Wilhelm Westerkamp

Die Prätentiösen und die Unprätentiösen

Die Unprätentiösen deren schüchternen Blick einem sofort ins Auge fällt, weil sich in diesen Augen eine gewisse Scheuheit abzeichnet, welches sich dort bald eine krankhafte Schüchternheit herauskristallisiert, die dem Prätentiösen wohl niemals in den Sinn kommen würde, weil sie deren elitären Anspruch den sie hegen, solch eine Gefühlsregung nicht statthaft wäre und sie Schwäche statt Stärke ausdrücken würden, so dass eine derartig weinerliche Attitüde sich für die Prätentiösen von selbst verbietet.
Aber die Unprätentiösen verstecken sich gerne in der finsteren Nacht und schleichen wie Katzen an den Häusern der großen Stadt entlang, meistens fast lautlos und auf jeden Schritt bedacht. Also kann der Mensch auch ohne viel Anspruch das Leben meistern, ist es aber an Mangel an Geld ein sehr bescheidenes Leben, welches nicht Jedem zu sagen wird und es den Prätentiösen zu wider ist, denn die kennen so ein derartiges Leben nicht, denn in ihren edlen Gehirnen tobt der Größenwahn und die Liebe ist ihnen viel zu romantisch, da gehen sie doch lieber zu den Prostituierten, dort wo schneller Sex auf sie wartet, dort wo die Huren ihren “Dienst” verrichten. Ja, das ist der richtige Ort für die Prätentiösen, den die Unprätentiösen jedenfalls in dieser ekstatischen Massierung so noch nicht kennengelernt haben.
Schauen die Prätentiösen mit viel Spott auf die Unprätentiösen herab, mit einem schrecklichem Grinsen auf den Gesichtern und schneeweißen Zähnen, so als wollten sie mit einem gezieltem Biss, ihnen ihr blasses Gesicht verunstalten, so tun sie es dann lieber doch nicht, weil doch noch ein Funken Menschlichkeit in ihnen steckt und ihr Ressentiment gegen die Unprätentiösen nicht dazu führen sollte, zu eiskalten Mördern zu werden.
Deshalb ducken sich die Unprätentiösen gerne weg und verbleiben wie Kriminelle ähnlich in der Finsternis, stehlen aber sehr selten etwas in der Dunkelheit und schaffen es dennoch ein ehrbarer, vielleicht bescheidener Bürger zu werden, anspruchslos gegen Jedermann, anspruchslos gegen sich selbst und geben dabei niemals ihre Gesinnung auf.
Die Prätentiösen hingegen leben vielleicht lieber auf einem prunkvollen Schloss und feiern dort eine Party nach der anderen mit sehr attraktiven Frauen im Schlepptau. Doch können sie sie nicht heiraten, sind es doch in Wirklichkeit Kokotten, aber mehr als schöne Kokotten, doch sie machen es nur für Geld, doch die Prätentiösen wollen ja die Liebe ohnehin nicht, Kokotte hin oder her.

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Wilhelm Westerkamp).
Der Beitrag wurde von Wilhelm Westerkamp auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.05.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Bruchstücke des Glücks von Xenia Hügel



In "Bruchstücke des Glücks" geht es um das schönste Streben der Welt. Eine individuelle Wahrheit und reale Wirklichkeit. Xenia Hügel vermittelt die Konzentration auf das Glück. Man subtrahiere die Angst und das Glück bleibt. Das Denken und Fühlen sollte auf das Positive ausgerichtet sein. Die Leserinnen und Leser können die Glücksgefühle, die Wahrheit, nachempfinden und sind versucht, dem Glück entgegen zu gehen.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Gesellschaftskritisches" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Wilhelm Westerkamp

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Die vergebliche Suche nach der Wahrheit? von Wilhelm Westerkamp (Satire)
… irgend etwas ist anders, als sonst ! von Egbert Schmitt (Gesellschaftskritisches)
Haben wir es Verdient? von Helmut Wendelken (Einfach so zum Lesen und Nachdenken)