Heinz-Walter Hoetter

Der Liebenden grausames Schicksal

Es war an einem schönen, schwülwarmen Sommertag Ende Juni letzten Jahres.

 

Der Tag neigte sich langsam dem Ende zu und die kommende Dämmerung war bereits zu erahnen. Vom Horizont her schoben sich langsam und unaufhaltsam dunkle Wolken vor die untergehende Sonne. Trotzdem hatte sie noch immer genug Kraft, um ihre goldgelben Strahlen an der sich höher und höher auftürmenden Wolkendecke vorbei auf die weite Landschaft zu schicken. Es war ein grandioses Schauspiel von wechselndem Licht und fliehenden Schatten.

 

***

 

Auf einem einsamen Feldweg, ganz in der Nähe eines schönen Dorfes, zwischen hohen Bäumen mit dichtem Blattbewuchs, grünen saftigen Wiesen und weiten Feldern, gingen zwei leidenschaftlich Liebende Arm in Arm dahin.

 

Völlig in Gedanken versunken schlenderten sie in der Mitte des Weges, genossen gemeinsam ihr inniges Liebesglück, die körperliche Nähe und die Wärme des anderen.

 

Von ihren liebesdurchfluteten Gefühlen gefangen bemerkten die beiden nicht das erste tiefe Grollen am dunkel gewordenen Himmel. Wie konnten sie das auch, wenn sie sich in tiefer Hingabe zueinander in ihrer überschäumenden Liebe verloren?

 

Das Wetter interessierte sie im Augenblick nicht. Sie nahmen ihre Umwelt einfach nicht wahr.

 

Sie lächelten sich vielmehr gegenseitig an, blieben immer wieder stehen, umarmten sich heftig und begannen sich jedes Mal leidenschaftlich zu küssen – minutenlang.

 

Plötzlich fing es an zu regnen. Erst tröpfelte es nur ein wenig, dann setzte abrupt ein heftiger Regenschauer ein. Die Verliebten hielten nur kurz inne, achteten aber nicht weiter auf die nasse Flut, während sie sich noch immer stürmisch umarmten.

 

Da standen sie nun, ein junger Mann und ein junges Mädchen auf einem einsamen Feldweg unter rauschenden, hin und her wiegenden Baumkronen stehend mitten im herab prasselnden Regen.

 

Ein eindrucksvolles Bild, wie es vielleicht schöner nicht hätte sein können, voller natürlicher Farben, großer leidenschaftlicher Gefühle weit draußen und ganz allein im stillen Schoß von Mutter Natur.

 

Die beiden sahen sich nach dem Küssen verträumt in die Augen. Regentropfen liefen ihnen übers Gesicht, die aussahen wie kleine durchsichtige Perlen.

 

Während sie heiße Blicke miteinander austauschten, wuchs ihre sexuelle Begierde zueinander und am liebsten hätten sie sich gleich hier auf der Stelle die nassen Kleider vom Leib gerissen, um sich ihrer heißen Liebe an diesem ungewöhnlichen Ort ungezügelt hinzugeben, einer Liebe, die so tief und innig war, dass es keines einzigen Wortes mehr brauchte.

 

Doch was sollen sie tun?

 

Die Leidenschaft wuchs von Sekunde zu Sekunde. Sie brannte in ihnen wie ein loderndes Feuer im anfachenden Wind. Sie vergingen beinahe vor heftigem Verlangen den anderen zu spüren. Sie hatten nur noch einen einzigen Gedanken: Sie wollten sich hier und jetzt vereinigen. Sie wollten mit ihren Körpern verschmelzen – jetzt und sofort.

 

Wenn das Fleisch und der Geist nur noch das Eine wollen, die Hormone verrückt spielen, die Sinnlichkeit und die prickelnde Lust ungeahnte Höhen erklimmen, sodass jeder vernünftige Gedanke verdrängt wird, dann brennt die Leidenschaft schon lichterloh, dann gibt es kein Zurück mehr. Natur und Liebe fordern unaufhaltsam ihren Tribut.

 

Der junge Mann handelte rasch und instinktiv. Er begann das hübsche Mädchen zu entkleiden, bis sie nackt vor ihm stand. Ihre großen hart gewordenen Brustwarzen standen steil ab. Regen ergoss sich über ihren wohlgeformten Körper. Sie stöhnte schon. Es regnete noch immer in Strömen und es war ein wenig dunkler geworden. Trotz ihrer Nacktheit war ihr warm.

 

Dann umfasste der Bursche ihre Taille und legte sie sanft hinunter ins regennasse Gras unmittelbar am Wegesrand. Während er sich selbst hastig auszog, spreizte sie ihre Schenkel weit auseinander und zeigte ihm auf diese Weise ihre nassen Schamhaare, die einen dichten Busch auf ihrer erregten Vulva bildeten.

 

Das Mädchen streckte jetzt seine Hände nach ihrem Geliebten aus. Sie wollte ihn endlich in sich haben.

 

Dann war es soweit. Sein regennasser Penis glitt wie von selbst in ihre feuchte Vagina, zugleich vereinigten sich aber auch zwei Seelen miteinander.

 

Immer tiefer fuhr er in sie hinein. Sie presste sich ihm entgegen und hielt ihn ganz fest an sich, während er rhythmische Stöße vollzog, die immer heftiger und schneller wurden.

 

Blitze zuckten vom Himmel herab, gefolgt von dumpfen, grollenden Donnerschlägen. Warmer Dauerregen ergoss sich über die weite, endlose Landschaft im Junigrün.

 

Ein Bild purer Romantik: zwei Liebende im Gewitterregen, sie mit weit gespreizten Beinen unter ihm, er sinnlich ihre Brust küssend und kräftig stoßend auf ihrem nackten, zuckenden Körper liegend.

 

Der Regen hatte keineswegs an Heftigkeit nachgelassen, sondern prasselte wie im Takt zum Liebesspiel der beiden jungen Menschen, die nicht mehr voneinander lassen konnten. Sie wälzten sich jetzt vor lauter Geilheit im giftgrünen Gras, rollten hin und her, dann über den Rand des Weges, bis sie im Rausch der Sinne fast in einer Wasserpfütze zu liegen kamen, um noch nicht einmal hier ihren Liebesakt zu unterbrechen. Jeder wäre beim Anblick dieser endlosen Hingabe zerschmolzen. Diese Küsse, diese Bilder höchster Sinnlichkeit, zugleich auch ein Feuer unendlicher Liebe zwischen dem männlichen und dem weiblichen Urwesen.

 

Die Liebenden selbst sahen sich als Beobachter dieses heißen Liebesspieles im Regen und inmitten einer freien Natur. Sie sahen sich an und fühlten ihre warmen Körper, die sich gegenseitig innig begehrten. Der junge Mann streichelte liebevoll über den Hals, den Bauch und über den vor Wollust angeschwollenen Venushügel des Mädchens, das alles mit sich geschehen ließ. Sie liebte es, unter ihrem Geliebten hingebungsvoll zu vergehen. Er hatte ein prächtiges Glied, das sie hart und tief in ihrer weichen Vagina spürte. Diese sehnsüchtige Begierde, die jede einzelne Faser seines prallen Schwanzes liebte, war unvorstellbar geil für sie und raubte ihr fast die Sinne.

 

So lag sie breitbeinig da, mit fest geschlossenen Augen. Sein harter Phallus war jetzt noch tiefer in ihrem weiblichen Geschlecht eingedrungen, fast bis zum Anschlag. Sie stöhnte und schrie unter seinen unablässigen Stößen und mit jeder Bewegung kamen beide dem berauschenden Höhepunkt näher und näher. Sie hätten ewig so weiter machen können, aber zugleich ersehnten beide auch den sich ankündigenden Orgasmus, dem sie jetzt gemeinsam erlösend zustrebten.

 

Dann bäumten sich ihre Körper gleichzeitig auf. Das Mädchen schlang ihre zarten Hände um seinen Nacken und zog sich laut stöhnend zu ihm hoch, um ihn im Höhepunkt der Gefühle innig zu küssen. Er kam ihr instinktiv entgegen und tat es ihr gleich.

 

Genau in diesem Moment zuckte plötzlich ein gleißend heller Blitz vom Himmel herab und schlug genau in den hohen Baum ein, der ganz in der Nähe des Liebespaares direkt am Rande des Feldweges stand.


 

Wie ein grelles Geschoss, mit unglaublich dämonischer Gewalt, pflanzte sich die Energie des Blitzes fort über den nassen Rasen bis hin zu den beiden nackt daliegenden, fest umschlungenen Körpern, die er augenblicklich und gnadenlos durch einen einzigen, starken Stromschlag brutal tötete. Dann trat eine unheimliche Stille ein. Dort aber, wo er nur Sekunden vorher eingeschlagen war, dampfte noch der feucht nasse Boden, als hätte jemand ein Feuer gelöscht.


 

Kurz darauf folgte ein furchterregender Donnerschlag, der die Umgebung erzittern lies, bis auch dieser schließlich irgendwo am fernen Horizont wie ein immer schwächer werdendes Echo verhallte.

 

Der prasselnde Dauerregen ergoss sich weiterhin über die weite Landschaft und die Wasserpfützen auf dem Feldweg nahmen an Größe und Ausdehnung zu. Das Gewitter zog langsam vorbei, der Regen aber blieb die ganze Nacht.


 

***


 

Am nächsten Morgen entdeckte ein Bauer aus dem Dorf die beiden jungen Menschen, die tot und immer noch tief umschlugen kalt und nackt im dampfenden Gras des frühen Tages lagen.


 

Voller Entsetzen fuhr er mit seinem Traktor sofort runter ins Dorf, ging in die nächste Telefonzelle und rief von dort aus die Polizei an, die etwas später zusammen mit einem Rettungswagen am Ort des Geschehens eintraf.


 

Wie sich später herausstellte, waren es zwei gleichaltrige junge Menschen aus einer weit entfernteren Großstadt gewesen, die ganz unabhängig voneinander zum Urlaub machen in diese schöne Gegend gekommen waren. Sie hatten sich offenbar in der nah gelegenen Jugendherberge „Sonnenblick“ rein zufällig kennen und lieben gelernt.


 

Ihr gemeinsames Liebesglück aber war nur von kurzer Dauer gewesen.


 

Nicht immer schützt Gott die Liebenden.

 

 

ENDE

 

©Heinz-Walter Hoetter


 

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