Peter Biastoch

Reichenbach macht Dampf 3

Wieder auf dem Treppenabsatz wandten wir uns zur rechten Seite, dieser Etage. Hier kamen wir in einen Vorraum, von dem drei Zimmer abgingen. Eines dieser Zimmer beinhaltet die Dauerausstellung zur Geschichte der „Nickelgrube“, zu den bei uns vorhandenen Erzen und Mineralien und was damals alles gefunden wurde.

Im zweiten Zimmer konnte man derartige Mineralien, Erze und Gesteinsstufen käuflich erwerben. Und im hinteren Raum gab es noch einmal zwei Dampfmaschinen, die historische Blechspielzeuge antrieben. Ein Rummelplatz war da aufgebaut und überall bewegte sich etwas. Die andere Maschine betrieb eine Metzgerei. Da wurden Schweineteile bearbeitet. Eine dieser Blechfiguren hatte einen Schweinekopf auf einem Tisch liegen. Er hob seine Axt und ließ sie herab sausen, nur um sie gleich darauf wieder anzuheben und fallen zu lassen. Eine Andere Figur trennte Schweineteile an einer Bandsäge… Uns kam die Frage, ob es sich dabei um „pädagogisch wertvolles Spielzeug“ handeln soll?

Wieder zurück in den Vorraum hatten sich die Leute ein wenig verlaufen, die bei unserem Eintreten das dortige Ausstellungsstück umlagert hatten. Es handelte sich um ein maßstabsgetreues und voll funktionstüchtiges Modell eines Sägewerkes, mit zwei Gattersägen und weiteren Sägen. Dieses Modell kannten wir bereits, von einem Besuch einer Werkstatt für (Wasser-) Mühlenbau, im erzgebirgigen Mulda. Als ich noch einmal die damaligen Fotos angesehen habe, konnte ich auch feststellen dass es sich um denselben Mann handelte.

Von ihm erfuhren wir, dass er dieses Modell nach einem Wirklichen Sägewerk gebaut hat. Es war jemand aus seiner Familie, dem dieses gehörte. So konnte er jederzeit die Anlage betreten und auch einzelne Teile ausbauen, um sie zu vermessen. Dann hat er diese Maße umgerechnet und jedes Teil einzeln nachgebaut. Ein Wahnsinns Aufwand! Doch, wenn man dieses Modell betrachtet – da stimmt einfach alles! Ich kann das sagen. Schließlich befindet sich in unserer unmittelbaren Nachbarschaft noch so ein Sägewerk, das noch kein Museum ist, sondern wirklich produziert.

Damit hatten wir dann eigentlich alles gesehen. Wir gingen wieder nach unten und schließlich hinaus. Aber noch nicht zum Auto. Schließlich war da ja noch der Pavillon, unter dem ein junger Mann aus unserem Ort, seine Kunstwerke kreiert.

Ob das Eulen, Bären, oder florale Motive sind, scheint ihn nichts auszumachen. Er arbeitet sehr detailliert und genau! Vor allem, scheint es mir, alles aus dem Kopf, ohne Zeichnung, oder gar Foto! So habe ich, vor allem bei meinen Besuchen im Eldorado der Kettensägenschnitzer, in Blockhausen, bei Dorfchemnitz, schon viele schöne, interessante und faszinierende Holzfiguren gesehen. Doch all den Meistern der Kettensägenschnitzerei steht dieser Mann in nichts nach. So hatte er dieses Mal zwei Bärenfiguren und ein Alpaka, die er aus dickeren Stammstücken freigelegt hatte mit. Dieses Alpaka musste gerade als Gewicht für die Spannschnur seines Pavillons herhalten. Besonders beeindruckend fanden wir, wie gut das sanfte Wesen, im Gesicht dieses Tieres dargestellt war und natürlich die ausdruckstarken Augen!

Wir unterhielten uns noch ein klein wenig mit seiner Frau, die natürlich immer dabei ist, wenn er zu so einem Ereignis fährt. Dann schlenderten wir langsam zu unserem Auto und fuhren wieder nach Hause. Es war ein schöner Nachmittag, mit vielen interessanten Eindrücken.

Ich lud meine Fotos hoch und begann diese zu bearbeiten. Als ich damit fertig war, hieß es, Zeiten zu finden, während denen ich schließlich meine Erinnerungen auch in Worte gießen konnte. Was hiermit beendet sei.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.04.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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