Elke Müller

Amerika....

 

Er ritt vorsichtig. Die Zügel lose um die linken Hand geschlungen, das Gewehr zum Abschuss schräg über dem Sattelhorn liegend, in der rechten Hand. Er war angespannt, musste jede Bewegung genau überlegen. Doch es blieb still. Große Felsblöcke, Baumstämme und Gestrüpp boten eine gewisse Deckung. Redom stieg ab, lies sein Pferd hinter einer Felswand stehen. Leise schlich er weiter und sah sich um. Deutlich konnte er tiefe Wagenspuren sehen, Hufabdrücke von beschlagenen Pferden und Maultieren waren dabei. Ein Schuss fiel. Er verspürte einen kurzen Schmerz. Warf sich herum und drückte sich an einen dicken Baumstamm. Mit der Hand fuhr er sich über die Wange. Blut blieb auf seinem Handrücken zurück. Sekundenlang blickte er zu einen Felsblock hinüber. Eine kleine Rauchwolke hing noch in der Luft. Hob das Gewehr an und peilte mit dem Visier den sichtbaren Teil eines Hosenbeines an und schoss. Ein Fluch konnte er hören. Jemand kroch stärker ins Gestrüpp zurück. Redmon riss den Ladehebel nach unten und schoss noch einmal. Weitere Schüsse peitschten zu ihm herüber. Dann Stille. Eine wankende Gestalt tauchte plötzlich auf, brach zusammen und stürzte einen Hang hinunter und blieb liegen. Redmon wechselte seine Patronen aus, stieg dann vorsichtig das Gewehr in der Armbeuge, den Hang hinunter. Der Mann lag mit dem Gesicht auf den Boden und rührte sich nicht. Redmon senkte seine Waffe, warf einen Blick über die Gestalt. Er trug graue grobe geflickte Baumwollsachen, die Füße steckten in ausgetretenen ausgebesserten Sandalen. Das Alter schätzte Redmon um die 20 Jahre. Er kniete sich neben ihn, rollte ihn auf den Rücken. Überrascht fuhr er zur Seite, als ein klicken, dann ein Pistolenlauf auf ihn zielte. Schnell schlug er mit den Lauf des Gewehres zu, die Pistole flog ein Stück davon. Mit einem Schrei und einen hasserfüllter Blick stürzte sich die magere Gestalt auf ihn. Fingernägel gruben sich durch sein Gesicht. Mit einem Fluch auf den Lippen schlug Redmon zu. Kam auf die Beine und riss den anderen keuchend und erschöpft mit einem Ruck hoch. Dabei fiel langes weiches Haar über dessen Schultern. Redmon zog eine Augenbraue verwundert hoch. „ Da… habe ich mir ja etwas schönes eingehandelt!“ Presste seine Hand auf die schmerzende Wangenseite. „ Wie ist dein Name und woher kommst du?“ Keine Antwort. „ Gut, dann kann ich ja gehen.“ „ Warte!… Ich brauche ein Pferd und ….“ „ Und?“ „ Ich brauche Hilfe.“ „ Wie lautet dein Name und was ist passiert.“ „ Meine Familie… sie wollten uns verjagen, aber wir haben uns gewehrt.“ „ Ich habe Schüsse gehört, deshalb wollte ich nachsehen was geschehen ist.“ Ein tiefer Seufzer war zu hören. „ Sicher ist es schon zu spät.“ Eine leichte Rötung lag auf ihren Wangen. „ Cody, Cody nennt man mich. “ „ Nicht aus dieser Gegend, oder?“ Sie schüttelte den Kopf. „ Die Wund am Bein muss versorgt werden.“ „ Es ist nichts weiter, nur ein Streifschuss.“ „ Komm.“ Schweigend lief sie neben ihn her.

Sein Fuchs wieherte freudig als Redmon zurück kam. Er schwang sich in den Sattel und winke Cody zu, zog sie hinter sich hinauf. Sie folgten einer Weile der Radspur, bis kalter Brandgeruch in der Luft hing. Cody gab einen verzweifelten lauten Schrei von sich. Glitt vom Rücken des Pferdes und rannte auf die verkohlten Überreste von einer Planwagenburg zu. Redmon suchte die Gegend mit seinen Augen ab, seine Hand lag dicht neben seines Revolverholster auf den Oberschenkel. Ekel stieg in ihm auf als er die unnötig verstreut liegenden erschossenen Tiere sah. Cody war auf die Knie gefallen, ihre Hände zu Fäusten geballt, gruben sich in den Boden. Sie lies den Kopf hängen. Tränen tropften zu Boden. „ Neeiiin!“ Nicht einer der Bewohner war davon gekommen.


 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.03.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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