Marlene Remen

AN DICH, MEIN KIND

An dich, mein Kind, mein Marcel, schreibe ich meine Gedanken auf.
Jede Minute, jede Stunde und jeder vergangene Tag macht mir immer
mehr bewußt, wie sehr du mir und uns Allen fehlst. Wie oft stelle ich mir
in meinen Träumen vor, du bist hier und ich sehe deine liebes Lächeln
wieder, höre deine Stimme und fühle deine Dasein hier bei mir.
Und immer wieder holt mich die Verzweiflung ein, wenn ein neuer Tag
gekommen ist und du bist nicht hier und wirst es auch nie wieder sein.

Wie gerne möchte ich dich hier bei uns haben, aber es geht ja nicht.
Du brauchst die Versorgung und Pflege dort im Pflegehaus und sie kümmern
sich so liebevoll um dich. Aber, all dies möchte ich so gerne für dich tun,
wenn ich auch weiß, das es nicht möglich ist. Habe ja auch noch Papa hier
zu versorgen, wer soll es denn sonst tun ? Das Haus, Hof und Garten in
Ordnung zu halten, es gelingt mir nicht mehr, die Kraft fehlt.
Meine Kraft warst du, deine Zuverlässigkeit , dein Sehen von Arbeiten,
die gemacht werden mußten, deine Geduld für Alles und auch oft das
Spüren meiner Träume und Wünsche, die ich gar nicht aussprechen mußte,
du fühltest sie.

Mein altes Herz vermißt dich so sehr und es weint jeden Tag nach dir.
Oftmals möchte ich nur noch schreien und diesem ungerechten Leben ein
Ende bereiten, was hält es denn noch bereit ? Nur neue Qualen, neue Tränen,
Gedanken, die nicht enden wollen und sich nur im Kreis drehen. Wozu noch ??
Aber, die Liebe in mir, die Liebe, die ich für dich habe, für dich, deine Schwester
und unseren Jungen Mädels und auch für Papa und nicht zu vergessen, Flecki,
nein, sie läßt es nicht zu, daß ich aufgebe.
Niemals wird diese Liebe dich verlassen, ganz gleich, was auch noch geschehen
wird, sie wird immer bei dir sein.

Mein Herz sagt es dir an jedem neuen Tag und für alle Ewigkeit  :

MEINE     LIEBE     WIRST    DU     NIE     VERLIEREN

Ich bin bei dir, wenn es Abend wird
und auch in dunkler Nacht.
Ich bin bei dir beim ersten Licht,
wenn ein neuer Tag erwacht.....


All meine Lieb kann dir nicht helfen,
mein Herz, es weint um dich.
Ein jeder Tag macht mir bewußt, daß wir
Verlorene sind.


Ich denk an dich, geliebtes Kind,
schick meine Liebe mit dem Wind.
In meinem Herzen ist dein Platz,
bewahre dort den größten Schatz.
Marlene Remen, Anmerkung zur Geschichte

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