Peter Biastoch

Cut 2

(06.11.2017) Küchwald-Klinik, Intensivstation. Heute sollte der Katheter-Zugang gezogen werden. Ein freundlicher, jüngerer Arzt erklärte mir, dass er dies mit einer neuen Methode machen würde – ich gab ihm meine Unterschrift als Zustimmung. Dann legte er Sich die Werkzeuge zurecht, zog etwas aus meiner Leistengegend, führte die Spritze mit einem biologisch abbaubarem, pastösen Klebstoff ein und verschloss damit die Wunde. Anschließend drückte er noch einige Minuten den Blutfluss ab, legte Verbandsmaterial auf und beschwerte diesen mit einem Sandsack. Dieser müsse nun für vier Stunden ruhig so liegen. Was blieb mir also besseres, wie wieder zu schlafen?

Nachdem diese Zeit um war, erhielt ich einen normalen Klebeverband und sollte mich noch weitere drei Stunden nicht bewegen. O.k., ich schlief weiter.

Dann wurden mir verschiedene Verhaltensweisen, für die nächste Zeit, erklärt. Ich erfuhr auch, dass man mir erst einmal nur einen Stand gesetzt hat und ich zu einer weiteren Katheter-Untersuchung, am 16. Januar 2018, noch einmal in die Klinik kommen müsse.

 

(07.11.2017) Noch immer in Chemnitz, doch es sollte gegen 10.00 Uhr zurück nach Hartmannsdorf gehen.

Der Transport war pünktlich! Wir führen über die B95 und standen bald darauf wieder hier, vor der Notaufnahme. Von dort in ein Zweibettzimmer, wo bereits ein anderer Patient lag, der erst vor Stunden einen Schrittmacher erhalten hatte.

Wir stellten uns kurz vor und begannen ein vernünftiges Gesprächsthema zu suchen. Interessanterweise kamen wir ganz automatisch auf die Bibel und unsere verschiedenen Glaubens Ansichten zu sprechen! Etwas, was sich über all die folgenden Tage erhalten hat.

Noch waren wir beide mit den Überwachungsmonitoren mittels Kabel und Schläuchen verbunden, also auf den Bereich unserer Betten fixiert. Für mich begann allerdings an diesem  Nachmittag die Physiotherapie. Ich sollte mich auf den Bettrand setzen und dann, für zwei, drei Minuten aufstehen. (Was? Soll das alles sein?)

 

(08.11.2017) Herumliegen, mich mit dem Zimmergenosse unterhalten, einiges aus seinem Leben erfahren und im Gegenzug über mich und mein Leben berichten. Verschiedene Vorstellungen anhand der Bibel abgleichen... Wir waren beide froh, dass der jeweils Andere kein Sportfan, oder gar ein Ernährungsfanatiker ist und damit die Gesprächsthemen bestimmen würde! Schließlich kam eine Krankenschwester, die mich vom Überwachungsmonitor abklemmen sollte.  Sie stellte mir die Frage, ob mit mir schon Physiotherapie gemacht worden sei? Als ich dies bejahte, meinte sie, dass ich dann ja auch die Bettflasche nicht mehr benötigen würde. Ein Genuss, wieder selbstständig die Toilette benutzen zu können!

 

(09.11.2017) Heute erhielt ich bei der Visite einen Dämpfer. Im Gespräch mit der Ärztin erwähnte ich, dass ich schon selbstständig auf der Toilette gewesen bin. Daraufhin wurde ich gefragt, was ich bei der Physiotherapie bisher gemacht hätte. Ich sagte: Hingesetzt und Aufgestanden. Daraufhin hieß es: Sie können nur das machen, was sie zuvor bei der Physiotherapie gemacht haben, nicht mehr! Erst, wenn sie mit dem Therapeuten hier im Zimmer herumgelaufen sind, können Sie einen Abstecher in die Toilette machen.

Keine Stunde später kam eine andere junge Frau und machte mit mir verschiedene Übungen im liegen, dann im Sitzen. Oh Mann! Die hat mich ganz schön gefordert. Doch schließlich meinte sie, dass wir nun noch eine Runde laufen wollen. Allerdings machte sie die Zimmertür auf und wir gingen eine Runde um die davor befindliche Besucherinsel. Wieder zurück im Zimmer meinte sie: Nun können Sie sich natürlich auch hier drinnen frei bewegen. „Jipie!“

 

(10.11.2017) Auch heute wieder: Herumliegen,  reden, zwei Runden um die Besucherinsel, in dem Roman „George – Der Hund, der mir das Leben rettete“ lesen. Das bisher Erlebte in den Speicher meines Tablet-PC schreiben. Schließlich noch durchlesen, was am kommenden Sonntag von unserer Glaubensgemeinschaft behandelt wird und natürlich mit dem Zimmernachbarn diskutieren. Irgendwann zwischendurch erschien eine Frau vom Sozialdienst und erklärte mir, dass mir, nach einem Herzinfarkt, eine Reha-Kur zustehen würde. Ich entschied mich für die „Falkensteinklinik“ von Bad Schandau.

Morgen soll hier in der Klinik ein Tag der offenen Tür durchgeführt werden.

Fortsetzung folgt.

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