Peter Biastoch

Angriff der Killerenten

Wir befinden uns noch immer in den Ausstellungsräumen der Augustusburg und betrachten die 3-D Kunstwerke, die untere dem Titel „Du bist die Kunst“ stehen. Bisher hatten meine Frau und ich uns ja in die Aufgaben geteilt. Einer von uns machte etwas mit dem Gemälde und der Andere fotografierte ihn dabei.

Nun kamen wir allerdings zu einem Bild, das mit nur einer handelnden Person, unvollständig wirken würde. Nun gut, man könnte das Motiv teilen und einmal mit den, aus dem Bilderrahmen fliegenden Enten etwas machen. Und auf einem anderen Bild die Eier in die Pfanne hauen.

Doch als Hobbyknipser muss man vierdimensional denken. Die Zeitachse bringt es mit sich, dass man auch später noch mehrere Fotos zu einem Einzigen vereinen kann. Und so fotografierten wir uns also erst einmal gegenseitig in den jeweiligen Posen. Diese brachte ich, wieder zu Hause am PC, schließlich zusammen. Und nun steht wieder die Frage: Was da gerade passierte?

Vieles geht ja schon aus dem Foto hervor. Margitta wollte uns ein Omlett braten. Dazu nahm sie die Eier, die gerade zur Verfügung standen – nicht ahnend, dass diese aus dem Gelege von Killerenten geraubt waren! Ich beobachtete sie dabei und mir lief schon das Wasser im Mund zusammen.

Da spürte ich einen harten Schlag im Nacken! Etwas biss sich dort fest und hob mich dann in die Luft. Ich konnte nicht erkennen, wer oder was mich so brutal vom Boden riss. Doch nach kurzem Flug wurde ich über einem Nest fallen gelassen. Ein halbes Dutzend harter Entenschnäbel prügelten auf mich ein. Wo sie mich trafen gab es Platzwunden. Ich konnte mich kaum dieser Menge erwehren und versuchte aus dem Nest zu klettern.

Mit viel Mühe überwand ich blutüberströmt den Wall aus Geäst. Doch auch da noch verfolgte mich dieser Schwarm Enten. Sie stießen, im Sturzflug, auf mich herab und jeder ihrer Schnabelhiebe saß. Keine fünf Meter vom Nest entfernt wurde mir wegen der Schmerzen schwarz vor Augen. Ich brach zusammen und sie schleiften mich zurück ins Nest.

Was dann passierte, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Wahrscheinlich haben sie mich, auf ihre Art, „in die Pfanne gehauen“… Ich wachte in meinem Bett auf und tastete mich erst einmal ab. Alles in Ordnung. Keine Platzwunden. Keine Schmerzen. Es war nur ein Traum!

Doch seither habe ich jedes Mal ein komisches Gefühl, wenn ich Enten sehe.

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