Darline Wittmann

Die letzten Worte K's

Und es brach aus ihm heraus, seine Enttäuschung getränkt in Wut auch nur einen von diesem Abschaum jemals eine Erklärung abgegeben zu haben, obwohl er sie doch schon von Anfang an durchschaut hatte und wusste, dass wenn er am Abgrund stünde, ihm niemand helfen würde. Sie warteten doch nur gespannt auf seinen Fall. Wieso hatte er sich vor solchen Menschen gerechtfertigt? Mit dem Wissen, dass alles was er tat oder sagte, angeklagt werden würde? Tat er es gerade deshalb? Um zu beweisen, dass er sich nicht geirrt hatte? Aber wem galt es denn eigentlich etwas zu beweisen? Sich selbst?
Tränen flossen langsam aus seinen Augen. Doch sie galten nicht der Reue, sondern der Tatsache, dass er es wusste. Es war nur eine Frage der Zeit gewesen. Es war immer nur eine Frage der Zeit gewesen.

Die letzten Worte: 
Und ihr werdet eure Taten vergleichen mit meinen.
Und ihr werdet spüren die Härte eurer und die Unschuld meiner.
Die Gedanken sollen euch lehren,
ein schlechtes Gewissen jedoch wird euch bestrafen.
Für Verrat ohne Grund, für fehlende Verständnis, für die Rücksichtslosigkeit, die euch blind durchs Leben führt,
ohne Einsicht, ohne Toleranz.
Schweigt! Denn ich kenne gut die Gedanken, die in euren Köpfen kreisen. Voller Vorurteile, geblendet durch Taten anderer, die meiner gleichen mögen aber sich menschlich so distanzieren.
Und wenn es euch schwer fällt zu glauben, festige ich euch mit Sicherheit und wenn die Unsicherheit überwiegt, entlaste ich euch durch Hoffnung!
Ihr glaubt, ihr habt mich durchschaut, doch vergesst nie das, was mich stark macht.
Sei unberechenbar, sie werden sich ihren Kopf zerbrechen, über dich und dein Handeln, über dein Verhalten und deine Entscheidungen.
Sie versuchen zu verstehen, ohne zu merken, wie sie dadurch allmählich selbst den Verstand verlieren.
Schätze mich ein aber du wirst dich verschätzen.
Sagt, merkt ihr nicht den begangenen Fehler? Doch, mit Sicherheit. Schließe nicht von andern auf mich. Meine Einsicht ist gewissenhaft, meine Ansicht ist Vergebung. Ich werde der Letzte sein, der nachtragend spricht, doch genau das ist es, was euer Gewissen beunruhigt. 
Beunruhigt, weil ihr genau wisst, die Schuld wurde voreilig zugesprochen. Das Recht, in dem ihr mutwillig geht, begleitet euch auf Schritt und Tritt, doch es nimmt dir nicht die Erkenntnis, die ihr in mir seht.
Trotz all der Steine, die ihr mir in den Weg legtet, nahm ich keinen von ihnen auf, um euch zu schaden. Im Gegenteil. Ich werde sie nutzen gegen all jene, die genau das nicht verstehen.
Gegen all jene, die auf den Augenblick warten, bis ihr ihnen den Rücken kehrt, um euern Weg zu gehen und sich dann der Steine bedienen, um euch zu schaden und Hass zeigen.
Gegen solche werde ich meine Stimme erheben und Verachtung zeigen. 
Ihr wolltet vor der Erkenntnis fliehen, vor der Einsicht eines Fehlers, den ihr erst im Nachhinein bemerkt aber unmöglich korregieren oder wieder gut machen könnt.
Ihr werdet euch eingestehn Schuld zu tragen, eure Einschätzungen und Schlüsse durch verschiedene Perspektiven zu betrachten.
Und euch wird bewusst, dass diese spürbare Erleichterung, ausgelöst durch meine Beobachtungen, nur ein Schutzreaktionismus gegen die gleichzeitig aufkommende Trauer, Betroffenheit und Reue ist, einen ehrlichen Menschen von Herzen verletzt zu haben.
Durch Höflichkeit könnt ihr das schlechte Gewissen beruhigen, doch die Gedanken lassen euch schlecht fühlen. 
Auf eine Art und Weise, die mit mir verbunden ist, auf eine Arte und Weise, die die Schuld an dieser Situation gerecht teilt!
Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.

Dann trat er ab.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.05.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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