Angie Pfeiffer

Unerwarteter Besuch

Ich stand gerade unter der Dusche und ließ den wohlig warmen Wasserstrahl auf auf meinen Körper prasseln, als ich eine Bewegung wahrnahm. Ein unbestimmter Schatten huschte an der gläsernen Badezimmertür vorbei. Ich bekam einen gehörigen Schreck und erwog laut um Hilfe zu schreien. Rechtzeitig fiel mir ein, dass ich ganz allein im Haus war. Um Hilfe zu rufen war also wenig sinnvoll. Im Gegenteil würde ich den unbefugten Eindringling nur gegen mich aufbringen. Ich beschloss erst einmal nichts zu sagen und mich unbemerkt aus der Dusche zu schleichen. Dann konnte ich versuchen die Polizei anzurufen. Natürlich nicht vom normalen Apparat, der stand im hell erleuchteten Wohnzimmer. Also musste ich an mein Handy kommen, dass sich wie immer im hintersten Regal in der Küche befand.
Es rumpelte verdächtig, der Schatten war wohl über irgendetwas gestolpert. Bestimmt handelte es sich um einen Einbrecher, der noch nicht bemerkt hatte, dass ich zu Hause war und splitterfasernackt unter der Dusche stand.

Moment - ich! war! nackt!

Das kam gar nicht gut. Hastig, doch leise, stellte ich die Dusche ab und griff zu meinem großen Badehandtuch. Als ich mich so gut wie möglich eingewickelt hatte, öffnete ich vorsichtig die Duschtür.
‚Nur jetzt kein Knarzen oder Quieken’, betete ich stumm. Tatsächlich wurde ich erhört. Die Tür öffnete sich erstaunlich geräuschlos. Ich setzte erst einen Fuß aus der Dusche, denn den anderen.
Da stand er und musterte mich stumm von oben bis unten. Ich brachte keinen Ton heraus, war ganz starr vor Schreck. Plötzlich regte er sich, wies mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf mich. „Du, komm mit“, raunte er mit einer seltsam hohlen Stimme.
„Was? Ich? Sofort? So?“ Ich machte eine Handbewegung - das Handtuch rutsche. Verzweifelt versuchte ich es zu packen, was ein hoffnungsloses Unterfangen war. Das Badehandtuch fiel auf den Boden. Nun bot sich ihm der ungehinderte Blick.
Er fixierte mich weiter, zeigte keine Regung. Das ärgerte mich. Schließlich sah er hier einen sportlich gestählten, knackig braunen Körper ohne wesentliche Fettpolster. Mit Rundungen an den richtigen Stellen. Langsam hob ich das Handtuch auf, wickelte es locker um meinen Körper. Das musste ihm einfach gefallen, doch er rührte sich nicht, sondern guckte mich einfach weiter emotionslos an. Das ärgerte mich noch mehr. Ich fuhr mir lasziv mit den Händen über die Hüften. „Darf ich mich wenigstens anziehen, bevor ich mit dir gehe? Du kannst auch ruhig mit ins Schlafzimmer kommen“, sagte ich provokant.
„No Deal! Anziehen ist auch nicht nötig“, sagte der Sensenmann und griff nach mir.

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.03.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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