Peter Biastoch

Fütter den T-Rex

Ein Ausflug im Sommer 2013 führte uns nach Augustusburg. Dort war gerade die erste Staffel der Ausstellung „Du bist die Kunst“ zu sehen. Ich hatte meine Kamera dabei (ohne bin ich nicht komplett) und so betraten wir diese Räume.

Bei „Du bist die Kunst“ findet man großflächige Gemälde in 3D-Technik. Das bedeutet, alles ist auf große Tafeln, an den Wänden gemalt, einschließlich der Schatten. Manche Motive erstrecken sich sogar über eine ganze Ecke des  Raumes. Also beide Wände und Fußboden sind mit diesem Motiv bemalt.

Die Herausforderung besteht nun darin, mit diesen Motiven in Aktion zu treten. Das heißt, sich in die dargestellte Situation zu versetzen, sich etwas einfallen zu lassen und sich dann so vor dem Bild zu positionieren, dass es so aussieht, als ob. Dann lässt man sich von seiner Partnerin, oder einer anderen Person, in dieser Stellung fotografieren.

Man konnte dort alle möglichen Tiere streicheln, oder anders mit ihnen agieren. Es gab Giraffen, Tiger und Elefanten. Denen scheint das auch noch zu gefallen! Zu jedem Motiv findet man einen Aufsteller, auf dem man sehen kann, was sich die Künstler für Publikumsaktionen dazu gedacht hatten.

Doch was, wenn einem diese Ausstellung durstig macht? Dann frag doch mal den Dickhäuter, der da an der Wand zu sehen ist und vor dessen Rüssel ein Wassereimer ausgeschüttet wird. Vielleicht ist er so freundlich und gibt Dir etwas Wasser ab? Also lege ich mich hin und lasse mir das köstliche Nass, aus dem Eimer, in den Mund schütten.

Je mehr man sich in derartige, versponnene Gedanken verstrickt, umso mehr Ideen sprudeln. So kommt man aber auch sehr schnell an den Punkt, wo man sagt: Hier bräuchte ich noch diese, oder jene Requisite! Da blieb mir dann nichts anderes übrig, als zu improvisieren. Nehmen wir als Beispiel, diesen T. Rex. Da einfach so zu tun, als würde man ihn an dem Strick aus dem Bild ziehen, macht doch wohl jeder. So ist auch die „Anleitung“ auf der Schautafel zu diesem Motiv. Also musste eine andere Idee her. Nicht ziehen, sondern locken. Aber womit? Na ja, erst einmal so tun, als hätte man etwas in der Hand, auf das er scharf ist und ein Foto machen.

Später waren wir im Lebensmittelmarkt und mir stach dort ein wunderschönes Bündel Mohrrüben, mit frischem Grün, ins Auge. Meine Frau brauchte sowieso wieder welche und so haben wir sie gekauft und ich machte erst einmal ein Foto davon. Nach einer halben Stunde Arbeit am PC hielt ich sie dann auch auf dem fertigen Foto in der Hand.

Damit ist es bewiesen und belegt, dass diese Urzeitmonster eigentlich ganz friedliche Pflanzenfresser waren? Sie waren allerdings ganz verrückt auf frische Möhren!!! Schau mal, wie dem schon das Wasser im Maul zusammenläuft… Ruck zuck war er raus aus dem Bild und schnappte sich mein Bündel!

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