Peter Biastoch

REHA 3, Reflektionen

Meine Reha ist vorbei und auch das Jahr 2017 hat sich verabschiedet. Während dieser drei Wochen Kuraufenthalt in Bad Schandau hatten wir einen Plan gemacht, wie es mit unserer Pflege bei meinem Schwiegervater weiter gehen könnte. Dieser wurde von unserer Schwägerin akzeptiert. Auch jetzt, im neuen Jahr hat sich unsere neue Planung recht gut angelassen. So sind wir guten Mutes, dass wir unser Leben wieder in vernünftigere Bahnen lenken können, ohne ständige, tägliche Erreichbarkeit und den damit verbundenen Stress.

Schließlich rückte mein zweiter OP-Termin heran und ich ging am Dienstag (16.01.18) in die Küchwald-Klinik nach Chemnitz. Meine „geplante“ Herzkatheter Untersuchung verlief, am darauf folgenden Tag, wesentlich entspannter, als der Noteingriff Anfang November. Schon am darauf folgenden Donnerstag konnte ich wieder nach Hause!

Scherzhaft sagte ich zu einer Krankenschwester: „Wenn diese Entwicklung so rasant weiter geht, bekommt man diese Kathederbehandlung wohl bald als Bastelsatz zur Heimanwendung.“ Doch das sah sie wohl ein wenig anders, musste aber herzlich darüber lachen.

Nun bin ich also schon wieder fast eine Woche wieder zurück. Mein Tagebuch-Kalender erzählt von Arztterminen, Apotheken- und anderen Einkäufen, sowie von „Notrufen“ des Schwiegervaters – die allerdings nun nicht mehr montags, mittwochs und freitags erfolgen. Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag sind noch stressig genug!

Während dieser vergangenen Tage und Wochen hatte ich natürlich auch Zeiten, in denen ich zum Nachdenken gekommen bin. Der Schock dieses Herzinfarktes brachte es mit sich, dass ich in diesen Zeiten wieder einmal mein bisheriges und künftiges Leben hinterfragte.

In Vorbereitung einer Hobbyausstellung, vergangenen Herbst, hatte ich unter anderem eine Spruchkarte gestaltet. Es handelt sich dabei um ein Friedhofsmotiv, mit der Aufschrift: „Dass man unsterblich ist, ist leider falsch, widerspricht aber der Erfahrung sämtlicher Menschen; erfahrungsgemäß sterben immer nur die anderen.“

Diese Karte hat für mich jetzt einen wesentlich intensiveren Hintergrund. Einmal die Erkenntnis: „Ja, auch ich bin sterblich und es kann mich jeden Moment treffen!“ Zum Anderen: „Diesmal trifft der Spruch – vor allem der letzte Teil davon – noch einmal auf mich zu.“ Oder, zu gut Deutsch: „Noch einmal unglaubliches Glück gehabt!“

Wenn aber mein Leben so schnell zu Ende sein kann, wie viel Sinn gebe ich ihm dann? Und auch, wie viel Sinn hatte mein Leben vorher? Schließlich hätte es ja am 05.11.2017 zu Ende sein können. Was gibt einem Leben überhaupt Sinn?

Diese Fragen zu stellen, bringt uns zwangsläufig auf das Gebiet der Religion. Denn ohne religiösen Hintergrund lassen sich diese Fragen nicht zufriedenstellend beantworten. Es sei denn, man gibt sich damit zufrieden, zu sagen: „Der Sinn meines Lebens besteht darin, meine Erbmerkmale an die nächste Generation weiterzugeben, indem ich möglichst viele Kinder in die Welt setze. Ansonsten sollte ich viel Spaß haben, gut essen und trinken und alles mitnehmen, was sich mir bietet.“ Ja, die Bibel beschreibt diese Einstellung mit den Worten: „…lasst uns essen und trinken, denn morgen werden wir sterben“ (nachzulesen in 1. Korinther 15: Vers 32)

Fragen wir also einmal, was die Bibel zu diesen Fragen zu sagen hat. Gemäß der Heiligen Schrift besteht der Sinn im Leben darin, eine Freundschaft mit Gott aufzubauen. Dazu einige Grundwahrheiten, auf die uns die Bibel aufmerksam macht:

Gott ist unser Schöpfer. Er wollte, dass ich lebe. Die Bibel sagt: „Gott ... ist es, der uns gemacht hat, und nicht wir selbst“ (sagt Psalm 100: 3; Offenbarung 4: 11 „Du bist würdig, Jehova, ja du, unser Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu empfangen, weil du alle Dinge erschaffen hast, und deines Willens wegen existierten sie und wurden sie erschaffen.“).

Daraus folgt: Gott hat alles mit einem Ziel, einem Zweck erschaffen, auch uns (Jesaja 45: 18 „Denn dies ist, was Jehova gesprochen hat, der Schöpfer der Himmel, ER, der wahre Gott, der Bildner der Erde und der sie gemacht hat, ER, der ihr festen Bestand gab, der sie nicht einfach umsonst erschuf, der sie bildete, damit sie auch bewohnt werde: „Ich bin Jehova, und sonst gibt es keinen.“).

Gott hat uns mit dem tiefen Bedürfnis erschaffen, Antworten auf Fragen des Lebens zu bekommen; dazu gehört auch der Wunsch, den Sinn unseres Lebens herauszufinden (Matthäus 5: 3 „Glücklich sind die, die sich ihrer geistigen Bedürfnisse bewusst sind, da das Königreich der Himmel ihnen gehört.“).

Und er möchte, dass dieses Bedürfnis auch gestillt wird (Psalm 145: 16 „Du öffnest deine Hand und sättigst das Begehren alles Lebenden.“).

Dieses grundlegende Bedürfnis können wir stillen, wenn wir eine Freundschaft mit Gott aufbauen. Auch wenn manchem die Vorstellung, Gottes Freund zu sein, vielleicht weit hergeholt scheint, ermuntert uns die Bibel: „Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen“ (steht in Jakobus 4:8; Jakobus 2: 23 bestätigt diese Möglichkeit mit den Worten: „Abraham setzte Glauben in Jehova, und es wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet“, und er wurde „Freund Jehovas“ genannt.).

Um Gottes Freund zu werden, müssen wir so leben, wie er sich das Leben für uns gedacht hat. Die Bibel fasst das so zusammen: „Nimm Gott ernst und befolge seine Gebote! Das ist alles, worauf es für den Menschen ankommt“ (Prediger 12: 13, Die Bibel in heutigem Deutsch).

Gottes Freunde – Menschen, die vor Gott höchste Achtung haben – können in der Zukunft in vollem Ausmaß erleben, was er ursprünglich für uns vorhatte: ewiges Leben, frei von Ängsten und Sorgen (Psalm 37: 10, 11 „Und nur noch eine kleine Weile, und der Böse wird nicht mehr sein; und du wirst dich sicherlich umsehen nach seiner Stätte, und er wird nicht da sein. Die Sanftmütigen aber werden die Erde besitzen, und sie werden wirklich ihre Wonne haben an der Fülle des Friedens.“).

Im Licht dieser Aussagen betrachtet war mein Leben, vor dem Infarkt, alles andere als ohne Sinn! Natürlich ist immer eine Steigerung, ein „besser machen“ möglich. Und auch ich habe, wie alle unvollkommenen Menschen, nicht immer alles richtig gemacht! Doch das verlangt Jehova Gott auch nicht von mir. Er wünscht es – ja. Doch, wenn ich Fehler mache, sieht er in meinem sinnbildlichen Herzen, welche Beweggründe hinter diesem Fehler standen. Das erlaubt ihn, das Lösegeld seines Sohnes, auf mich anzuwenden und diesen Fehler zuzudecken!

Inzwischen macht mir der „Jahrestext“ unserer Glaubensgemeinschaft, für 2018, Mut. Er steht in Jesaja 40: 31, wo es heißt: „…die auf Jehova hoffen, werden neue Kraft gewinnen…“. Genau das ist es, was ich in den kommenden Tagen und Wochen benötige!

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.03.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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