Olaf Lüken

Geheimwaffe Bitcoin

Mit Bitcoins schnell reich werden. Dieser Gedanke klingt mehr als verlockend, wenn man einigen Medienberichten Glauben schenken darf. Doch wie funktioniert die digitale Währung, und kann sie dem Erwerber, sprich Käufer, eine Substanz von Dauer bieten oder ist der Bitcoin ein typisches Beispiel für eine Spekulationsblase ?  Zugegeben, die Technologie, die hinter dem Bitcoin und seinen verschiedenen Facetten steckt, ist faszinierend. Sie ist komplex, das Zahlungssystem gilt als unabhängig von Banken oder staatlichen Institutionen. Denn alle Transaktionen werden auf einer Datenbank namens Blockchain hinterlegt. Es handelt sich um ein dezentrales System. Für die Erzeugung der sogenannten Kryptowährung werden viele Rechner benötigt. Die umstrittene Digitalwährung "Bitcoin" trat Ende 2017 als Finanzprodukt und Internetwährung ihren Weg auf dem regulierten Börsenmarkt an, stieg überraschend schnell und strich kurz und knapp an der 20.000-Euro-Marke, vorbei, während der Kurs aktuell (22.4.2018) die 7.274,68 Euro erreicht hat. Am 5.2.2018 lag sein Wert bei rund 5.500 Euro.

Was ist ein Bitcoin ?

Er ist ein digitaler Code, der auf dem Computer gespeichert wird. Erfunden wurde der Bitcoin als Zahlungsmittel. Alternativ zu Euro, Dollar oder Yen. Es ist die Idee von einer Währung, die unabhängig von Staaten, Zentralbanken oder Geschäftsbanken existiert. Bitcoins und andere digitale Zahlungsmittel werden nicht von einer zentralen Stelle kontrolliert, Buchungen müssen nicht von einer zentralen Stelle bestätigt werden. Stattdessen "fließen" Bitcoins direkt von einem User zum anderen, ohne Zwischenschaltung von Finanzinstituten. Um diese Transaktionen zu kontrollieren existiert ein großes Kontenbuch, das alle jemals getätigten Transaktionen enthält und dem neue Buchungen hinzugefügt werden. In dieser dezentralen Datenbank  ("Blockchain") sind die Daten kryptografisch verschlüsselt hinterlegt. Das Zurückverfolgen der Transaktionen ist äußerst aufwendig, weswegen Bitcoins seinen Nutzern eine weitgehende Anonymität gewärt.

Wie entstehen Bitcoins ?

Die Kontrolle der Transaktionen in der Blockchain übernehmen private Computernutzer, die dafür Datenverarbeitungskapazität bereitstellen - und zwar mit der Zeit immer mehr, da diese Prozesse immer komplexer werden. Als Lohn erhalten sie Anteile an der digitalen Währung. So entstehen neue Bitcoins. Die Transaktionen werden inzwischen weitgehend von professionellen Akteuren kontrolliert.

Sind Bitcoins Geld ?

Ursprünglich waren Bitcoins als Zahlungsmittel gedacht. Die Spekulationen unterminieren ihre Geldfunktion. Innerhalb kürzester Zeit hat sich der Bitcoinkurs vervielfacht, so dass die Bezahlung von Waren und Dienstleistungen mit ihm zum schlechten Festgeschäft entwickelt hat. Mittlerweile (Nov. 2017 bis Ende April 2018) ist der Kurs brachial auf 7.264 Euro abgestürzt. Die Anerkennung des Bitcoins als Zahlungsmittel steht noch aus, ebenfalls sein Verbot.

Ungewisse Reaktion bei Krisen ?

Zu seinen Schwächen gehört, dass die benötigten Rechnerleistungen viel Energie verbrauchen - unterm Strich also ein teurer und unzeitgemäßer Datenspeicher ist. Auch der Vergleich zum Gold wüde beim Bitcoin nicht passen. Zwar ist die Idee eine Absicherung gegen einen möglichen Kollaps des Geldsystems zu haben, ähnlich. Doch beim Gold ist das Vertrauen seit Jahrtausenden gefestigt, während es bei Bitcoins keine Erfahrungswerte gibt, wie das System auf Krisen reagieren würde.

Was beeinflusst den Kurs ?

In der letzten Zeit war es vor allem die Ankündigung offizieller US-Börsen, den Handel mit auf dem Bitcoin-Kurs basierenden Finanzanlagen zuzulassen. Die US-Handelsplattform CBOE führte im vergangenen Jahr den ersten Bitcoin-Terminkontrakt ein. Andere wollen mit Bitcoin Futures nachziehen. Mit Future-Kontrakten werden Rohstoffe oder Finanzprodukte zu einem vorab festgelegten Preis und zu einem bestimmten künftigen Zeitpunkt gehandelt. Dadurch sind nun auch Wetten auf eine künftige Kursentwick lung möglich. Käufer und Verkäufer können sich so gegen Preisschwankungen absichern. Dies macht Bitcoin-Anlagen auch für professionelle Finanzinvestoren interessant und lukrativ, wenn die gewünschte Prognose Wirklichkeit wird.  Ist der Bitcoin Teil der Spekulationsblase ? Die meisten Finanzexperten sagen dazu offen "Ja". Kursanstieg und -verfall haben keinerlei wirtschaftlichen Hintergrund wie zum Beispiel seine zunehmende Verwendung als Zahlungsmittel. Übrigens: Eine Blase erkennt man spätestens dann, wenn sie platzt. Bisher ging alles gut. Noch.

(C) Olaf Lüken (2018)

Aus meinem Buch "Schöne neue Geldwelt", Buchwerk Verlag
Veröffentlicht im Bonner General-Anzeiger

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.04.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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