. Er hätte doch einfach ein par von diesen Bäumen mehr erschaffen können,
darauf wäre es ja wirklich nicht mehr angekommen. Unfehlbar? Meine Zweifel mehren sich.

 

Zumal es da noch einige Fehler gibt, die ich hier aufdecken werde. Für die chronologische
Abfolge kann ich mich allerdings nicht verbürgen. Denn so genau kenne ich die Bibel doch
nicht. Dass ich sie überhaupt kenne, liegt an meiner Zeit bei der Bundeswehr. Ich hatte da
Schwierigkeiten wegen unerlaubtem entfernen von der Truppe. Und weil es das zweite mal
war, musste ich meine letzten fünf Tage in den Knast. Irgend einen Sinn an dieser Strafe kann
ich bis heute nicht erkennen, aber gut, als Befehlsempfänger war ich nie besonders tauglich.
Auf jeden Fall hatte ich fünf Tage Zeit, in der Bibel zu schmökern.

 

Ach ja, noch was. Zwei Jahre nach meiner Entlassung hat man mich für eine Woche zu einem
Manöver einberufen. Da bin ich allerdings einen Tag zu spät eingetroffen. Der zuständige
Hauptmann fragte mich wo ich denn gewesen wäre. Da griff ich in die Seitentasche meines
Kampfanzugs, und wedelte mit einem Bedienungsschürzchen vor seiner Nase rum. Der Typ
hatte wenigstens Humor, er grinste nur. Allerdings musste ich ein par Stunden später wieder
bei ihm antanzen. Der Kommandeur des Ganzen war wohl ziemlich sauer gewesen. Da hätten
zweitausend Mann einen Tag auf mich warten müssen. Also noch eine Disziplinarstrafe.
DM 65. Ich glaube das war insgesamt meine zwölfte. Allerdings frage ich mich, was ist das
für eine Armee, wenn zweitausend Mann auf einen Querulanten wie mich einen Tag warten?
Kriegen die ohne mich überhaupt nichts gebacken? Und wenn ich gar nicht gekommen wäre?
Hätte dann das ganze Manöver überhaupt stattgefunden? Man hat mich dann zur
Sicherungstruppe des Hauptquartiers eingeteilt. Ausgerechnet mich. Wir mussten abwechselnd
das Zelt des Kommandeurs bewachen. Ich habe mich während meines Wachdienstes andauern
vor dem Zelteingang herumgetrieben. Bis mich einer der Offiziere zum Teufel jagte. Von da an
schoben wir eine ziemlich ruhige Kugel, während des ganzen Manövers. Das heißt, wir haben
uns hauptsächlich in einer naheliegenden Dorfkneipe aufgehalten. Das geht ganz schön ins
Geld, so ein Manöver, da war die Disziplinarstrafe von DM 65 noch das wenigste.

 

Aber ich bin schon wieder weit weg vom eigentlichen Thema, der Unfehlbarkeit Gottes.
Es gibt da nämlich noch mindestens zwei Situationen, die eindeutig gegen diese Unfehlbarkeit
sprechen. Das sind die Sintflut und Sodom und Gomorra. Ich fang mal mit der Sintflut an.
Gott hat bemerkt, dass seine ganze Schöpfung aus dem Ruder läuft. Und in der ganzen
Menschheit fand er nur Noah mitsamt Familie, die seinen Ansprüchen gerecht wurden.
Also eine mäßige Trefferquote, für jemand der allwissend und allmächtig ist. Und immer
daran denken: Er schuf den Menschen nach seinem Ebenbild. Der Rest ist Arche, Familie
und von jeder Tierart ein Paar. Unterm Strich: Inzest und Inzucht. Aber das ist ja nichts
neues, das hatten wir ja schon bei Adam und Eva.

 

Und nun zu Sodom und Gomorra. Da geht’s jetzt aber richtig zur Sache. Diese beiden
Städte waren eng aneinander gebaut. So wie Böblingen und Sindelfingen. Nur wesentlich
versauter. Und als Gott merkte, dass er schon wieder Scheiß gebaut hatte, bediente er
sich seiner besten Argumente: Feuer und Schwefel. Allerdings wohnte in Sodom ein Herr
namens Lot. Und der war ein Neffe Abrahams. Und der wiederum ist der einzige Mensch,
der regelmäßig mit Gott im Dialog stand. Man kann sagen, die beiden tratschten öfters
miteinander. Und jetzt wird’s richtig herb.

 

Gott schickte, damit der Abraham endlich mit seinem Genörgel aufhörte, drei Engel nach
Sodom, um die Lage vor Ort mal zu sondieren. Und sogleich kamen die Oberschwuchtel
der Stadt, um diese Engel zu vernaschen. Doch Lot, dem das Gastrecht heilig war, bot
ihnen statt dessen seine unschuldigen Töchter an. Wie das Ganze ausging, ist nicht
überliefert. Jedoch ist in diesem „Kulturkreis“ das Gastrecht immer noch sehr wichtig und
ein Stellenwert der Frau nach wie vor nicht erkennbar. Aber man wird sehen, bei den
Mädels ist da schon was hängen geblieben.

 

Nun, der Bericht der Engel war nicht sehr positiv, somit war es beschlossen, Feuer und
Schwefel. Man sagte noch zu Set, er solle sich mit seiner Familie vom Acker machen.
Und niemand solle sich umsehen, wenn das Spektakel losgeht. Es war also Gott schon
ziemlich peinlich, wieder mal einen Fehler auszubügeln. Aber Lots Frau konnte es nicht
lassen, sie war neugierig, sie drehte sich um und damit wurde sie zur Salzsäule. Also
ich finde das schon etwas kleinlich, aber wir wissen, Gottes Wege sind unergründlich.

 

Lot lebte nun also mit seinen Töchtern in einer Höhle. Eine ziemlich triste Situation.
Und was machen junge Weiber in ihrer Not? Na logo, sie machen den Vater besoffen
und lassen sich von ihm schwängern. Und das zwei Nächte lang. Es ist nicht überliefert,
wie viele Töchter er hatte, aber wenn ich da meine Potenz als Maßstab nehme, muss
der Kerl mindestens ein Dutzend Töchter gehabt haben. Und dieser Typ war der einzige,
der gottgefällig war. Da müssen all die anderen schon rechte Schlingel gewesen sein.
Auf jeden Fall hatte Gott so langsam die Schnauze voll, von dieser seiner Schöpfung.
Er zog sich einfach zurück.

 

Aber irgendwann dazwischen hatte er den Menschen noch gesagt: Macht euch die Erde
untertan. Und dieses Gebot ist auch das einzige, dem die Menschheit weltweit nachkommt.
Bei den 10 Geboten sieht es schon ganz anders aus. Da werden alle Möglichkeiten
ausgeschöpft, um dagegen zu verstoßen. Vor allem von denen die uns regieren. Für die
ist das Ganze eher eine Art Betriebsanleitung. Bei der Überreichung der 10 Gebote war
da noch was mit einem brennenden Dornbusch. Das war ein göttlicher Hinweis, der da
lautet: Vergesst die Brandrodung nicht, beim „die Erde untertan machen“.

 

Bei den Christen gibt es nur einen Gott. Der ist allerdings zu dritt. Das muss man nicht
verstehen, lassen wir das einfach mal so gelten. Auf jeden Fall, machte sich der Zweite
im Bunde, nach einigen tausend Jahren auf den Weg zur Erde. Dass er dabei den Umweg
über eine jungfräuliche Geburt nahm, müssen wir auch nicht verstehen. Gottes Wege sind
unergründlich. Von seinen jüngeren Jahren ist nichts überliefert, aber später war ganz schön
was los. Die Details spare ich mir, die sind allgemein bekannt. Warum er sich dann aber von
den Menschen auf die Latten nageln lies, kann ich nicht nachvollziehen. Geändert hat sich
gar nichts. Die Menschheit ist dadurch nicht anständiger geworden. Wozu war das dann gut?
Das weiß er wohl selbst nicht so genau, darum sitzt er seit 2000 Jahren auf seiner Wolke
und denkt darüber nach.

 

Kommen wir nun zum Dritten im Bunde, dem heiligen Geist. Der hat sich bis jetzt weitgehend
zurück gehalten. Hierzu könnte ich jetzt Charles Bukowski zitieren, aber das ist mir dann
doch zu ferkelig. Vom heiligen Geist ist eigentlich nur eine Aktivität überliefert. Das war
bei dieser Jungfrauenempfängnis. Da hatte er irgendwie die Finger mit drin. Also bildlich gesehen.

 

Aber wenn ich mich so umsehe, auf dieser Erde, da könnte durchaus göttliches Wirken
dahinter stecken. Wir steuern eindeutig auf eine neue Sintflut zu, aber diesmal selbstgemacht.
Und diesmal wird es keine Arche geben. Dem Planten ist das Ganze egal, wenn wir erst mal
verschwunden sind, räumt er schon wieder auf.

 

Wenn also der heilige Geist das Geschehen beobachtet ohne einzuschreiten, dann kann ich
nur sagen: Hut ab. Außerdem zeigt er damit, dass er der cleverste von den dreien ist.
Allerdings gibt er uns ab und zu einen Tipp. Das erscheinen von Donald Trump bedeutet,
wenn ihr so weitermacht, schicke ich euch mehr von der Sorte. Dann geht es wesentlich
schneller bergab. Aber für die Menschheit sind derartige Tipps einfach zu subtil.

 

So neigt sich alles dem Ende zu, auch diese Abhandlung. Ich werde weiterhin Atheist bleiben,
aber ich habe auch meine Religion. Dazu brauche ich allerdings keinen Gott. Weder fehlbar
noch unfehlbar. Nach dieser Religion versuche ich zu leben, auch wenn es mir nicht immer
gelingt. Meine Religion lautet:

 

Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem Andern zu.

 

Und diese Religion ist die einzige, die wirklich unfehlbar ist. Es gibt hier nichts, was
zu bemängeln wäre. Im Gegensatz zu allen anderen. Ich weiß nicht, von wem dieser
Reim stammt, aber ich weiß sicher, das ist die einzig taugliche Religion. Ich denke jetzt
nicht an diese Irren, die sich im Namen ihres Gottes gegenseitig in die Luft sprengen,
und dabei möglichst viele Unschuldige mitnehmen. Darüber nachzudenken, ist verlorene Zeit.
Es genügt, wenn wir im Land bleiben. Alle Weltreligionen haben eines gemeinsam: Sie dogmatisieren.
Und das machen sie mit dem ganzen Müll, der sich im lauf der jahrhunderte angesammelt hat.
Und es sind weniger die Religionsgründer, die dafür verantwortlich sind, es sind eher irgendwelche
verknöcherte und verbiesterte Kirchenführer, die für den ganzen Scheiß verantwortlich sind, und
ihren Wahnsinn dem ihrer gleich idiotischen Vorgänger hinzufügen.

 

Nehmen wir als Beispiel den Zölibat, bei den Katholiken. Man nennt diese Pfarrer auch Seelsorger.
Jetzt frage ich mich, wie soll so ein Pfarrer eine Familie beseelsorgen wenn er selbst keine
Familie hat. Der Typ hat doch keine Ahnung. Und das gelegentliche vernaschen eines
Ministranten, hat auch keinerlei pädagogischen Wert. Kann mir irgendjemand einen vernünftigen
Grund sagen, wofür dieser Zölibatscheiß gut sein soll? Damit meine ich, dass auch ein nicht
katholisch vergewaltigtes Hirn, irgend einen Sinn darin erkennen kann. Da werde ich wohl lange
darauf warten müssen. Mein Hirn wurde zwar ziemlich übel katholisch vergewaltigt, aber ich
habe mich zum Glück davon lösen können.

 

Allerdings gibt es etwas bei der katholischen Kirche, das ich durchaus als positiv bewerten würde.
Das sind die Nonnen in den Klostern. Bei denen sagt man ja, sie sein mit dem Herrn vermählt.
Ich frage mich nur, mit welchem. Denn eigentlich sind die ja zu dritt. Gottvater wird wohl für die
älteren zuständig sein, der ist ja eher ziemlich langweilig. Gottsohn hat die mittleren. Der heilige
Geist ist wohl für die Flittchen zuständig. So fügt sich dann doch alles zu einer gottgewollten
Gemeinsamkeit. Doch das wichtigste dabei ist, sie pflanzen sich nicht fort. Denn mal ehrlich,
wenn eine Frau freiwillig ins Kloster geht, was könnte dabei erzeugt werden? Na ja, so harmonisch
ist das Ganze doch nicht immer abgelaufen. Es gibt da diverse Überlieferungen von Kinderleichen
in klösterlichen Kellergewölben. Aber das ist bei der katholischen Kirche nicht ungewöhnlich.
Ein bisschen Schwund ist immer. Zum Schluss könnte man sagen, die Mafia muss sich noch
ganz schön reinknien, bis sie soviel Dreck am Stecken hat, wie die katholische Kirche. Aber
das wird schon noch, die beiden Vereine sind eng miteinander verbandelt. Die katholisch Kirche
hat ein par Jahrhunderte Vorsprung, aber mit ihrer Hilfe, wird die Mafia schon in absehbarer Zeit
nachziehen. Auch die Strukturen sind ähnlich. Die einen leben von der Kirchensteuer, die anderen
von Schutzgeldern. Allerdings hat die katholische Kirche einen wesentlichen Vorteil. Die Kirchensteuer
wird vom Staat eingetrieben. Also entstehen der Kirche keine Personalkosten. Die Mafia dagegen,
braucht jede Menge Personal, um die Schutzgelder einzunehmen. Man könnte also durchaus
darüber nachdenken, ob diese Gelder nicht auch vom Staat eingezogen werden sollen. Dann
könnte jeder entscheiden, gehe ich zur Kirche, oder zur Mafia. Und durch diese Einsparung von
Personal, könnte man diese Schutzgelder durchaus der Kirchensteuer angleichen. Und ein weiterer
Vorteil wäre, man könnte das überschüssige Personal der Mafia in den Polizeidienst übernehmen.
Dann gäbe es da mal endlich welche, die was von ihrem Job verstehen.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.03.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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