Angie Pfeiffer

Ein Brief aus der Anstalt: ´Liebe meines Lebens´

Liebe meines Lebens,
ich schicke diesem Brief in der Hoffnung ab, dass er IHNEN nicht in die Hände fällt.
Jetzt habe ich Dich schon drei Monate nicht gesehen. Das ist die schlimmste Folter von allen. Irgendwann habe ich versucht Dich anzurufen, um wenigstens deine geliebte Stimme zu hören. Doch sie haben es bemerkt. Du kannst dir nicht vorstellen, wie sie danach mit mir umgegangen sind.
Sie verlangen allen Ernstes von mir, dass ich Dich vergesse. Als ob das möglich wäre. Wie könnte ich die süßen Stunden mit Dir vergessen. Das ist, als würde ich vergessen zu atmen. So wird es für immer und ewig sein. Selbst als Du in Deiner Verwirrung versucht hast, unser wunderbares Verhältnis zu beenden, liebte ich Dich. Ich wusste doch nur zu genau, dass Du mich vor der Gehässigkeit Deiner Frau schützen wolltest.
Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer. Ich habe gelernt, gefügig zu sein, ihnen zu sagen, was sie hören möchten. Sie glauben, sie hätten die Kontrollen, aber langsam durchschaue ich ihr ekelhaftes Spiel. Sie sagen, ich wäre von Dir besessen! Aber ist das denn nicht normal, wenn man liebt?
So gehe ich brav zur Gesprächstherapie. Ich erkläre, dass es mir leidtut, dass ich deine Frau so fest mit dem Hammer geschlagen habe. Dabei habe ich das nur getan, damit sie aufhört zu schreien. Sie hat mich gekratzt, als ich sie an den Küchenstuhl fesseln wollte, damit sie mir in Ruhe zuhört. Ich habe mich also nur verteidigt. Dass ich ihr Auto dann mit dem Hammer und dem Stemmeisen bearbeite habe tut mir wirklich leid, schließlich hattest Du es bezahlt. Beim Zertrümmern der Scheiben habe ich mich zudem auch noch verletzt. Die Narben im Gesicht sind immer noch deutlich sichtbar, aber das stört Dich sicher nicht. Schließlich tat ich alles nur für Dich. Die Sache mit Deinem Haus ist mir etwas peinlich. Das war eine Kurzschlussreaktion. Aber vielleicht ist es ja nicht so schlimm, dass das Haus abgebrannt ist. So gibt es nicht so viele Erinnerungen an Deine Frau für Dich.

Geliebter, ich darf mich inzwischen frei im Gebäude bewegen. Wenn ich weiter durchhalte und die Reumütige spiele, darf ich in den Garten. Er ist zwar eingezäunt, doch wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Ich werde alle Hindernisse überwinden, für uns, für unsere Liebe.

Für immer Deine
Yvonne Jolie

PS: Vielleicht erklärst Du Deiner Tochter noch einmal, dass ich sie nicht erschrecken wollte, als ich ihr erklärte, dass ich ihre neue Mami bin und sie nur gewürgt habe, weil sie so zappelig war. Sie ist ein bisschen panisch veranlagt. Genau wie ihre Mutter.
© by Angie

Leseprobe aus meinem Buch 'Liebesbriefe'.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.05.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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