Heinz-Walter Hoetter

Magische Liebe

Der junge Mann namens Triberian Vallhallen blickte traurig durch das schmale, hölzerne Sprossenfenster vorbei an den verdreckten Lagerhäusern hinüber zum nah gelegenen Raumhafen, in dem gerade zwei mächtige Sternenschiffe gelandet waren. Er war ein Söldner.

Das Fenster der alten Wirtschaft stand weit offen. Der Wirt hatte sich nicht die Mühe gemacht, die schweren Holzläden zu schließen, obwohl es draußen zu regnen begann. Manchmal, wenn ein heftiger Windstoß über den leeren Marktplatz fegte, spritzten Wassertropfen durch das Fenster, von denen einige sogar den Tisch erreichten, an dem Triberian saß.

Das meiste Wasser aber sammelte sich in den zahlreich vorhandenen tiefen Kerben der massiven Holzplatte direkt unterhalb des Fensters, die irgendwelche Raumfahrer in Form von Namenskürzeln oder sonstige Zeichen dort hinein geritzt hatten, um wenigstens eine kleine Spur zu hinterlassen, mit der sie sich hier verewigen wollten, kurz bevor ihr Raumschiff den Planeten Stromhold I wieder verlassen musste.

Grau wie eingeschmolzenes Blei schimmerte das zusammengeflossene Regenwasser in den zahllosen Rillen und Ritzen. Die vielen überlagerten Schriftzeichen erschienen im fahlen Dämmerlicht dadurch fast wie geheime magische Figuren.

Triberian nippte an seinem schweren Trinkbecher und schüttelte den Kopf. Die Magie ist nicht meine Welt, dachte er versonnen für sich und nahm einen tiefen Schluck roten Stromholdwein zu sich. Dann schaute er wieder aus dem Fenster, wobei er sich fragte, ob der Regen noch lange anhalten würde. Es sah ganz danach aus. Der Himmel schien jetzt noch dunkler geworden zu sein. Die schweren grauen Wolken hingen tief über City Elfamare und durch die Regenschleier wirkten die beiden riesigen Raumschiffe wie silberfarbene Berge.

Plötzlich flog die Tür der alten Schenke auf. Eine schlanke Gestalt in einem schwarzen Ledermantel und breitkrempigem Hut verharrte einen Moment im Türrahmen und musterte die Gäste. Dann fiel ihr Blick auf den jungen Mann in der Nähe des offenen Fensters und mit festen Schritten durchquerte sie den Raum, eine nasse Spur aus Regenwasser hinter sich lassend.

Triberian hatte im ersten Moment Allvira Quad, die hübsche Magierin, nicht wiedererkannt. Sie trug neue Kleider. Unter dem schwarzen Ledermantel, den sie mittlerweile aufgeknöpft und weit geöffnet hatte, konnte man ein eng anliegendes Kleid aus einem durchscheinenden Stoff erkennen. Fast Knie hohe, mit Schlamm verdreckte Stiefel rundeten ihr ungewohntes Erscheinungsbild ab.

"Du hast ziemlich lange auf mich warten müssen, Triberian. Ich entschuldige mich dafür", sagte sie mit einem schief lächelnden Mund und warf ihren speckigen Filzhut schwungvoll im hohen Bogen auf den Tisch. Schließlich holte sie einen langen Stab unter dem Ledermantel hervor, an dessen Spitze sich ein weiß farbener Kristall befand und stellte ihn behutsam neben sich an die Wand. Dann schüttelte sie ihr langes blondes Haar, drehte sich halb herum und suchte nach dem Wirt hinter dem Tresen.

Der putzte gerade ein Glas.

"Ich hoffe, dass Ihr mir etwas zum Trinken anbieten könnt, das besser ist als das Mistwetter hier auf Stromhold I. Meine Kehle ist ausgebrannt, Wirt. Beeilt euch!"

Der dickliche Mann hinter dem wuchtigen Tresen griff wortlos nach einem Krug und einem kleinen Tonbecher und stellte alles neben Allvira auf den Tisch. Die Magierin goss sich ein und leerte den Becher sogleich mit einem einzigen Zug. Mit einem Seufzer wischte sie sich anschließend genussvoll den Mund, lehnte sich entspannt gegen die hohe Stuhllehne und fragte Triberian: "Willst du nicht auch etwas von diesem Zeug?"

Der junge Mann schüttelte energisch den Kopf. Allvira war bisweilen eine echte Säuferin und hatte noch nie Schwierigkeiten gehabt, ihn unter den Tisch zu trinken.

"Wo warst du die ganze Zeit, Allvira. Hast du mich verlassen?" fragte Triberian ganz unvermittelt.

"Ich habe einen neuen Dienstherrn gefunden. Er wünscht, dass ich in seinem Palast wohne, um immer für ihn verfügbar zu sein. Ich habe mich nun mal auf die Magie spezialisiert. Das ist mein Geschäft. Ich lebe davon und genieße es, Triberian."

Der Söldner schluckte seinen Ärger hinunter. Er war nicht irgendein dahergelaufener Kerl mit einem zweifelhaften Ruf. Der Beruf des Söldners war ehrenhaft und einträglich. Auch wenn er hin und wieder spielte, besaß er dennoch ein kleines Vermögen.

Die Magierin musterte ihn jetzt kühl. Ihre Augen waren hellblau, so leuchtend klar wie das Wasser des Meeres an einem schönen sonnigen Tag.

Der junge Mann konnte seine Gefühle nur schwer verbergen. Allvira würde ihn bestimmt beleidigen. Für seinen Söldnerstolz wäre es wohl besser, wenn er jetzt aufstünde und ginge. Doch er konnte nicht. Er liebte die junge Frau zu sehr. Ja, er war ihr irgendwie verfallen, obwohl er das nie zugeben würde. Vielleicht würde sie doch noch ihre Meinung ändern..., dachte er so für sich und betrachtete dabei ihr langes blondes Haar, dass wellig auf ihren Schultern hing.

"Darf ich dich daran erinnern, dass es dein Vorschlag war, dass wir getrennt nach einem neuen Dienstherrn suchen? Kannst du dich noch an unseren ersten Abend in dieser Stadt erinnern, als du davon sprachst, es sei klüger, wenn jeder auf eigene Faust sucht? Wir waren so viele Jahre zusammen und haben immer gemeinsame Sache gemacht. Und dann das! Hast du überhaupt begriffen, wie sehr du mich damit verletzt hast, Triberian? An dem Abend hatte ich den Eindruck, dass du mich unbedingt loswerden wolltest. Du gabst mir das Gefühl, ich wäre eine Last für dich geworden. Du glaubtest sicherlich, ohne mich schneller einen neuen Vertrag zu finden."

Der Söldner strich sich jetzt verlegen mit der rechten Hand über die schweißnasse Stirn. Er konnte seine Aufregung nicht mehr verbergen.

"Ich wollte das nicht. Es war doch nur ein Vorschlag. Ich hätte doch keinen Dienst ohne dich angetreten, Allvira..."

"Du hättest mir das vorher sagen können. Hast du aber nicht." Die Magierin goss sich erneut ein.

"Vielleicht habe ich ein Fehler gemacht. Schon möglich, aber für mich schien die Sache selbstverständlich zu sein. Wir haben uns doch schon öfters in der Vergangenheit getrennt. Ich hätte doch niemals..."

"Alles schöne Worte, Triberian", schnaubte Allvira verächtlich, "ich finde, du machst es dir diesmal zu leicht. Denk daran, dass wir uns vorher immer abgesprochen haben. Der Arbeit wegen, und weil wir Missverständnisse verhindern wollten. Diesmal war alles ganz anders. Du bist nach deinem Vorschlag einfach gegangen und hast mir erst viel später eine Nachricht zukommen lassen. In der Zeit war ich mutterseelenallein und hab' mich selbst umgeschaut. Was anderes blieb mir ja nicht übrig."

"Und du?" platzte es aus dem Söldner spontan heraus. Wie kannst du mit mir so lange zusammenleben, alle möglichen Abenteuer bestehen und dann von heute auf morgen einfach deine Sachen packen und abhauen? Du hättest ja auch zu mir zurück kommen können. Ich habe auf dich gewartet. War das alles nur ein Spiel für dich? Ich dachte, du liebst mich, Allvira..."

"Liebe? Was ist schon Liebe? Mir kommt es so vor, als wache man eines morgens auf und sie ist weg. Einfach so. Es ist schrecklich genug. Wenn du mich wirklich liebst, würdest du dich beispielsweise über meinen neuen Vertrag freuen. Oder verwechselst du vielleicht Liebe mit Besitz, Triberian?"

Allvira sah den jungen Söldner mit funkelnden Augen an.

"Ich hab' dir doch schon gesagt, dass jeder mal einen Fehler machen kann. Aber offenbar willst du nicht zuhören. Anscheinend hast du einen neuen Soldherrn gefunden, der dir für deine Dienste eine Menge geboten hat. Sonst würdest du nicht so reden, meine Gute. Vielleicht hast du ja einen jüngeren gefunden..."

Die junge Magierin schüttelte den Kopf, sodass ihr die langen blonden Haare um die Schulter flogen.

"Das geht dich gar nichts an! Wer immer auch mein neuer Soldherr ist, du wirst den Namen von mir nicht erfahren. Und spioniere mir ja nicht hinterher, Triberian. Du weisst, dass ich so was auf den Tod nicht ausstehen kann."

 

"Hatte ich auch nicht vor. Ich werde auf jeden Fall auf dich warten. Du wirst bestimmt wieder eines Tages zu mir zurückkommen, Allvira. Dessen bin ich mir ganz sicher", sagte der junge Söldner.

 

Die Magierin schüttelte wieder mit dem Kopf. Diesmal energischer als je zuvor.

 

"Es ist sinnlos. Trotzdem muss ich dir sagen, dass ich noch immer vieles liebenswert an dir finde. Es ist auch nicht so, dass du mir gar nichts mehr bedeutest. Aber du musst begreifen, dass unsere gemeinsame Zeit abgelaufen ist. Sieh dich doch an! Was ist von deinem Glanz geblieben? Einen großen Teil deines Vermögens hast du verzockt. Was ist dir von all dem noch geblieben, was dir durch Glück zugefallen ist? Heruntergekommen und unrasiert bist du. Ich kann und will nichts mehr für dich tun. Das einzige, was ich dir jetzt noch anbiete, ist, dass ich dir in Zukunft eine gute Freundin sein möchte. Nicht mehr und nicht weniger. Aber meine magischen Kräfte werde ich dir nicht mehr zur Verfügung stellen. Unsere gemeinsame Liebe endet hier, und unsere gemeinsamen Abenteuer sind vorbei. Ein für alle mal..."

 

Triberian Vallhallen wusste jetzt auf einmal, dass er die Magierin nicht mehr umstimmen konnte und was ihre harten Worte für ihn und seine Zukunft bedeuten würden. Er starrte zu den beiden großen Sternenschiffe im Raumhafen hinüber, die langsam immer mehr verblassten. Die Welt um ihn herum löste sich langsam auf. Er konnte seine aufkommenden Panik nur schwer unterdrücken.

 

"Habe ich dich wirklich je richtig kennen gelernt?" fragte er tonlos.

 

Er konnte ihr bei seinen Worten nicht ins Gesicht sehen und senkte seinen Kopf. Er liebte diese einzigartige Frau von ganzem Herzen. Aber offenbar erkannte sie das nicht oder tat so, als ob sie davon nichts wissen wollte.

 

Die junge Magierin griff nach seinem Kinn, hob es an und zwang Triberian dazu, ihr in die Augen zu sehen.

 

"Du hast dir von mir ein Bild gemacht. Ich habe es willig zugelassen. Sicher war vieles daran richtig, doch nun lernst du jene Seiten an mir kennen, die du in der zurückliegenden Zeit unseres Zusammenseins nicht sehen wolltest. Ich bin eine melancholische Magierin, die sich vor vielen Jahren in dich verliebt hat. Es war eine wunderschöne Zeit mit dir. Ich denke gerne daran zurück. Ich habe dir daher all meine ganzen Zauberkräfte bedingungslos anvertraut und dir jeden deiner Wünsche erfüllt. Als Söldner wolltest du mit mir zusammen gefährliche Abenteuer erleben und die unendlichen Weiten des Universums durchstreifen. Ich habe dir beides in Hülle und Fülle gegeben. Wenn deine Liebe wirklich aufrichtig ist, dann musst du auch anerkennen können, dass alles vorbei ist."

 

Triberian Vallhallens Gesicht war jetzt zu einer Maske erstarrt.

 

Die Magierin ließ das Kinn los und trank noch einmal aus dem Becher. Wieder leerte sie ihn mit einem Zug.

 

"Ich denke, es ist alles gesagt worden, Triberian. Wenn ich den Raum hier verlassen habe, wird sich die Umgebung um dich herum verändern und du wirst dich in deiner realen Welt wiederfinden. Ich hoffe, du wirst den Schock der Veränderung schnell genug überwinden. Wenn nicht, wirst du daran zugrunde gehen."

 

Die Magierin griff nach dem Stab an der Wand und klemmte sich ihren Schlapphut unter den Arm. Einen Augenblick noch blieb sie neben dem Tisch stehen und sah Triberian Vallhallen mit ihren wasserblauen Augen traurig an.

 

"Gibt es noch etwas, was ich für dich tun kann, Triberian?"

 

Der junge Söldner seufzte ein wenig.

 

"Ich wünschte mir, ich könnte noch einmal den Zauber jener wunderschönen Zeit mit dir erleben, die wir miteinander geteilt haben. Ich..."

 

Sie unterbrach ihn und ging.


 

Verzweifelt blickte der junge Mann der Magierin Allvira hinterher. Wenn er jetzt aufspringen würde und ihr nachliefe, dann mochte sich vielleicht alles noch einmal ändern, überlegte der Söldner. Doch er konnte nicht. Irgendeine Macht hielt ihn zurück.

 

Die Stadt City Elfamare war mittlerweile verschwunden. Die beiden Sternenschiffe und der Raumflughafen auch. Den Planeten Stromhold I gab es ebenfalls nicht mehr. Alles hatte sich verändert. Nichts mehr war so, wie es einmal war.

 

***

 

 

Der junge Mann war um viele Jahre gealtert. Er sah aus wie ein Landstreicher.

 

Die grauen Wolkenbänke am Himmel waren an einigen Stellen aufgerissen, und breite Bahnen goldgelben Lichtes fielen auf die belebte Stadt. Das nah gelegene Meer war ruhig und sah aus wie eine silberfarbene Platte. Selbst die schmutzige Hafenstraße ließ dieses Licht wie einen verzauberten Ort erscheinen.

 

Ein aufkommender Windstoß zerzauste das strähnige Haar Triberians, der in seinem verschmutzen Mantel in einer Wasserpfütze vor dem Eingang einer herunter gekommenen Kneipe lag, aus der man ihn gerade rausgeschmissen hatte.

 

"Verdammtes Bettlerpack. Ich habe nichts zu verschenken", schimpfte der Wirt und schlug mit einem lauten Knall die Tür hinter sich zu, die krachend ins eiserne Schloss fiel.

 

Benommen rappelte sich Triberian auf und blickte verwirrt um sich. Er war zurück in seiner Wirklichkeit und in einer Welt, die vom Menschen Erde genannt wurde. Eigentlich wusste er nicht genau, was mit ihm geschehen war. Seine Vergangenheit erschien ihm wie ein total auseinander gerissenes Mosaik, das er erst wieder in langwieriger Syssifussarbeit zusammensetzen musste.

 

Ein alter Mann mit einem langen Bart kam plötzlich auf ihn zu und sprach ihn an.

 

"Ich soll dir eine Nachricht übermitteln. Die Frau, die ihr liebt, befindet sich keine zehn Schritte von hier in einer anderen Welt. Sie ist allein und wartet auf dich", grollte seine tiefe Stimme.

 

Dann fuhr er fort: "Geh auf die massive Steinwand zu, die neben der alten Wirtschaft steht, so als sei sie nicht da! Ist deine Liebe reinen Herzens, dann wird sie für dich kein Hindernis darstellen. Wie ein körperloser Geist wirst du sie durchschreiten. Schon im nächsten Moment bist du für immer und ewig bei deiner großen Liebe. Wenn du aber nicht sicher bist und du an deiner Liebe zu dieser Frau zweifelst, dann prallst du von der harten Mauer ab und wirst dir dabei den Schädel einschlagen. Hast du Mut, junger Mann? Glaubst du an die Magie der Liebe? Dann tu es!"

 

Triberian starrt zuerst den alten Mann, dann die steinerne Wand vor ihm an.

 

"Das spielt keine Rolle. Und wenn ich nur eine Minute mit ihr zusammen bleiben könnte, ich würde gehen!" schrie der junge Mann und rannte wie von Sinnen los. Die Leute, die ihn sahen, schüttelten verständnislos den Kopf und hielten ihn für verrückt.

 

Er wusste nicht, ob seine Liebe rein war und was man unter einer reinen Liebe verstehen mochte, doch tief in seinem Innern verspürte er eine unendliche Sehnsucht danach, jenes Mädchen in seinen Armen zu halten, an dessen Name er sich nur noch vage erinnern konnte: Allvira. Im nächsten Augenblick war Triberian in der Mauer verschwunden. Die Wand hatte sich vor ihm aufgetan, als wäre sie vor ihm zurück gewichen.

 

 

***

 


 

Der junge Mann namens Triberian Vallhallen blickte traurig durch das schmale, hölzerne Sprossenfenster vorbei an den verdreckten Lagerhäusern hinüber zum nah gelegenen Raumhafen, in dem gerade zwei mächtige Sternenschiffe gelandet waren. Er war ein Söldner.

 

Das Fenster der alten Wirtschaft stand weit offen. Der Wirt hatte sich nicht die Mühe gemacht, die schweren Holzläden zu schließen, obwohl es draußen zu regnen begann. Manchmal, wenn ein heftiger Windstoß über den leeren Marktplatz fegte, spritzten Wassertropfen durch das Fenster, von denen einige sogar den Tisch erreichten, an dem Triberian saß.

 

Das meiste Wasser aber sammelte sich in den zahlreich vorhandenen tiefen Kerben der massiven Holzplatte direkt unterhalb des Fensters, die irgendwelche Raumfahrer in Form von Namenskürzeln oder sonstige Zeichen dort hinein geritzt hatten, um wenigstens eine kleine Spur zu hinterlassen, mit der sie sich hier verewigen wollten, kurz bevor ihr Raumschiff den Planeten Stromhold I wieder verlassen musste.

 

Grau wie eingeschmolzenes Blei schimmerte das zusammengeflossene Regenwasser in den zahllosen Rillen und Ritzen. Die vielen überlagerten Schriftzeichen erschienen im fahlen Dämmerlicht dadurch fast wie geheime magische Figuren.

 

 

Triberian nippte an seinem schweren Trinkbecher und nickte mit dem Kopf. Die Magie ist jetzt meine Welt, dachte er versonnen für sich und nahm einen tiefen Schluck roten Stromholdwein zu sich. Dann schaute er wieder aus dem Fenster, wobei er sich fragte, ob der Regen noch lange anhalten würde. Es sah ganz danach aus. Der Himmel schien jetzt noch dunkler geworden zu sein. Die schweren grauen Wolken hingen tief über City Elfamare und durch die Regenschleier wirkten die beiden riesigen Raumschiffe wie silberfarbene Berge.

 

Plötzlich flog die Tür der alten Schenke auf. Eine schlanke Gestalt in einem schwarzen Ledermantel und breitkrempigem Hut verharrte einen Moment im Türrahmen und musterte die Gäste. Dann fiel ihr Blick auf den jungen Mann in der Nähe des offenen Fensters und mit festen Schritten durchquerte sie den Raum, eine nasse Spur aus Regenwasser hinter sich lassend.

 

"Du bist zu mir zurückgekommen, das ist das einzige, was wirklich wichtig ist", sagte eine leise flüsternde Frauenstimme zu dem jungen Söldner am Tisch. "Du wirst sehen, alles wird wieder gut, mein Liebster. Ich wollte den wahren Beweis deiner Liebe zu mir. Du hast ihn erbracht. Du glaubst an die Magie der Liebe. Ab heute nimmt unser gemeinsames Abenteuer kein Ende mehr..."

 

Die Magierin Allvira Quad warf ihren speckigen Filzhut schwungvoll in hohem Bogen auf den Tisch, sodass man jetzt ihre wunderschönen blonden Haare sehen konnte, ging auf den fassungslos da sitzenden jungen Söldner Triberian Vallhallen zu und nahm ihn zärtlich lächelnd liebend in die Arme.

 

Auch er umarmte sie jetzt. Er konnte sein Glück immer noch nicht fassen. Dann küssten sie sich lange und innig.

 

Draußen hatte es plötzlich aufgehört zu regnen. Dafür schien die Sonne auf einmal über City Elfamare und ihr goldgelbes Licht ließ die beiden Sternenschiffe im Raumhafen wie zwei gewaltige Diamanten funkeln.

 

 

 

ENDE

 

© Heinz-Walter Hoetter

 

 

 

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Heinz-Walter Hoetter).
Der Beitrag wurde von Heinz-Walter Hoetter auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.04.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Gedichte der Liebe. Abgöttisch geliebt. von Barbara Priolo



Von Liebe und Verletzlichkeit sprechen die Gedichte Barbara Priolos in immer neuen,überraschenden Variationen. Sie benennen die Süße erwachender Zuneigung, die Inbrunst fraulichen Verlangens nach Zärtlichkeit, und sie wissen zugleich von herber Enttäuschung, von Trennung und Leid des Abgewiesenwerdens. Deswegen aufhören zu lieben wäre wie aufhören zu leben. ** Das Schönste ist,was man liebt **, bekennt die griechische Lyrikerin Sappho auf Lesbos. Diese Einsicht-aus beselingender und schmerzlicher Erfahrung wachsend-ist Ausgangspunkt der sapphischen Dichtungen.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Liebesgeschichten" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Heinz-Walter Hoetter

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Bruno und Karla auf gefährliche Entdeckungsreise von Heinz-Walter Hoetter (Tiergeschichten)
Disteln im Haar von Martina Wiemers (Liebesgeschichten)
Der verschwundene Schnuller von Ingrid Drewing (Wahre Geschichten)