Peter Kröger

Galapagos

 

 

Wir unterscheiden, indem wir uns und andere irgendwo vermuten, überall, nur nie dort, wo wir sind, keinesfalls an diesem Ort, hier, hatte er am Kneipen-Stehtisch gesagt, dachte sie. Der Beischlaf ist die Manifestation dieser Unterscheidung im Schauen mit umgekehrtem Vorzeichen, ein Missverständnis, ein Irrtum, allenfalls notwendig, hatte er, wild gestikulierend, hinzugefügt, und seine, wie sie meinte, flachen Gesichtszüge hatten für einen Moment hässlich und bedrohlich gewirkt, doch gleich darauf erkannte sie wieder den abgehalfterten Spinner mit Hornbrille, der sie erregte.

Und wenn schon, wenn wir beide hier wären, genau hier, ganz und unvermutet und manifest und deckungsgleich, hatte sie, spitzfindig und lüstern, entgegnet, rein gar nichts würde geschehen. So allerdings sind wir quasi zum Erfolg verurteilt, um uns als unterschiedlich und unterschieden wahrzunehmen und einander – sie zögerte – anzurühren. Er hatte sie angestarrt. Last orders. Endlich, der Moment mochte gekommen sein.

Plötzlich Galapagos, Darwin, welches Jahr, das war die Frage, die nicht mehr abzuschütteln, nicht zu verbannen gewesen war, dachte sie. Was war nur los mit ihr, achtzehnhundertirgendwas, sie war dicht dran, ganz dicht. Der Spinner wusste es, bestimmt, aber ihn fragen? Wozu, es änderte nichts. Galapagos, wer wusste überhaupt, wo das war?

Nun war es zu spät. Es war eine Möglichkeit gewesen, wie andere Möglichkeiten auch. Vielleicht war es keine. Wie die Dinge sich glichen! Die Lider wurden schwer. In ihrem leeren Bett tauchten blaue Augen in Dunkelheit.

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In meinen Gedichten, schreibe ich mir meine eigene Realität, meine Träume auch wenn sie oft surreal, meistens abstakt wirken. Schreiben bedingt auch meine Sprache, meine Denkmechanismen mein Gefühl für das Jetzt der Zeit.

Ich vernehme mich selbst, ich höre tief in mich rein, bin bei mir, hier und jetzt. Die Sprache ist dabei meine Helfershelferin und Komplizin, wenn es darum geht, mir die Wirklichkeit vom Leib zu halten. Wenn ich mein erzähltes Ich beschreibe, beeinflusse, beschneide, möchte ich begreifen, wissen, welche Ursachen Einflüsse bestimmte Dinge und Menschen auf mein Inneres auf meine Handlung nehmen, wie sie sich integrieren bzw. verworfen werden um mich dennoch im Gleichgewicht halten können.

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