Jürgen Malodisdach

Kalle, Claudia und Kalle die 7.

Wieder einmal oder besser gesagt, wie so oft gehe ich mit Tobi spazieren. Bin extra diesmal etwas weiter weg gefahren.

Wir drehen unsere Runden an einem kleinen See, der um diese Jahreszeit nur von wenigen, meist Hundebesitzern, als Spielplatz benutzt wird. Das Wasser ist klar, sauber und vom Sommer noch erträglich warm.

Für Hunde ein wunderbares Gelände zum Toben. Das wird auch ausgenutzt. Der Sandstrand ist von den Verantwortlichen gereinigt. Was soviel heißt, daß die Reste der Grillsaison und alle liegen gelassenen Badeutensilien nebst sonstigen Hinterlassenschaften weggeräumt wurden.

In regelmäßigen Abständen hängen große blaue Plastesäcke an Sträuchern oder Bäumen. Sie dienten oder dienen wieder für die nächste Saison zur Aufnahme des Mülls, den die Benutzer des Strandes so übrig haben.

Das wird auch meistens so gehandhabt. Sogar Hundekot wird entfernt. Die Besucher sind viel ordentlicher, als von den Medien oft so gesagt wird.

Dieser kleine See ist rundherum begehbar. Teilweise grasbewachsene Flächen und Baumgruppen und auch ein Sandstrand wie an der Ostsee , geben dieser Gegend ein angenehmes Flair.

Berliner Badegäste nutzen diesen See und die angrenzenden nur etwas über 100 m hohen Berge gerne als Erholungs-und Entspannungsgebiet.

Es ist ja auch für jeden zugänglich und das auch noch unentgeldlich.

Noch, denn wenn die staatlichen oder örtlichen amtlichen Stellen wieder einmal ihre Geldsäckel füllen wollen, werden sie bestimmt mit neuen Bestimmungen diese Idylle mit Zäunen umgeben und einen Obulus verlangen, den sie jährlich erhöhen könnten.

Ausreden finden sie dafür bestimmt. Gerüchte dazu sind schon im Umlauf.

Wir schlendern also gemütlich, noch barfuß, mein Hund sowieso, durch den Rand des Gewässers. In der Ferne sehe ich einen anderen Hund herum laufen. Er kommt mir bekannt vor. Und richtig, es ist Kalle von Kalle und Claudia.

Zu sehen ist von den Beiden aber niemand. Dann doch noch, in einer kleinen flachen Senke oder Mulde, sehe ich eine Gestalt liegen.

Beim Näherkommen erkenne ich Kalle, also Karlheinz. Schläft er im noch warmen Sand? Jetzt bestimmt nicht mehr, denn Hund Kalle hat uns erkannt und kommt mit freudigem Schwanzwackeln auf uns zu.

Zur Begrüßung gibt`s ein keines Leckerli. Wir haben uns nach der verhältnismäßig kurzen Zeit unserer Bekanntschaft schon gut angefreundet.

Großes Hallo und Erstaunen meinerseits. Karlheinz sieht ganz anders aus als ich ihn vorher öfter gesehen habe. Richtig sauber und ordentlich gekleidet, wenn auch jetzt seine Kleidung durch das Liegen im Strandsand etwas abbekommen hat. Das geht aber mit ein bißchen abklopfen weg.

Die Begrüßung fällt sehr freundlich von uns beiden aus.

Danke für das Handy und die anderen Sachen, die du uns besorgt hast . Und schöne Grüße von Claudia soll ich dir sagen, falls wir uns mal treffen. Was hiermit geschehen ist, sagte Kalle mit leisem Lächeln.

Und du solltest dich mal wieder bei Jutta melden. Sie redet nur von dir und eurem Abschiedsspielchen nach dem Treffen in Erichs Salon.

Na da war wirklich etwas los, bemerkte ich. Ich ließ nochmal kurz die ganze Geschichte Revue passieren. die Bilder tauchten erst verschwommen, dann immer deutlicher vor meinen Augen auf.

Als Claudia sich verabschiedet hatte und gegangen war, wollte ich auch losgehen.

Ging auf Jutta zu und dann ritt uns beide plötzlich so etwas wie ein Teufelchen . Diesmal aber ein ziemlich scharfer Sexteufel.

Aus dem Abschiedsküßchen wurde mit einem Mal eine ganz lustvolle Begierde. Ohne noch einmal irgend etwas zu sagen, zogen wir uns gegenseitig die wenigen Sommersachen aus.

Fragten nicht mehr wo wir waren, ob das alles o.k. ist und lagen auf dem kühlen Fußboden der geschlossenen Erich`s Gaststätte. Es war ein pures Gefühl einer angestauten Sehnsucht, fast schon Liebe , mindestens aber hochgradig verliebter Gefühlswallungen.

So war unser bestimmt nicht leiser Geräuschpegel weit zu hören gewesen. Und auch der Boden hinderte uns nicht, unsere Körper in schönster Zusammenführung zu unterstützen.

Der Rausch, der sich ineinander bewegenden Teile ,hielt auch noch lange nach den erlösenden Höhepunkten an.

So kam es, daß wir beide noch lange vollkommen liebevoll vereint auf dem harten Parkettboden lagen. Erst der aufkommende Durst löste nach längerer Zeit unsere Verbindungen auf. Ein wunderschöner Sonntagnachmittag brachte uns beiden ein tolles Liebeserlebnis.

So stimmte es, daß ich unbedingt Kalles Worten folgen wollte.

 

Keine Ursache ,sagte ich zu Karlheinz, habe ich gerne getan, antworte ich. Wie geht`s euch?

Naja ,sagt Kalle. Im Krankenhaus haben mich alle sehr nett und ordentlich behandelt. Ich war ja ganz schön weit unten. Hat nicht viel gefehlt und ich wär, na nicht im Himmel, eher wohl in der Hölle, weißt du , so in Hölle drei, wenn du den Witz kennst.

 

Hier der Witz...

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Einer tritt aus dem Erdenrund ab. Freiwillig oder auch nicht. Er kommt an die Himmelsforte und bittet um Einlaß. Der Empfangsengel hört sich seine Geschichte an, sieht in der Himmelsakte nach und entscheidet dann:

Neenee lieber Freund. Du hast zuviel Mist gebaut in deinen Erdenjahren. Deshalb können wir dich leider nicht aufnehmen. Geh mal lieber in die Hölle zum Teufelchen .

Also geht es abwärts. Er kommt unten an . Nachdem sich der Empfangsteufel seine Geschichte angehört hat entscheidet er und sagt, melde dich mal in Hölle drei.

So geht er also zur ersten Tür. Öffnet sie und sieht hier einen total überfüllten Raum in dem die vielen Sünder bis zu den Knien in der Scheiße stehen.

Er ruft in den Raum, ist hier Hölle drei ? Nein, hier ist Hölle eins. Mußt du weiter gehen. Sagen die Insassen.

Als er die nächste Tür öffnet, stehen viel weniger Insassen bis zum Bauch in der Sch.. Der Raum ist nur halbvoll, aus dem die Worte kommen. hier ist Hölle zwei, wird auf die Frage nach Nummer drei geantwortet.

Noch eine Tür. Es steht nur ein einziger Abgetretener in dem dusteren Gewölbe, aber bis an die Unterkante seiner Lippen in der Sch. Ist hier Hölle Drei ?

Die Antwort --- JA, komm rein, aber mach keine Wellen---

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Kenn ich, sagte ich. Komm wir setzen uns, erzähl mal , wie`s geht. Seit ihr wieder zusammen, du und Claudia ?

Nicht direkt. Sie hat ja eine kleine Wohnung. Bin manchmal zu Besuch. Auch Nachts, wenn uns so ist. Wir wollen im Moment aber nicht zusammen ziehen.

Claudia war nach den Affairen mit ihrem ehemaligen Chef auch voll abgerutscht. Ohne Arbeit, ohne Freunde, ich war auch nicht da, hatte ja ebenfalls nur Probleme.

Ich mußte auch erst einmal mit meinen Problemen fertig werden. Was keiner wußte, ich hatte auch eine Frau gefunden. nicht geheiratet aber zusammen gelebt. Ein riesieger Fehler, erzähle ich dir noch.

 

 

Fortsezung folgt

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 25.04.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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