Peter Biastoch

Cut 3

(11.11.2017 – Tag der offenen Tür) Der Tag begann damit eine große Runde mit dem Physiotherapeuten zu gehen. Danach ging ich noch einmal allein los, um mir ein Programm für die heutige Veranstaltung zu holen. Beim durchblättern fand ich den Vortrag: „Das schwache Herz“. Den wollte ich mir anhören.

Als das Programm  begonnen hatte, waren wir Beide mit dem Frühstück fertig und mischten uns unter die Besucher. Ich ließ mich zuerst einfach ziellos treiben, blieb mal bei dieser, mal bei jener Station stehen und betrachtete die ausgestellten Exponate. Plötzlich wurde es für mich interessant. Da gab es eine Anzahl von Schläuchen, die auf dem Bild des menschlichen Körpers angeordnet waren. Ich kam mit der dazu gehörigen Fachkraft ins Gespräch und erfuhr einige Einzelheiten über die Technik, die beim Einsatz von Katheter-Untersuchungen und dem Setzen von Stand‘s zum Tragen kamen.

Weitere Stationen waren ebenfalls mit Katheter-Untersuchungen verknüpft und es gab auch Vorführungen von bildgebenden und bildübermittelnden Techniken, wie der Endoskopie. Schließlich stand ich vor der offenen Tür zum Labor. Das fand ich natürlich hochinteressant! Eine junge Frau vermittelte mir viele Fakten und Hintergründe bezüglich der dort stattfindenden und möglichen Untersuchungen.

Schon die Tatsache, dass die so allgegenwärtigen Blutproben, die praktisch jedem Patienten abgenommen werden, per Rohrpost innerhalb kurzer Zeit, aus jedem Bereich der Klinik, hier im Labor ankommen und zeitgleich, mit dem Absenden, die Hintergrund- und Patienteninformationen dazu per Computer verfügbar sind, beweist eine enorme Effektivität.

Ein äußerlich eher unscheinbarer Kasten, der bei meiner Besichtigung geöffnet dastand, wurde mir auf meine Nachfrage ausführlich erklärt. Mit ihm ist es möglich, mittels einer Blutprobe, ein vollständiges Blutbild erstellen. Das Ganze dauert, pro Probe, lediglich 20 Sekunden! Im Innern befindet sich eine Lasereinheit, die jede einzelne Blutzelle anstrahlt, zählt, den Zelltyp ermittelt und alles mit Richtwerten abgleicht. Ist irgendwie ein Wert nicht in Ordnung, gibt das Gerät Alarm, so dass die auffällige Probe sofort, für weitere Untersuchungen gekennzeichnet ist. Das ist äußerst Zeit sparend.

In einem anderen, ebenso unscheinbaren Gerät war wohl auch meine erste Blutprobe am vorigen Sonntag früh untersucht worden. Ich erfuhr, dass man damit Stoffwechselprodukte erkennen und klassifizieren kann, die einen Herzinfarkt eindeutig charakterisieren und das innerhalb von sieben Minuten. Keine andere Untersuchungsmethode sei schneller und genauer!

Nach dem Mittagessen zogen wir Beiden noch einmal los. Mein Zimmergenosse machte die technische Führung, vom Keller bis zum Dach mit, bei der ich noch am Treppensteigen gescheitert wäre. So nutzte ich eine Führung im OP-Saal. Diese wurde geleitet von einem Anästhesisten, der uns die Geräte und Einrichtungen aus seiner beruflichen Sicht erklärte. Höchst interessant waren seine Ausführungen, in Bezug auf die Arten und die Reihenfolge der Narkosen. Er erklärte sehr anschaulich, warum man als Patient unbedingt „nüchtern“ zur OP kommen muss. Und er zeigte dann auch die Ausnahmemöglichkeiten, für Notoperationen, wo der Magen eines Patienten eben noch voll ist. Spannend waren auch seine Ausführungen bezüglich der Wirkungsweise der einzelnen Mittel, die bei der Einleitung einer Narkose gegeben werden.

Nach seinen Erklärungen verließen die Besucher den Raum und zerstreuten sich wieder im Klinikgelände. Ich war der letzte im OP-Saal und sprach diesen Mann noch einmal an. Ich sagte ihm, dass ich Patient in Hartmannsdorf bin und dass ich einen Herzinfarkt hinter mir habe. Daraufhin sprach er mir natürlich erst einmal seine guten Wünsche auf Besserung aus. Ich erwähnte, dass ich am vergangenen Sonntag eigentlich kaum Schmerzen, oder irgendwelche andere, der immer erwähnten Anzeichen für einen Infarkt bemerkt hatte. Daraufhin erzählte er mir, dass es einem Bekannten von ihm ähnlich ergangen war. Auch er wäre in der Nacht aufgewacht und hätte nichts anderes verspürt, als eine abgrundtiefe Todesangst! Daraufhin hätte er seine Frau geweckt und sie die 112 anrufen lassen. Das Resultat seiner ersten Untersuchung lautete ebenfalls Herzinfarkt.

Ich erzählte dann noch von diesem letzten Traumfragment, mit dem ich am Sonntag aufgewacht war – dass ein Herzinfarkt oft in der Nacht komme und das aufgrund irgendwelcher Hormonumstellungen. Das bestätigte er mir aus dem Klinikalltag und meinte, ich hätte wohl einen besonders guten Schutzengel gehabt. Ich sagte: „Oh ja, den hatte ich, denn hätte meine Frau nicht so schnell die 112 angerufen, wer weiß…“

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