Olaf Lüken

Geld - zwischen Klugheit und Redensart - Teil I

Denken wir über das Geld nach, gelangen wir in die Welt der Weisheit oder in die Welt der schnöden Redensart. Ein paar Beispiele:

Der Deutsche: Geld ist scheu wie ein Reh. Man darf dem Geld nicht hinterher rennen.Denn, während wir dem Geld nachjagen, ist die Zeit unwiederbringlich dahin. Das Geld liegt auf der Straße, man muss sich nur danach bücken. Das Geld rinnt einem durch die Finger. Er haut sein Geld auf den Kopf. Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert. Kleinvieh macht auch Mist. Dem Geld ist es egal, in wessen Taschen es landet. Man muss sich auch mal nach der Decke strecken, um über die Runden zukommen. In meinem Geldbeutel herrscht Ebbe. Ich kann mir kein Geld aus den Rippen schneiden. Geld macht keinen Schalk fromm. Wer Geld hat, braucht keine Freunde. Er hat Geld wie Heu. Geld kommt zu Geld. Hast du was, dann bist du was. Hast du nichts, dann bist du nichts. Es kostet  ihm ein Heidengeld. Über Geld spricht man nicht. Geld hat man. Er zieht jemandem das Geld aus der Tasche. Wer über Geld spricht, hat es nicht. Beim Geld hört die Freundschaft auf. Geld ist  nicht alles. Aber ohne Geld ist alles nichts. Er wirft oder jagt sein Geld zum Fenster (Schornstein) hinaus. Er wirft mit dem Geld nur so um sich. Er schwimmt im Geld. Geld regiert die Welt. Wer regiert  das Geld?  Wer hat, dem wird gegeben. Der Teufel scheißt auf den größten Haufen. Geld allein macht nicht glücklich, aber es beruhigt. Mit Geld spielt man nicht. Wo Geld und Gut, da ist kein Mut. Die Mutter eine Hur, der Vater ein Dieb, hast du Geld, so bist du lieb. Geld stinkt nicht, und Bargeld lacht. Der Schein heiligt die Mittel. Redet Geld, schweigt die  Welt. Geld verdirbt den Charakter. Groß ist  die  Zahl der volkstümlichen Ausdrücke für  Geld. Ein paar Beispiele: Asche, Bimbes, Dreck, Flocken, Kies, Klimpergeld, Kohlen,  Knete, Kröten, Mäuse, Moos, Moneten, Piepen, Pinke Pinke, Pulver,  Schienen, Schotter und Zaster. Sie kennen sicherlich ein paar weitere Beispiele:

Der Holländer: Wenn du dein versoffenes Geld wieder haben willst, dann musst du die Tochter des Wirts heiraten. Meine größten Schmerzen: Zahnschmerzen, Ohrenschmerzen und Geldschmerzen. Ein Kaufmann ohne Geld, ist ein Stümper in der Welt. Geld und Gut, wechseln wie Ebbe und Flut.Der Pole: Eine Hand voll Geld ist besser als zwei Hände voll guter Ratschläge. Menschen sind nicht frei, wenn sie einen leeren Geldbeutel haben. Als ich Geld hatte, nannte mich jeder einen Bruder. Als ich  kein Geld mehr hatte, nannte mich jeder einen Idioten. Der Tscheche: Die Armgebliebenen und die Reichgewordenen haben eines gemeinsam: sie denken immer ans Geld.
Der Schweizer: Geldgeschenke sind fantasielos. Vor allem kleine. Wenn Sie einen Schweizer Bankier aus dem Fenster springen sehen, springen Sie sofort hinterher. Es gibt etwas zu verdienen.
Der Österreicher: Dreierlei Menschen haben kein Geld: die Verschwender, die Armen und die Geizigen. Geld macht Armut erträglicher. Ist das Geld die Braut, so taugt die Ehe selten was. Wenn mit dem Taler geläutet wird, öffnene sich alle Türen. Er hat Geld wie Mist (Deutschland: Heu).

Fortsetzung folgt.

(C) Olaf Lüken (2017)
Aus meinem Buch "Schöne neue Geldwelt" (2017)

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.04.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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