Hans Elmer

Das kleine Glück 2.

Das kleine Glück 2.

 

Wer meine Geschichte über das kleine Glück kennt weiß, dass ich nicht so der Freund
der Globalisierung bin. Es ist nicht die Globalisierung, die mich so richtig stört, mir geht
es eher darum, dass immer die falschen davon profitieren. Das Ganze ging schon in den
Fünfzigern des letzten Jahrhunderts los. Die ersten Asiaten waren die Japaner, die
angefangen haben, westliche Technologie hemmungslos zu kopieren. Die haben dabei
absolut nichts ausgelassen.

 

Und wenn man das Ganze mit der angeborenen asiatischen Gründlichkeit durchzieht,
kann man es durchaus auf einigen Gebieten zum Weltmarkführer bringen. Und dabei
haben die Japaner wieder etwas bemerkt, was in der westlichen Welt langsam Standart
wurde, das Auslagern von Arbeit in Billiglohnländer. Das Ganze lief einige Jahre in
geregelten Bahnen, bis ein neuer Mitbewerber auftauchte, China.

 

Dieses Land hat schon, allein durch die Masse der Bevölkerung, die Weltwirtschaft ins
wanken gebracht. Zunächst hat dieses kommunistische Regime die eigene Bevölkerung
hemmungslos ausgebeutet. Aber irgendwann war einfach zuviel Geld im Land. Der
Mittelstand wurde immer reicher. Und das Ende vom Lied? Auslagerung der Arbeit in
Länder die billiger sind.

 

Somit wäre also der Kreislauf der Globalisierung hinlänglich beschrieben. Aber dieser
Kreislauf ist endlich. Spätestens wenn sich im hintersten Teil von Neu Guinea keine
mehr finden lassen, die die Drecksarbeit machen, ist Sense. Und das Ganze ist absehbar.

 

Wir in der westlichen Welt fragen uns ernsthaft, wie viele Flüchtlinge wir aufnehmen
können. Da kann man sich auch fragen, ob die Erde wirklich rund ist, oder nicht doch
eine Scheibe. Wenn man diesen Planeten und dabei auch diese sogenannte dritte Welt
pausenlos und hemmungslos ausbeutet, muss man mit dem Kollaps rechnen. Und der
kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Zumal es jede Menge Drecksäcke gibt,
die dieses Ausbeuten zu ihrem Lebensziel gemacht haben.

 

Unter diesen Drecksäcken gibt es allerdings einige, die zunächst nicht so ins Schema
passen. Sie lieben ihre Frau, sie lieben ihre Kinder, sie lieben ihre Enkelkinder und sie
behandeln ihre Mitarbeiter anständig. Allerdings liegt ihre Villa in einem überwachten
Wohngebiet, denn die Welt ist schlecht, wie man weiß.

 

Man kann also ruhig weitermachen, mit der Ausbeutung dieser Welt. Ich aber sage dir,
du familienfreundlicher Drecksack, du irrst. Denn eines Tages, nach deiner Zeit, werden
deine Enkel ebenfalls Enkel haben. Und deine Enkel werden leiden, wenn sie das Leid
ihrer Kinder und ihrer Enkel miterleben. Denn dann werden die, zu deren Ausbeutung
du heute beiträgst, zu Milliarden vor unseren Türen stehen. Und sie werden nicht sehr
freundlich sein. Und diese Typen, die jetzt deine Familie beschützen, werden sich zu
den Häuptlingen dieser Menschen aufschwingen und das war’s dann wohl. Dann wird
auch der Rest des kleinen Glücks von dieser Erde verschwinden. Und zwar für immer,
oder wenigstens für eine sehr, sehr lange Zeit.

 

Es gibt nun wohl einige die mir jetzt zustimmen. Das Dumme an der Sache ist nur, diejenigen
die ich hier eigentlich ansprechen will, werden das wohl nie lesen.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.03.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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